science and fiction

Erster Surface-Tisch für den Handel

Ich hatte hier im Blog ja mal so eine Gadget-Phase, in der ich auch ab und zu mal über die schön anzusehende Surface-Technologie aus dem Hause Microsoft geplappert habe (hier und hier). Die Phase in der ich den Kram rausblogge ist schon länger vorbei; jedoch verfolge ich die Entwicklung dieser spannenden Technik nach wie vor. Erst gestern sah ich eine ähnliche Idee; nämlich ein riesiges Gamepad mit Touchscreen (Marco hat dazu was geschrieben, was recht genau meine Gedankengänge wiedergibt: Nett, …aber irgendwie doch eher lahm…

Und nun – nach geschätzten vier Jahren – ist es soweit: Der erste Surface-Tisch für den Heimgebrauch kommt in Kürze in den Handel. Samsung in Kooperation mit Microsoft wird noch in diesem Monat den US-Handel mit dem guten Surface-Stück beglücken (Name: SUR40). Anbei einige technische Daten zu dem Tischlein: 

  • Bis zu 50-Touch-Befehle gleichzeitig sind möglich
  • USB und WiFi sorgen für die Konnektivität 
  • Ein 3GHz AMD CPU sorgt für die Rechenpower
  • Eine 320GB Festplatte ist drin verbaut 
  • Eine ATI 6750 Grafikkarte macht die Bilder bunt

Klingt ja alles echt nice; wäre da nicht der Preis von fast 10.000 $…  Meine Schätzungen, wann man so ein Teil auch mal zu Hause im Wohnzimmer stehen haben könnte (…und wie der passen würde bei mir: Breite, Höhe, Style -> Perfecto, echt mal, ich würde den Mitten in meine Entertainment-Area stellen. Geil.) bewegten sich bisher zwischen 2012 und dem Jahr 2037. Jetzt, wo das Dingen für 10 Mille in die Läden kommt sage ich: 2016 habe ich so ein Teil bei mir zu Hause stehen. Spätestens. 

…und dann besoffen Pong drauf spielen. Hach.

Who Wants To Live Forever?

Drüben – auf einem meiner favorisierten Science-Blogs überhaupt – nämlich auf sentientdevelopments.com hat Gastblogger David Brin einen wirklich spannenden Artikel zum Thema Do We Really Want Immortality? / Möchten wir wirklich unsterblich sein? geschrieben. Ich verlinke dieses Artikel deshalb, weil er unter der Sub-Überschrift Wise Enough to be Immortal? / Sind wir weise genug, um unsterblich zu sein? ziemlich exakt meine Gedanken zum Thema reflektiert. Nämlich: Selbst wenn es irgendwann mal machbar wäre: Weitere Probleme sind – aufgrund des derzeitigen Intellekts der Welt – vorprogrammiert. 

a) Kosten: Fallen wir auf die antike Idee zurück, dass nur die Reichen und Schönen, ins Paradies/in die Speichermodule kommen? (ob Mindupload oder Ewigkeitspille: Kosten, Kosten, Kosten – und zwar nicht zu knapp; das ist mal sicher. Social Engineering könnte da theoretisch helfen…das ist aber ferne Zukunftsmusik. Noch.)

b) Risiken: Was – so der logische Gedankengang – passiert mit der Humanität, wenn die einzige Todesursache ein todsicherer Unfall sein wird? Bunkern wir uns ein? Leben wir dann in autarken Kokons und haben (noch mehr) Angst vor der Natur? Wird Extremsport dann zum historischen Denkmal? Passt das irgendwie in die Timeline? 

c) Wenn der Alterungsprozess einmal gestoppt wurde: Wie sorgen wir für weitere Evolutionssprünge? Wenn alle irgendwann gleich alt sind, ….wie wird gemaßregelt, dass der – bisher so vernünftig wie notwendig erscheinende – Generationskonflikt weiterhin funktioniert? Und wer soll – in Zeiten von unendlicher Zeit und unbegrenztem Wissen – dann diese regelnde Rolle übernehmen? 

d) Wie  – wenn es nicht die Mindupload-Variante wird -, soll unser Gehirn dann all' diese unzähligen und steinalten Gedanken und Informationen speichern; geschweige denn reflektieren und verarbeiten? 

Fragen über Fragen. Um die erste (Sind wir weise genug?) mal flott zu beantworten: Eindeutig nicht. Und wir werden es in naher Zukunft (500+ Jahre) auch nicht sein. Ergo: Unsterblichkeit wäre genau so unhandelbar wie der Raumflug, der uns in den 60'ern ebenfalls die ultimative Lösung aller Probleme suggerierte (und was daraus geworden ist, das wissen wir ja nur zu gut). Versteht mich nicht falsch: Ich mag Transhumanismus nach wie vor, stehe auf Kryonik, Spaceporn und kann Roboterwesen auch echt gut leiden. Allerdings schwappt seit ca. einem halben Jahr mal wieder so 'ne völlig zukunftsoptimistisch-verblendete Geisteshaltung aus den USA zu uns rüber, die ich weder teilen kann; noch teilen möchte. Auch weil ich sehe und lese, was sonst noch so alles megaschief läuft. Mal abgesehen von der Versager-NASA. 

…und noch was persönliches zum Schluss, dann dürft ihr drüben weiterlesen: Was – und hier geht es unangebrachter Weise etwas ins Religiöse – wäre, wenn man ewig und drei Tage immer mit den selben Menschen/Lebewesen umgeben wäre?

Segen oder Fluch? 

Max More über Transhumanismus und die Singularität

Hier ein recht aktueller Speech von einem der einflussreichsten Transhumanisten unserer Zeit: Max MoreMax More nennt sich selber Strategic Philosopher, ist tonagebend in der Extropie-Forschung und hat wirklich gute Ideen.

Ich mag ihn auch deshalb ganz gerne, weil er eben nicht a la Kurzweil das blaue vom Himmel verspricht, sondern sehr differenziert an Themen wie Life Extension, Kryonik  und Nanotechnologie ran geht. Ein Beispiel: Vor der Transhumanisierung des Planeten – so seine Idee – sollten wir zunächst für ein global-gerechtes Bildungsniveau sorgen um wirkliche Verbesserungen zu erreichen. Auch hat er den Begriff dynamischer Optimismus mitgeprägt. Was nichts anderes bedeutet, als das wir uns so langsam (aber optimistisch) mit dem Gedanken anfreunden sollten, dass wir Menschlein eben nicht das Maß aller Dinge sind bzw. das Ende der evolutionären Fahnenstange längst noch nicht erreicht ist. – Wir werden alle sterben.

…hier noch ein recht eindrückliches Zitat; und dann zieht ihr euch gefälligst rein, was er zu sagen hat: 

No more gods, no more faith, no more timid holding back. Let us blast out of our old forms, our ignorance, our weakness, and our mortality. The future belongs to posthumanity.

PS: Im letzten privaten Diskurs führte ich einige Thesen von More ins Feld und wurde prompt als radikal gebrandmarkt. Dagegenhalten ging aber einfach: Nach Schätzungen von Wissenschaftlern sind bisher etwa 500 Millionen Tierarten ausgestorben. Das sind über 99 Prozent aller Tierarten (wiki) Ergo: Wer annimmt, dass wir es (was auch immer) schaffen, hat keine Ahnung und glaubt meistens auch an irgendwelche Jungfrauen oder umzäunte Parkanlagen (aka Paradiese) 

Auktion: Lifesize-Roboter-Kollektion!


(Die Mädels hier oben haben eher weniger mit dem Artikel zu tun. Aber lebensgroß sind die beiden ja auch. Und so.)

Ich werde verrückt. Da vertickt so ein Roboter-Nerd aus Florida seine komplette Lifesize-Roboter-Kollektion auf eBay. Für knappe 55.000$ kriegt man so einiges geboten: C-3PO, R2-D2, B9, einen Bender und viele viele weitere schicke Blechmützen. Alle lebensgroß und in höchster Qualitätsstufe. Bedeutet: Die originalsten der originalen; keine Nachbauten; sondern (teilweise) Selbstbauten; alles – nur kein Billo-Schrott. Zieht euch bitte mal die Bilder und Videos der Auktion rein, gleich. 

…jetzt brauche ich also nur noch 55.000 Bucks und jemanden, der mir einen 20' Container hier rüberschifft. 

Wahnsinn. 

Trailer: Mars et Avril (französisch)

Die gesprochenen Worte sind zwar auf französisch, dafür hauen die Bilder aber um so mehr rein. Und der Plot erst. Der ist ein echter Hammer:

Mars et Avril takes place in a Montreal of the future when humanity is ready to move to Mars. But, not everyone is ready to go. Jacob Obus, a charismatic and beloved septuagenarian, leader of the anti-cybernetic movement, takes pride in slowing down time. He plays captivating music on instruments inspired by women's bodies and designed by his friend, Arthur.

Mehr Jakobuse für die Welt! Gedreht wird das Teil von Martin Villeneuve, dran beteiligt sind Leute, die bei Splice mitgemacht haben (schlecht!) und welche, die 500 Days of Summer mit-produziert haben (gut!) .

Alchemiekochen

Homaro Cantu und Ben Roche haben die logische Idee, bei einem Fleischburger aus Kuhfleisch doch einfach die Kuh und das Fleisch wegzulassen. Und das Kuhfleisch und die Kuh durch das zu ersetzten, was die Kuh isst, um Kuh zu sein. Also ein Kuhfleischburger ohne Fleisch, dafür aber mit vielen Körnern, viel Gras und noch mehr Gerste (eben das, was die Kuh isst). Und jetzt kommt's: Das Ersatzkuhfleisch aus den magischen Drei schmeckt sogar genau wie echtes Kuhfleisch aus echter Kuh. Der Hammer.

Wie, was, wo, warum? Gucken, ey, es gibt auch Fleischpasta. Zum Nachtisch.

a mindraper

Ist klar. 

THE DOSE #3 – for free


Irgendwann im Sommer habe ich euch vom DOSE-Cyberpunk-Online-Magazin erzählt. Damals gab es ein schniekes 10-Seiten-Preview zu sehen. Und nun – weil bald Weihnachten ist – gibt es die komplette Edition für umme. Hier noch mal flott was – neben vielen weiteren Themen – drin steckt:

  • Infos zum Neuromancer-Movie
  • Infos zu französischen Cyberpunk-Movies
  • Underground-Dystopia-Musik aus China
  • Einige Interviews und noch viel viel mehr verrückter Cyberkram