literature

Snow Crash Illustrationen von Jared


Jetzt hab' ich sicher 'ne halbe Stunde auf der Website von Jared verbracht. Eigentlich kann ich gar nicht genau sagen, was mich an den Zeichnungen so fasziniert. Vielleicht ist es einfach die Tatsache, dass es da drüben Gemälde von Cosa-Nostra-Pizza-Lieferanten zu sehen gibt. Oder das Jared noch weitere Characktere aus einem der weltbesten Cyberpunk-Bücher (Snow Crash) gemalt hat. Wer weiß das schon. Ich jedenfalls nicht.

Wissen tu' ich aber definitiv das hier: Hiro (Der Anti-Held aus Neal Stephensons Snow Crash) ist einer der schrägsten – und zugleich sympathischsten –  Cyber-Literatur-Figuren, überhaupt. Achso, das hier oben ist natürlich nicht Hiro, sondern die 15-jährige Kurierfahrerin Y.T mit ihrem bodendynamischen Skateboard.

Love it.

Schaut mal rein, beim Jared!

The Cyberpunk Apocalypse

Die Cyberpunk Apocalypse hat zwar 'ne lahme Website, dafür ist der Inhalt aber um so aufregender. Ich fang' mal vorne an, bin faul und kopiere mal hier rein, was die Cyberpunk Apocalypse ist:

the Cyberpunk Apocalypse is a writers' cooperative work & event space, residency program, and publication based out of upper Lawrenceville, Pittsburgh PA

Und wie kommt man zu so 'ner apokalyptischen Geschichte? Nämlich so:

Last year, Mr. McCloskey, 22, bought two poorly insulated turn-of-the century clapboard houses for $41,000 in the Lawrenceville neighborhood there, and turned them into a writer’s retreat he named the Cyberpunk Apocalypse Writer’s Co-op (NY-Times)

Ich stell' mir das grad' mal vor: Ich kauf' der Cyberpunk-Community einfach zwei Häuser. Irgendwo im Nirgendwo. Da treffen wir uns dann ab und zu an den Wochenenden und nähen Cyborgs aus Menschenhaaren zusammen. Oder sonstwas.

…ist doch nix als 'n Hackerspace, 'n ömmeliges Nerd-Dungeon, oder 'ne Mischung aus Beidem, dieses Cyberpunk Apocalypse –Dingen, wenn ihr mich fragt. Find' ich suppa. Gerade wenn dann Publikationen dabei rauskommen, in denen die Artikel so tolle Titel haben wie A short rant on steampunk. Oder auch: Cyberpunk Senior Thesis. Man könnt' ja sowas auch mal für hier in Angriff nehmen: Ich schreibe ein 44-Seitiges Essay mit dem Titel: "Warum Fortschrittsglaube nicht gleich Wachstums bedeutet und wie Roboterliebe den Menschen verbessert."

Gut oder?

Verrückt jedenfalls, diese Apokalypsen-Sache.

Waking Life – Komplett! (Das Leben ist bunt)


Ist das toll, oder was? Waking Life gibt's komplett im Netz. Waking Life? Hatte ich hier erwähnt. Und hier auch. Und hatte ich auch erwähnt, dass ich vermutliche der einzige Nerd auf diesem Planeten bin, der den Film auf deutsch, in guter Qualität und auf einer Scheibe hier rumfliegen hat? Hatte ich erwähnt, dass das 'ne mordsmäßige Arbeit war? (Tonspur und Bild zusammenführen; für den MedienVideomacher von heute sicher kein Problem; für mich war's völliges Neuland. Und ja: Das UK-Original habe ich selbstredend auch.) Hatte ich erwähnt, dass ich jeden Menschen, der diesen Film gut findet, herzlich einlade? Zu was auch immer. Zu allem. Zum Träumen. Zum Noch-Mal-Waking-Life gucken.

Ehrlich, jetzt.

Ich habe mir kürzlich ein Tarantino-Interview angesehen, in dem der Verrückte was von "den besten Filme der letzten zwanzig Jahre" erzählt (Waking Life war nicht dabei). Ich könnte das heute nicht mehr: Ranglisten erstellen. Als ich 16 war, war mein Held Kurt Cobain, mein Lieblingsfilm "Woodstock" und mein Lieblingsbuch irgend' ein Fantasy-Scheiss. Als ich 18 war, waren es die Massiven Töne, der Film "Wildsytle" und das Buch "Odem on the Run". Als ich 20 war, war's wahrscheinlich Cari Lekebusch, 'ne Loveparade-Doku und ein Buch von Howard Marks. Ihr wisst worauf ich hinaus will?

Nicht? Was ich meine ist das hier: Ich kann mir heute – mit jungfräulichen 28 – die Farbe aus der Welt einfach nicht mehr wegdenken. Oder sie ignorieren. Heute liebe ich Cobain, die Massiven und ab und zu sogar noch das Lekebusch. Es ist einfach alles viel zu bunt, um Listen zu machen, zu kategorisieren und zu bewerten. WENN ich aber eine Liste machen MÜSSTE: Waking Life wäre drauf! Ganz weit oben. Gleich neben/hinter/vor… siehste! Da hört's auf! Es geht einfach nicht.

Der Film ist einmalig. So wie Cobain, die Massiven und Adam Beyer. Wie Nietzsche, Disney, Gibson und Dick (der übrigens in Waking Life zitiert wird. Ach, viel mehr als das…).

Was wollt' ich sagen?

Nix.

Großartiger Film. Und so bunt!

Hier noch eine paar Eindrücke; dann der Link zum kompletten Movie.

Der Kapitän

I want freedom, that's what i want!

Zukunftsfachmann

Link zum kompletten Movie bei Google

Cyberpunk. Und die anderen Punks.

Das ist ja was. Kollege Scal hat einen hammermäßigen Artikel rausgehauen. Was Cyberpunk ist, weiß ja eh schon jeder Hinterwäldler beziehungsweise keiner. Und das Subkulturen eh immer geiler sind als alles auf der Welt, ist auch bekannt. Und soll ich euch was sagen? Es ist sogar bekannt, dass es da jenseits des C-Punks noch so'n paar Subgenres gibt! So was! Eine Auflistung in der Form, wie Scal sie geschrieben hat, habe ich allerdings noch nirgends entdecken können. Und Elfpunk hab' ich auch noch nie gehört. Die anderen Stilrichtungen (whatever) sind mir überwiegend bekannt. Und bescheuerte Namen haben sie auch.

Eigentlich isses aber alles ganz anders. Wie man in dem (komplett kopierten) Artikel von Scal nachlesen kann: (die Bilder habe ich aus purer Nächstenliebe hinzugefügt). Scal, go:

Steampunk: Während Cyberpunk futuristisch ist und den Fokus auf Hightech legt, ist Steampunk eher rückwärtsgewandt und setzt den Fokus auf veraltete Technologien, wie etwa Dampfmaschinen. Steampunk hat im allgemeinen einen viktorianischen Touch. Beispiel für dieses Genre: der Film “Wild Wild West”. (Bild: Georg Grie)


 

Dieselpunk: Ist ähnlich zu sehen wie der Steampunk, nur zeitlich in die Zeit zwischen den Weltkrieg anzusiedeln. Beispiele für dieses Genre: “Sky Captain and the World of Tomorrow“ sowie die Spielreihe “Crimson Sky” (Bild: aus der Dieselpunks-Community)


 

Biopunk: Ein weiterer Abkömmling des Cyberpunk ist der Biopunk. Hier wird gerne mit der Manipulation des Erbguts experimentiert, was zu recht düsteren Zukunftsvisionen führt. Beispiel für das Genre: Peter Watt’s “Starfish” (Bild: Szene aus der Oper zu "The Fly")


 

Clockpunk: Ist wiederum ein Abkömmling des Steampunk, hier ist die Technologie einen Schritt weiter als im Steampunk, hat aber immer noch diesen anachronistischen Touch. Beispiel für dieses Genre: “Mainspring” von Jay Lake  (Bild: Eric Poulton)


 Mythpunk: schafft den Brückenschlag zwischen einem post-modernen Schreibstil und Folklore. Beispiel für dieses Genre: Catherynne M. Valentes “The Labyrinth” (kein Bild)


Elfpunk: Hier werden Elfen in die Städte der Gegenwart, bzw. der Nahen Zukunft verfrachtet. Beispiele für das Genre: Holly Blacks in “Tithe: A Modern Faerie Tale”, Michael Swanwick’s “The Iron Dragon’s Daughter” und Gregory Maguires “Wicked: The Life and Times of the Wicked Witch of the West”. (Bild: Cover des H.Blacks Buch)


Splatterpunk:  Ist die Antwort auf  “weiche” Horrorgeschichten und zeichnet sich durch extreme Darstellungen von Gewalt aus. In den 1990ern Jahren stellte Paul M. Sammon zwei Splatterpunk Anthologien zusammen.  Der Terminus Splatterpunk ist aber mittlerweile aus der Mode geraten. (kein Bild)


Nanopunk: Auch ein direkter Nachkomme des Cyberpunk. Doch ist hier die Nanotechnologie kaum noch von Magie zu trennen. Beispiele für dieses Genre: Neal Stephensons “Diamond Age” (Bild: Izzy Medrano)


 

Greenpunk: Wird gerne als technikbewusste SciFi beschrieben, die einen Fokus auf “Green-Tech”, wie Co²-freie Energiegewinnung, die Menschheit hat die Klimaveränderung meist mit leichtem Erfolg gemeistert. Beispiel für das Genre: Bruce Sterling’s “Heavy Weather”.


Stitchpunk: Der jüngste Neuankömmling in der Punkfamilie ist Stitchpunk, der Begriff geht direkt auf Shane Acker’s “9″ zurück und findet Verwendung für Geschichten  gestrickte Helden in düsteren Welten. Dabei liegt das “Punk” eindeutig in der Ästhetik des Ganzen, mit einem recht düsteren Touch. Nach allem was ich bis jetzt von “9″ gelesen und  gehört habe, sieht es zumindest für mich nach genau meinem Stoff aus.


Primalpunk: Primalpunk ist die Bezeichnung eines recht neuen Genres. Es vereint das epische Drama aus Filmen wie DUNE: DER WÜSTENPLANET mit der steinzeitlichen Ästhetik eines CONAN: DER BARBAR zu einem endzeitlichen Überlebenskampf, der schließlich zu den Wurzeln der Evolution führt. Technologisch gesehen reichen einzelne Landstriche von urzeitlich, über unterentwickelt, zu fast schon cyberpunkiger Technologie. Diese wird aber unter dem Deckmantel der Mystik zu etwas, das im Empfinden der Menschen eher an magische Artefakte erinnert.


Scal, du Nerdschwein!

In den Comments zum Artikel wurde noch ergänzt:

Atompunk: (Das definiere ich jetzt mal. Hier!)


Und noch mal ich: Subgenres des Cyberpunks sind für mich: Atompunk, Biopunk und Nanopunk. Ganz einfach deshalb, weil die alle in der Zukunft angesiedelt sind. Meine Sci-Fi-Gehirnhälfte kann nur so denken. Die anderen betrachte ich als eigenständige Genres/Subkulturen. Und einige finde ich total überflüssig. Mythpunk; ist ja fast wie Shadowrun in noch schlimmer. Grundsätzlich würde ich auch behaupten, dass mir Storys aus den C-Punk-Subgenres besser in den Kram passen, als was mit Dampf und Rauch. Ich mag's halt lieber mit Laserlicht in den Schwertern. Faszinieren kann mich Steampunk aber auch. Dann aber doch eher Dieselpunk, welches ich wiederrum als Subgenre des Steampunks betrachte. Da röhrt's dann wenigstes ordentlich. Wenn schon, denn schon.

So ist das also mit den Punks. Sonst noch jemand 'nen Punk auf Lager?

…und wer jetzt auch nur ein ganz klein wenig neues erfahren konnte, der würdige dies nun bitte mit einem Jump in's Cyberpunk-Universum!

Cyberpunk-Reviews!

Um das Wochenende ja noch schön düster ausklingen zu lassen, schaue ich mir gerade zum x-ten male Johnny Mnemonic an. Und da fiel mir ein, dass es drüben bei der Cyberpunk-Community auch ein Film-Review dazu gibt. Dann kamen mir die beiden letzten Reviews in den Sinn, die ich bei der CPC las. Die waren toll. Also verlinken ich jetzt alle drei. Mit den besten Empfehlungen:

Zyl, mit dem einzigen Transmet-Review im deutschsprachigen Cyberspace!

Ganta's tolles Review zum Movie "BenX":

Und das eben erwähnte Johnny Mnemonic Film-Review von CountZero:


Danke für tollen Lesestoff, Chipheads!

Comic-Tumblr

Und weiter geht das fröhliche Tumblr sammeln. Hab ich eigentlich schon mal gesagt, dass ich Tumblr-Sites nicht abkann? Suppen sind da viel besser! ;) Den einzigen wirklichen Kick, den man auf der Tumblrjagd bekommen kann ist der hier: Spezial-Tumblr erlegen. Bonus-Tumblr sammlen, sozusagen. Also solche wie das Batman-Tumblr, oder das Rainbow-Tumblr, oder das Bullshit-Tumblr, oder das Kugel-Tumblr. (Die ich alle schon zu genüge verlinkt habe; soll ja nicht in Arbeit  ausarten, hier) Bonus-Tumblr of the Day: Das Comic-Tumblr!

Muss ich dazu was erklären?

Ja wat’n auch.


Spider’s Cat


Wenn es sowas wie ’ne Comic-Katze gibt, dann isses ja wohl die die hier. Garfield und so. Tss. Pack da. Spiders Katze ist  drogenabhängig, sexistisch, schizophren, raffgierig, hässlich, ekelhaft und unglaublich sympathisch. Und die kann man sich für nur keine Ahnung wie viele Dollar nach Hause holen. Auf Leinwand.

Mir persönlich fehlt der Kippenrevolver; wär aber trotzdem was für unser Badezimmer.


Print kaufen: icarus126.deviantart.com