Kotze

LINKS LINKS! WÄHLT LINKS!

Ey. Hier. Dingens. Ich wollte eigentlich einen Artikel für die nächste Ausgabe der Graswurzeltrevolution schreiben. Der sollte lauten: Anarchisten aller Länder: LINKS LINKS! WÄHLT LINKS! Dann fiel mir wieder ein, dass Parteien immer scheisse sind, Nationen blöde Wichser, und dass das System an sich schon irgendwie ein riesengroßes Arschloch ist.

Ding Dong, Guten Tag, Herr Anarchist, sie haben verloren, weil keine Chance und so, alles ist vorbei, legen sie sich wieder hin, schalten sie die Mediokratie ein und lästern sie weiter im kleinem Kreise über die große weite Welt. 

Och nö.

Wenn ich höre, dass eine Chelsea Manning jetzt tatsächlich für 35 Jahren hinter Gitter gehen soll (Jaja, ich weiß! Es spielt aber keine Rolle, wie lange wirklich!), weil sie GUTES getan hat, dann denke und fühle ich: Etwas läuft scheissnochmal richtig schief auf diesem BÖSEN Planeten! Dabei sind wir Menschen doch eigentlich recht (nach Precht) empathische Wesen; voller Emotion und Empathie. Die Evolution (me Like!) hat sich so einiges kooperatives, freundliches und friedvolles für uns einfallen lassen (Gehirne, Sprache, Augen, Liebe, all' der wunderbare Kitsch halt), das kann' doch alles nicht wahr sein. –Ich hasse die Menschen (hier und hier), weil ich sie liebe. 

Jedenfalls,…die Chelsea, ne? Die ist für mich ein Symbol. Eine Art Leuchtturm. Der leuchtet. Da drüben in Amerika. Der uns anleuchtet und förmlich herausschreit: Lasst alles stehen und liegen! Ihr seid das Volk. Wer JETZT nicht SOFORT alles stehen und liegen lässt, sich ein Kanu bastelt um über den Atlantik zu schippern und dem Herrn Friedensnobelpreiskriegstreiber Obama mitten ins Gesicht pisst, hat eigentlich jegliches Recht auf irgendwas verwirkt. 

Da ich aber auch noch was anderes zu tun hab' als Kanus bauen, meine Utopie einer weniger kapitalistischen – dafür eher anarchistischen – Gesellschaft nicht aufgeben will, habe ich mich nun (nach 2x aussetzten, aus anarchistisch-bequemen Beweggründen) dafür entscheiden:

Ich wähle Links!

Wer dieses Weblog hier ab und an besucht (und schon etwas länger dabei ist), der weiß, aus welchen Gründen ich das tue, und wie schwer es mir fällt, meine Stimme (verdammte Scheisse noch mal!) einfach so ABZUGEBEN. Ich mach's trotzdem. Dieses ein mal noch. Wer die Beweggründe im Detail nachvollziehen möchte, der kann ja meine Artikel zum Thema Anarchie, Politik, oder Kotze noch mal durchblättern. Mir ist nämlich gar nicht so sehr an einem Diskurs gelegen. Viel mehr möchte ich es einfach mal klar formuliert hier stehen haben:

Wir brauchen jetzt und unbedingt einen sozialen, linken, alternativen Rutsch in unserer politischen Landschaft. Die Grünen sind heute das Establishment, über die anderen Pfeifen brauchen wir kein Wort mehr verlieren, also bleibt nur eins: Links wählen.

Als Anarchist tut mir das so weh. Da aber ja keiner bei meiner anarchistischen Enklave in der Eifel mitmachen will… ;) …bleibt mir nur das über: Ich bin das Volk, (Aua), und meine erzwungene (ihr seid Schuld. Alle!) Bürgerpflicht ist es, es wenigstens NOCH EIN VERFICKTES MAL zu probieren. Wenn die unter 15% rauskommen, beginne ich den Bau eines Schutzbunkers. Das meine ich bitternst. 

Die Entscheidung es dieses Jahr so zu machen hat nun mehr als sechs Monate gebraucht, um sich in mir (Herz vs. Kopf, Anarchie vs. Realitäten) zu manifestieren. Ich stehe also – nach vielen Gesprächen mit vielen Menschen – zu 100% dahinter, und werde mich nicht ärgern, wenn der Schuss nach hinten losgeht. Zweifel, Angst und Hass sähen die bisherigen (ich darf seit 14 Jahren wählen. Zum Kotzen) politischen Führer (motiviert durch Korruption, Lobbyismus, Wirtschaftsdiktatur, dem ewigen Gesülze von der freien Marktregulierung) schon zu lange; diesmal will ich Blumen, Liebe, Farben und einfach 'ne Perspektive. Und auch wenn DIE LINKE nicht gerade die Verkörperung dieser romantischen Verklährheit darstellt, so ist sie doch für mich die einzige Hoffnung.

Dem Max geht es da ähnlich, der hat auch 'nen tollen Pro-LINKE-Artikel am Start. Mit Videos, zu denen er schreibt:

Hier noch ein paar Gedanken, die außer dieser Partei so niemand im Bundestag ausspricht:

Jo, und wenn wir uns schon in einer Schein-Demokratie bewegen, die eigentlich zu einer Art Mediokratie mit kapitalistisch-faschistischem Einschlag geworden ist (siehe Was ist Dystopie), dann frönen wir doch mal dem Medium YouTube, ich raubmordkopiere eben die Videos vom Mäx, und wir lassen die linken Puppen tanzen:

 

So. Manchmal wünsche ich mir so ein Regierungsquartett: Rainald Grebe, Gregor Gysi, Spider Jerusalem und alle vier Wochen ein anderer Doktorsblog-Leser, oder eine Leserin.

Die Philosophen müssen her, wo sind die Ethnologen, die Geisteswissenschaftler, die Kreativen und die Künstler? Ich seh' nur noch Schlipse, graue Hackfressen, BWL-Kotze und Zahlen! Zahlen, Zinsen, Grenzen, Regeln, Zäune, Schranken, Idioten und Knöpfchendrücker. Ich hab' die Schnauze voll und kann das alles nicht mehr hören (im wahrsten Sinne des Wortes: ich bin seit sechs Tagen taub auf einem Ohr. Wenn es mir nach dem publizieren dieses Artikels besser geht, wisster Bescheid!).  

Fazit: Mir fehlt das soziale, das empathische, der Humanismus, die Liebe und die Hoffnung!

DIE LINKE ist 'ne Alternative. Und das Leider spare ich mir an dieser Stelle.

Lasst es uns probieren.

Ja? 

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Schwul, im Namen des Volkes: Alan Turing

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Ach, Alan. Was habe ich nicht alles von dir – und über dich – gelesen und gehört. Genie, Lebemann, Fahrrad-Nerd, Erfinder, Logiker, Mathematiker, Kryptoanalytiker, Grundlagenforscher und Nicht-Bart-Träger. In unzähligen Büchern bist du mir begegnet, hast mich fasziniert und inspiriert; mich gelangweilt und genervt, mich überzeugt und überrascht, mich denken lassen: Du, ey, du mit deinem Test, der uns allen noch mal den Menschen-Arsch retten wird! Das mit uns war Liebe auf den ersten Blick. Und gerade flippe ich aus. Wegen dir. Für dich. 

Weißte auch warum? Weil aus dir bzw. deiner Sexualität ein Politikum gemacht wird (Alan! Wir haben 2013. Zweitausenddreizehn! Was is' hier eigentlich los?). Das hast du nicht verdient. Dieser Bullshit…dieser hier…

Späte Rehabilitierung für den Computerpionier – Die britische Regierung will den Computerpionier Alan Turing posthum rehabilitieren. Turing hatte sich 1954, im Alter von 41 Jahren, das Leben genommen, nachdem er zwei Jahre zuvor wegen seiner Homosexualität verurteilt worden war.​(Artikel bei golem)

….welcher meine, öhm, kritische Sichtweise was Staat und Kirche betrifft, noch untermauert; dieser Bullshit ist so unwürdig. 

2009 hatte sich der damalige Premierminister Gordon Brown im Namen seiner Regierung für die beschämende Behandlung Turings entschuldigt. Eine offizielle Rehabilitierung Turings steht bis heute aus. Noch im vergangenen Jahr hatte sich die gegenwärtige Regierung unter Browns Nachfolger David Cameron geweigert, 49.000 Schwule, die nach dem Criminal Law Amendment Act aus dem Jahr 1885 verurteilt wurden, posthum zu begnadigen

Ich muss diese Wichser mal eben kurz für dich anspucken. 

Wer ist eigentlich der beschissene britische Nationalstaat und die verfickte fickrige ka ka ka (boah, Leute, ich fang's spucken an!) ka  katholische Kirche, dass die jetzt meinen, irgendwas über-, für-, oder im Namen deiner Person verkünden zu dürfen? Haben die scheiss konservativen Christenmenschen da auf der Insel den Knall nicht gehört? (Ich liebe alle Briten, nur ihren Staat und seine Regierung nicht immer) Rehabilitieren!? Turing? Das ist so lächerlich, dass es fast schon wieder geschmacklos ist. Im Namen von wem denn? Und für wen? JEDER der auch nur bis drei Zählen kann, der weiß, dass Menschen wie Alan oder Oscar (Wilde, der schwule Lüstling) mehr für die Menschen getan haben, als alle Margarets und Anglikaner zusammen. Pack da, echt mal. 

Alan! Die haben dich entmannt, im Namen der Kirche (chemischen Kastration), ausgeführt vom Empire, gnadenlos. Und weißte was: Ich hasse sie alle dreifach! Für dich mit, glaub's mir, ey. 

Das Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland​, vergibt Alan Turing für sein Schwulsein. Im Namen des  Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland​.

Nehme ich an. 

Das steckt soviel Nation, Territorium, Religion, Homophobie und 1%.Bullshit drinne, dass mir schlecht wird. Dann weiß ja das Wortkonstrukt UK jetzt bescheid. Mit den Menschen hat das alles längst nichts mehr zu tun die gucken lieber königliche Babys. Diese sogenannte Schlagzeile entlarvt die moderne Mediokratie dermaßen, der britisch-konservative Katholizismus ekelt mich an. Ich glaube auch nicht, dass jetzt irgendein vernüftiger Brite irgendwo in England steht, die Hände zum Himmel reckt, und schreit: Danke, Regierung, für die Gnade und für eure Weisheit. Ich glaube eher, den meisten ist es scheissegal, was ihre Regierung da derzeit verkündet; das sind nämlich alles Menschen, und keine Arschlöcher: Welchen elitären Menschenkreis soll so 'ne Kack-News denn eigentlich interessieren? Dämliche Patrioten und linkische Kirchgänger, vielleicht. Vernunftbegabte Historiker sicher nicht, denn irgendwie scheint die ganze Welt schon etwas länger begriffen zu haben, dass Turing ein Genie war, unabhängig von sexueller Orientierung oder aufoktroyierten Schrott-Moral.

Nur die britische Regierung nicht.

Die ist nämlich schwul. 

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‚Vom Whistleblower zum Verbrecher‘

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Die weiter unten einkopierten Textauszüge gehören zu dem Artikel 'Vom Whistleblower zum Verbrecher' drüben beim Max. Der hat den allerdings auch nicht selbst geschrieben, sondern eine (interessante) Dame Namens Tante Jay, die auch einen ähnlich betitelten Weblog führt. Ich will nun gar nicht lange über Edward Snowden und Obama und so philosophieren. Was ich aber nicht unerwähnt lassen möchte: Auch mich hat der ARD-Kommentar von Horst Kläuser über alle Maßen geärgert. Ich meine: Ich zahle für diese verfickten RundfunkTVPropagandaSpacko-Anstalten 'ne Menge Kohle. Und tat dies bisher auch wirklich gerne. Ich gehörte nie zu den GEZ-Hatern; weil mir das Prinzip einer neutralen, öffentlichen Berichterstattung eine Gebühr wert ist. Wert war. Um genau zu sein (War, nicht jetzt akut wegen der Snowden-Sache hier, sondern weil ich in den letzten vier bis fünf Jahren meinen Medienkonsum und Infofluss so scharf eingestellt habe, dass ich ARD & Co schlicht nicht mehr benötigen würde. Allerdings kann ich auch nicht erwarten, dass jeder so ein News-Nerd ist, wie ich es bin). Jetzt allerdings, könnte ich den Öffentlichen ins Gesicht kotzen. So richtig schön strahlmäßig und mit vielen kleinen fiesen Bröckchen​. 

Denn: Der eben erwähnte ARD-Kommentar zum Thema Ed Snowden – und wie er die Arschlöcher der Welt vorführt ist viel mehr als nur einseitige Berichterstattung. Das ist feinste 3rd-Reich-Propaganda, gekaufte Stimmungsmache und schlimmeres. Das hat mit Objektivität oder Journalismus genau GAR NICHTS mehr zu tun. Was hier gerade passiert, ist orwell'sche Gedankenumbiegerei vom allerfeinsten. Den Kommentar fasse ich als (erneute!) persönliche Kriegeklärung an mein Gehirn auf. Für wie dämlich halten die uns denn eigentlich wirklich? Die blöden Kackaffen! 

Dieser Kommentar entlarvt das System des Systems so dermaßen offensichtlich, dass man eigentlich nur den Rücktritt bzw. den kompletten Rückzug der ARD aus JEGLICHER Berichterstattung fordern kann. Dieser Kommentar ist ein Affront gegen den gesunden Menschenverstand: Die glauben ernsthaft, dass wenn man 1.000x wiederholt, das Snowden kein Held ist, sondern ein Verbrecher, dass es dann wahrer wird; dass sich das Bild eines Helden dann in den Hirnen der Menschen ins Gegenteil verkehrt. Das fatale: Nach meiner Menschenkenntnis (die nicht von schlechten Eltern ist) funktioniert so 'ne Scheisse auch noch! Vor Hitler hielten sich hier die wenigsten für 'ne Herrenrasse. Während Hitler wurde dem blonden doofen Tummeldeutschen aber so oft zugerufen, dass er was besseres sei, bis er es schließlich glaubte. Ergo: Das was die ARD da gemacht hat, ist Hitler-Like. Hitler-Likiger geht es gar nicht mehr. In Kurz: Unser öffentlich-rechtlicher Rundfunk schreckt nicht mehr davor zurück, Methoden anzuwenden, die vor 70 Jahren auch schon wunderbar funktioniert haben (Jaja, ich weiß, es ist nur ein Kommentar. Trotzdem gibt es einen Intendanten der so ne Scheisse gefälligst zu verhindern hat. Wofür bezahlen wir den Wichser denn sonst?). Davon mal abgesehen, dass ich selbst dem Kommentator seine Meinung nicht wirklich abkaufe. Sowas sagt doch nur einer, der a) entweder total doof ist, oder b) von irgendeiner Seite dermaßen Druck bekommt, dass er sich als dumm verkaufen muss. In einem Wort: Ekelhaft.

Und daher hier nun einige tolle Textauszüge von Tante Jay, die das Thema noch etwas fokussierter betrachtet:

Diktaturen brauchen die Medien. Immer. Wenn eine Diktatur, und kommt sie auch in demokratischem Gewand daher, die Menschen ruhigstellen will, geht das nur mit den Medien. Das muss jetzt nicht zwingend Zeitung oder Fernsehen sein. Auch Blogs gehören inzwischen zum festen Bestandteil und ebenso Social Media wie Twitter und Facebook.Derzeit gut zu sehen ist, wie man versucht, aus dem Helden Snowden den Verbrecher Snowden zu machen. Und das geht nur mit Hilfe der Medien[…] 

Edward Snowden hatte die Schicksale von Julian Assange und Brandley Manning vor Augen und er wusste als Insider GENAU was ihn erwartet, wenn er aus dem System ausbricht.Er hat es trotzdem getan. Weil er gesehen hat, an welchem Unrecht er mitarbeitet. Edward Snowden kann es nicht wagen, in die USA zurückzukehren. Ein faires Verfahren erwartet ihn dort nicht. Ebensowenig wie es Julian Assange erwarten würde oder wie Bradley Manning es bekommt (den Verteidigern wird dort explizit untersagt, entlastende Verfassungsbestandteile in der Verteidigung zu benutzen)[…]​ Folgerichtig ist er nach Hongkong und Russland geflüchtet, die natürlich aus dem Wissen Kapital schlagen. Vor allem China merkt man gerade die Genugtuung and – soviel Häme gießen sie gerade über die US-Regierung aus. Und das im übrigen völlig zu Recht. Jahrelang steht die chinesische Regierung mit dem Rücken zur Wand, weil die USA behaupten, dass China sie systematisch ausspioniert und keiner ihnen glaubt, dass es doch eigentlich umgekehrt ist und dann stellt sich raus: Oh, die Chinesen hatten recht. Ups[…] ​

Unsere gebührenfinanzierte ARD hat auch eine großartige Schlagzeile im Angebot: Snowdens fleckiger Heiligenschein. Weil er eben in Hongkong (böses China), Russland (böser Putin) und Ecuador (irgendwas böses südamerikanisches, die  Amerikaner werden schon wissen, warum) um Hilfe gesucht hat. Und an der Stelle bekomme ich echte Angst. Die Nazis mussten die Medien mit Gewalt gleichschalten. Unliebsame Berichterstattung wurde gesetzlich unterdrückt, es gab Gleichschaltungsgesetze. Man *hatte* was in der Hand, man wusste: Da ist ein Gesetz, man kann der Berichterstattung nicht mehr trauen. Und hier? Bei uns? Hier hat eine per Rundfunkstaatsvertrag der Aufklärung verpflichtete öffentlich-rechtliche Anstalt nichts eiligeres zu tun, als im vorauseilenden Gehorsam Edward Snowden als Verbrecher zu brandmarken und dazu alle möglichen Indizien heranzuziehen. Das Abhören wird mit “ist doch Gesetz” gerechtfertigt und alles in allem bleibt die Empörung in den Medien einfach aus […] ​

Wir müssen unsere Medien nicht mehr gleichschalten – sie sind es schon längst und wer das nicht glaubt, glaubt auch, dass Pinguine wichtiger sind als die Berichterstattung über Demonstrationen.​

Passt. Alles. Den ganzen Text findet ihr hier

…abschließend möchte ich festalten: Wer mich verarschen will, der muss – wenn ich dahinter komme – auch das Echo abkönnen. Und ich komme dahinter. Verlasst euch drauf. Und wie laut das Echo dann so ausfällt, das überlege ich mir noch in Ruhe.

In meinem Bunker voller Kotzebröckchen. 

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Arschlöcher in der Schweiz!

Punkt 22 Uhr hat es auf dem Messeplatz geknallt. Die Polizei marschierte in voller Montur und mit Tränengasgewehren im Anschlag auf die feiernde Menge zu. Zielstrebig steuerten die Polizisten das DJ-Pult an, die Musik hörte schlagartig auf. Dann flogen die ersten Gegenstände gegen die Polizei, zurück kam Gummischrot. Wer nicht spurte, wurde grosszügig mit Pfefferspray eingenebelt; was an Mobiliar im Weg stand, gründlich zerdeppert (Tageswoche / Schweiz

(Die Aktion ist zwar schon drei Tage her; das YouTube-Video war mir aber neu)

 Nicht Istanbul, nicht Brasilien, nicht Frankfurt und auch nicht Athen. Nein Basel in der Schweiz. Die Menschen hören Musik, feiern genießen das Leben. Und dann kommt der Staat. Die Macht. Die Cops. Die Archlöcher. Und lösen die Situation auf. Mit Tränengasgewehren, Gummischrot und Pfefferspray. In. Der. Schweiz. Dem neutralen Land. Voller 1%tiger-Geldsäcke. 

Ich sage es mal so. Meine vornehme Zurückhaltung zu all' den staatlich-globalen Eskapaden der letzen Wochen hat einen guten Grund: Ich sammele Kräfte. Und – ob ihr das nun hören wollt oder nicht – : Ihr solltet das auch tun. Wenn Friedrich und Co in knapp 90 Tagen wiedergewählt werden, reicht es mir endgültig; und beim Bloggen wird es dann nicht bleiben. Wer hier ernsthaft noch glaubt, dass dieser Kelch an uns vorbei gehen wird, der möge die CDU wählen und mich anschliessend als lebenslangen Erzfeind anerkennen. 

…und wer mir jetzt mit Ja, aber die Favela-Party war ja illegal kommt, der kann mir auch direkt mal seine postalische Anschrift mit in die Kommentare packen. Dann erklär' ich gern mal persönlich, was illegal eigentlich wirklich bedeutet. 

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10€ vs Tierleben!

Unbenannt

Ich. Muss. Weinen.

Ok, nicht ganz. Aber fast. Ich sage euch gerne warum. Und auch noch, warum der Nihilismus für mich nicht uninteressanter wird. Weil: Menschen! Menschen! Und: Menschen! Ich kann die nicht ab. Oft nicht. Nicht nie nicht, sondern immer öfter nicht. Manchmal wünsche ich mir, ich lebte in einer animistischen Zeit und müsste nichts weiter tun, als Mammuts (oder: Mammute​?) jagen und Kinder machen. Ich wünsche mich in eine Zeit zurück, in der das zentrale Element des Miteinanders ein anderes war, als es das heute ist. 

Heute geht es dem gemeinen westlichen Menschen des Planeten nur nur um eine einzige Sache: Um sich selbst (ich nehme mich da nicht aus!). Und dieses ewige um sich selbst Gedrehe  klappt nur dann für den Einzelnen gut, wenn dieser Einzelne sein höchstes Gut – sich selbst, sein Ego, seine Individualität – auch ja schön füttert, kultiviert und hegt und pflegt. Wie aber geht diese Ego-Pflege denn eigentlich? Na mit teuren Autos. Mit schönen Frauen aus Etage 5. Mit einer edlen Teakholz-Terrasse. Mit Handtaschenraub. Um sich die schönen Pflegemittelchen auch kaufen zu können. Mit Tiermord klappt das aber auch total gut. Habe ich gehört. 

Wenn man Ihnen zehn Euro geben würde, mit der einzigen Bedingung, dass dafür eine gesunde Maus sterben müsste – würden Sie das Geld annehmen? 

Diese Frage stellt der 45-Jährige Armin Falk, Professor am Laboratorium für angewandte Wirtschaftsforschung der Uni Bonn. Und die kumulierten Antworten auf diese Frage – bzw. die Auswertungen der mit 1.000 Menschen durchgeführten Studie –  haben in der Fachwelt eingeschlagen wie ein Sprengkörper (schreibt der Kölner Stadtanzeiger

Denn: Jeder zweite nahm das Geld! …und tötete eine Maus. 

Jeder zweite. Jeder zweite. Jeder zweite.

!!!

Um genau zu sein: Auf sich allein gestellt, nahmen 45 Prozent der Teilnehmer die zehn Euro an und den Tod der Maus in Kauf

Wer jetzt meint, der Eisberg hat ja doch nur 'ne kleine Spitze: Wird die Entscheidung über das Mäuseleben im Kollektiv getroffen – sobald also mehr als nur ein beschissener Mensch über das Leben einer wunderschönen Maus zu entscheiden hatte – entschieden sich sogar drei Viertel der Teilnehmer für die sprichwörtlichen Mäuse – und gegen die Maus. (Nur mal nebenher: Es wurden natürlich keine Mäuse gekillt; den Teilnehmern der Studie wurde aber dennoch erst im Debriefing ​- also nach dem sie die Maus zu Leben oder Tod verurteilten – mitgeteilt, dass doch keine Maus sterben wird).

So. Und was sagt uns das jetzt? Ich mein', bis auf das meine Misanthropie eine wirkliche Berechtigung hat und alle Esos und Umarmer zum Teufel gehen können? Ich weiß es nicht. Vielleicht, dass der Mensch für sich alleine schon ein Arschloch ist, im Kollektiv aber noch einen drauflegt und zum Überarschloch mutiert? Sicher. Auch das, ja. Zusätzlich würde ich sagen – und da bin ich dann wieder beim Nihilismus – alles, was da gerade in der Türkei passiert, alles was Obama uns zu Prism erzählt, alle Aufschreie um die Drohnen-Politik der EU,… alles ist egal. Egal, sinnlos, kurzfristig, affektiert, aufgesetzt und einfach völlig lapidar. Schuldenkrise? Bankenkrise? HIV in Afrika? Ein atomisiertes Israel? Wen juckt das eigentlich noch? Warum regt sich hier eigentlich überhaupt noch irgendwer auf? 

Wenn doch jeder zweite Mensch ein  – unendlich zauberhaftes – Wesen wie eine Maus für nur 10€ in den Tod schicken würde (wenn auch nur in den scheinbaren)? 

Um euch nun nicht so – mit dieser trostlosen Portion an Sinnlosigkeit – in den Tag zu entlassen, möchte ich abschließend noch ein, zwei Sätze anfügen, die erklären sollen, wieso ich trotz dieser Sinnlosigkeit (ich bin fast versucht Traurigkeit zu schreiben) dann doch noch die Energie(n) finde, euch von solchen grauslichen Dingen hier in meinem Blog zu erzählen.

Wie ihr wisst, habe ich mir ja ein Stückchen Grün in der Eifel gekauft. Und ja, das hat genau mit dem Thema (Misantrophie, Lebenserfahrung) zu tun. Mutterboden, Siebenschläfer, Rehkitze und das bunte Vogeltreiben in meinem Hauswald geben mir oftmals (!) mehr, laden mich besser auf,  vermitteln mir die Illusion von Freiheit eindrücklicher, als es das Geschlecht der Menschen je könnte. Traurig aber wahr. Würde da nun der genormte Nutzmensch sagen. Ich sage: Wahr schon, traurig eher nicht. Nicht für mich. Denn: Ich mag Menschen schon. Ab und zu. 3 von 100, alle paar Jahre mal. So in etwa. Und immer wenn ich aus dem Grünen komme, mich wieder unter Menschen begebe, stelle ich fest: Es lohnt sich, diesen Dreien ganz oft zu sagen, dass ich sie liebe. Und achte. Und ehre. Und das ich sehr glücklich bin, dass ich  rein zufällig mit diesen Dreien eine Zeit und einen Planeten teile. Welch' unsagbares Glück! Welches mich oft (!) über Neuigkeiten – wie die der Mäusemörder hier – hinwegsehen lässt; die ganze Sache viel erträglicher macht, mich weitermachen lässt; und das sogar teilweise mit einem Optimismus, vor dem der misanthropische Chris wirklich das Zittern anfängt. 

Das kann ich aber nur (mit Liebe den Menschen begegnen, die es m.E auch verdient haben), wenn ich NICHT darüber nachdenke, dass (statistisch!!!) von den dreien mindestens einer den Zehner auch eingesteckt hätte. Und dieses NICHT-Denken geht für mich immer dann am besten, wenn ich nur mit mir selber denken kann. Teils über Stunden, ab und zu über Tage, gerne aber auch mal über Wochen und Monate.

These: Wenn jeder von euch auch drei solcher wertvollbesonderen Menschen kennt…und denen mal des öfteren sagt, dass Liebe und Leben vor Geld und Tot geht…dann wiederholen wir diese Studie im Jahre 2023 vielleicht einfach noch mal, würde ich sagen.

Vielleicht schreibe ich ja dann auch einen neuen Blogartikel.

Über die Menschen. Und wie sehr ich sie liebe. 

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#stuhlbeinrevolution

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(#stuhlbeinrevolution deshalb, weil: Sowas hat ja wohl jeder)

Vorab: Die Quelle für das was ihr hier unten gleich lesen werdet, ist die folgende Internetadresse: www.bundestag.de

Unbenannt

Den Hinweis auf die App kommt übrigens aus einer dystopischen Zukunftswelt, in der es mehr Knöpfe als Menschen geben wird, die die Knöpfe drücken können. 

 …für den Bestand des Bundes oder der freiheitlich-demokratischen Grundordnung

Herzlichen Glückwunsch dazu, Bürger. Sie sollten weniger Weblogs lesen und des öfteren mal was hübsches anzünden.

Heil Friedrich und einen schönen Ruhetag. 

(Danke f. den Hinweis, Felix)

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