Jun 27 2010

Review: Super Mario Galaxy 2

Chris

(Um dem ganzen anarchistischen Rummgebrabbel in den letzten Tagen mal etwas entgegen zu setzten, ist es jetzt an der Zeit, mich selbst als gnadenlosen und knallharten Kapitalisten zu outen. Die Jungs von gutschein-codes.de haben mir 'nen Mario gesendet, ich hab' mich gefreut, gespielt, und jetzt schreib' ich was drüber. Los geht's.)

Zunächst möchte ich mal einigen Kritikern etwas Wind aus den Segeln nehmen. Was bitte ist das für ein Kritikpunkt, wenn man Nintendo vorwirft, sie hätten ja das erste mal kein wirklich neues Mario erfunden? Das haben die auch nicht angekündigt, war vorher klar, und einen Vergleich was Innovation angeht, braucht Nintendo nun wirklich nicht zu scheuen. Außerdem stimmt es nicht mal: Es gab ein Super Mario Bros 2. Auch wenn das keiner mehr weiß.

Und ja, ich gebe es zu: In den ersten paar Minuten war auch ich nicht davon angetan, ein Spiel zu spielen, welches nur anders aussieht, als die voran gegangene Galaxienreise des fetten Klempners. Beim Intro war ich noch angenehm überrascht: Die übliche Futsch-is-dat-Prinzesschen-Story zieht sich dieses mal nicht ganz so in die Länge. Man erlebt ein kurzweiliges Sternenfestival und weg ist 'se, die Braut vom Pizzajunkie. Dann geht es relativ flott direkt ins Spiel. Was für eingefleischte Nintendo-Langschläfer vielleicht ein Kritikpunkt wäre; für mich allerdings eine Wohltat bedeutete.

Es geht los auf einem Mario-Raumschiff. Ja, ein Raumschiff, in Form von Marios Dickschädel:


Sieht nett aus, fühlt sich auch so an. Eins vorweg: Wirklich fliegen kann man mit dem Mariokopfship nicht. Nur von Galxie zu Galaxie navigieren. Macht aber nix, da mich ein grüner Mario eh ziemlich irritiert, so auf Dauer.

Gameplay

Das Gameplay hat sich – wie nicht anders zu erwarten – so gut wie nicht verändert. Mario hüpft und rennt halt überwiegend wie verrückt durch die Level. Und das ist auch gut so, denn genau dafür wurde Mario gemacht.

Doch dann! Nach einigen, relativ uninspirierten Level…, dann seht ihr es! Das Ei. Das Ei des Yoshi! Hin da. Das ist der erste Gedanke. Und genau das war auch der Moment, an dem ich dieses wunderbare Spiel wirklich in mein Herz schloss. Gesagt werden muss aber auch jenes: Dieses mal hat es länger gedauert, als bei allen anderen Mario-Begegnungen zuvor. Und in den letzten 20 Jahren hatte wir schon das Eine oder Andere Date, der liebe Mario und ich.

Yoshi frisst selbstredend einfach alles auf, was ihm vor die Nase kommt. Die Nase ist in dem Fall die Wii-Remote. Mit der fuchtelt man sich nämlich eigentlich ständig vor der Yoshi-Nase herum. Wenn man denn wirklich alles mitnehmen will, was die Sterne so zu bieten haben. Und wer will das nicht?

Der ersten Bosskampf ist recht easy. Und dann gab es da diesen anderen Boss. Der passte schon vom Look her eigentlich nicht wirklich in das große Mario-Universum (Ihr werdet ihn erkennen, solltet ihr ihm begegnen). Der war mir suspekt. Die Sau hat mich sicher 'ne halbe Stunde gekostet. Und dieser Bossfight ist ein gutes Beispiel für die allgemeine Beurteilung des Schwierigkeitsgrades: Alles ist schaffbar, fast immer ist es fair, und ab und an gibt's 'ne echte Nuss zu knacken. Und das nicht nur mit Gewalt. Ich sage nur "umklappende Bodenklappen". Ich habe Tränen über mich selbst gelacht. Grundsätzlich empfinde ich Super Mario Galaxy 2 als einen kleinen Ticken herausfordernder als den ersten Teil der Reihe. 

Einige neue Power-Ups begegnen einem auch. Wie beispielsweise der Cloud-Mario:


Dazu kommt der Mario-Bohrer und der Felsenmario. Beide möchte ich hier nicht näher erläutern; das empfinde ich als Spoiler. Nur soviel: Laune machen auch diese beiden Power-Ups, sogar mehr als auf Wolken zu walken. Der Bienen-Mario und alle anderen bekannten Marios aus Teil 1 sind auch wieder mit dabei. Und soviel darf ich verraten: Yoshi ist stellenweise auch 'ne echte Verwandlungsrakete!

Grafik

Die Grafikdarstellung hat sich kaum verändert. Bunt. Quietschbunt. Und machmal auch schon fast zu bunt. Jedoch immer mit Mariowiedererkennungswert. Die Animationen passen zu den Nintendo-Charakteren und  fügen sich nahtlos in die Galaxie ein. Und, ja: Es ist die Wii. Ja, wir haben alle die 720p-Videos gesehen und wissen wie schick Mario in HD aussehen würde. Und nochmal ja: Es stört und nicht im geringsten, dass wir auf diese Bildqualität noch ein wenig warten müssen. Der Fairness halber muss ich aber auch auf minimale, kaum auftretende, Clipping-Fehler hinweisen. Diese bemerkt man aber auch nur, wenn man sie bemerken möchte. Kurzum: Mehr ist aus der Wii nicht rauszuhohlen. 

Sound

Top! Orchestrale Musik, mal dramatisch, dann wieder zum kuscheln. Passende Soundeffekte für sämtliche Nintendotiere denen man über den Weg läuft sind vorhanden. Natürlich ist keine wirkliche Sprachausgabe implementiert; muss ja aber auch nicht, schließlich steht da Nintendo auf dem Game. Allerdings kommen einem die meisten Stücke schon sehr bekannt vor; die gab es nämlich auch in Teil 1 der Galaxienreise bereits zu hören. Schwamm drüber, die Mukke passt halt einfach.

Multiplayer

Der Multiplayer ist jetzt kein wirklich Pluspunkt. Der zweite Spieler kann Mario zwar unterstützen, wirkliches mitspielen ist das aber nicht. Mit der zweiten Wii-Remote sammelt man halt alles ein, was Player One liegen lässt. Einige Gegner kann man auch mittels Sternbeschuss kurzweilig betäuben. Ich empfand den zweiten Player teilweise sogar als störend, diese Funktion reißt also jetzt nicht wirklich die Wertung nach oben. Außerdem sieht der auch ziemlich dämlich aus, der mithelfende Spieler. Ein Luma hat:


Sonst so

Der Packung liegt eine Tutorial-DVD bei. Was natürlich megaviel Sinn macht, da die Wii von Haus aus die Scheibe nicht mal abspielen kann. Weiterhin gibt es noch den Entwickler-Battle-Mode, in dem man sich mit den echten Cracks von Nintendo messen kann. Ein netter Zusatz, der mich persönlich aber noch nie gereizt hat.

Fazit

Spätestens wenn Mario die erste wirkliche Wasserwelt durchquert, dabei auf einem wildgewordenen Schildkrötenpanzer wie ein Wahnsinniger über die Wellen jagt, zwischendurch einen wirklich stimmungsvollen Tauchgang absolviert, einem die Soundeffekte nur so in die Ohren jagen, die optische Darstellung dafür sorgt, dass man förmlich in das Level hinein gesaugt wird, …spätestens dann wird einem klar, dass man es hier mal wieder mit einem ganz besonderen Stück Spielesoftware zu tun hat. Klar, einige Stellen sind fast schon zu kniffelig; an der Grafikengine wurde kein Finger gerührt, und dieses Mariospiel ist in der Tat eigentlich nur ein Vollpreis Spin-Off des ersten Teils. Trotzdem: Nintendo hat das Jum'n'Run-Genre geprägt, wie kein anderer Spieleentwickler. Genau das merkt man auch an diesem mit Liebe inszenierten Spiel.

Mario ist Jump'n'Run.Und besser geht es fast gar nicht. Daher:

 

95%

 

Wer eine zweite Meinung einholen möchte, dem lege ich mit gutem Gewissen das tolle Review von David drüben bei zockworkorange.com ans Herz. 


Jun 25 2010

Marc Paeps

Chris


Wie ihr vielleicht bemerkt habt, bin ich ja eher so der Artwork/Illustrationen-Typ. Ab und an haue ich dann auch mal wirkliche Fotokunst hier rein. Ich denke, das passiert so etwa im Verhältnis 1:10.

Und wenn ich dann mal einen Fotokünstler präsentiere, muss der mich schon ziemlich umhauen, um sich hier im Raumschiff einen Ehrenplatz zu ergattern.

Marc Papes und seine Bilder schaffen genau das: Beim Betrachten haut's mich aus den Socken. Ich liebe einfach Bilder, die Geschichten erzählen. Hier: Von ihren Beutezügen quer durch die Galaxis hat sich dieses humanoide weibliches Wesen eine Alienschabe mitgebracht. Der arme Schabenmann wird nun zum Boy-Toy; und so leidend wie Herr Schabe dreinguckt, kann man auch schon mal Mitleid mit ihm haben.


Jun 24 2010

Four Tet – Angel Echoes

Chris

Irgendwie doch ganz höhrbar, die There Is Love in You- Platte von Four Tet.


Jun 24 2010

Bilderrätsel oder Desktopwallpaper?

Chris

?


Jun 24 2010

Justin, der alte Satellitenreparaturroboter

Chris

Deutschland. Das Land der Dichter und Satellitenreparaturroboter. Am DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) backen die jetzt auch nicht gerade die kleinsten Roboterbrötchen. Und da ein Satellitenreparaturroboter eh schon mit seiner Typbezeichnung genug gepeinigt ist, haben die sich wohl gedacht:  Nennen wir ihn Justin Wir könnten den ja auch mal so richtig schick aussehen lassen. Gesagt, getan.

In ferner Zukunft soll dann dieser Kollege für uns unsere Star Wars- Satelliten reparieren. Neben den Robotermüllraumschiffen, is' klar. Und damit wir von dem ganzen Spektakel auch noch was haben, können wir die Blechsklaven mit einer haptischen Steuerung bedienen.

Und, Haptik, da steh' ich ja eh drauf.


Jun 23 2010

Phoenix. Morgen. In Köln. Und im Web.

Chris

Eiderdaus. Manchmal kann man mit so 'nem Newsletter-Abo ja echt was anfangen:

Phoenix sind derzeit Frankreichs erfolgreichster Export in Sachen Indie. Am morgigen Donnerstag spielen die Grammy-Gewinner ein Konzert auf dem Parkdeck der Köln Messe. Registrieren Sie sich jetzt und seien Sie ab 21:00 Uhr exklusiv mit dem Online Live Stream auf eventim.de dabei!

Ich bin dabei. Auf dem Parkdeck oder Online. Mal sehen wie das Wetter wird.


Jun 22 2010

Mega!

Chris


Weitere megagute 8-bit GIFs gibt's in der devArt-Galerie von cezkid zu sehen.

Ich liebe sie alle.


Jun 22 2010

Der Anarchist hat da mal ‘ne Frage!

Chris


Weiter geht's, sach' ich ja. Eine weitere äußerst interessante Informationsquelle ist die Website gonzotimes.com. Die hat zum Beispiel diese Subline hier: Politicians Are Decadent And Depraved. So geht das. (Und das schicke Bild oben gab's da auch. Nur damit man weiß, in welcher Mannschaft man spielt.)

Leser haben die auch. Einer heißt Aidan und hat da mal 'ne Frage:

Im an anarchist…

I’ve just recently realized how wrong I was about things though…

I thought that when Obama came into office, real democracy would come into order…
Now i’m not so sure..
I can’t trust politicians, I can’t trust are hypocritical, bull!@#$ laws, and definitely cannot trust the police.

God, are country is one of ignorance… I’m personally, for liberalism, I think right now were STARTING to become a more liberal country….
Its good, but were still !@#$’ed at the moment… I personally don’t follow their laws, I follow mine, it just so happens that many of my rules agree with theirs. Basic one’s, like don’t kill, don’t steal, etc. but some don’t. I disagree with the illegalization of drugs highly, to the point were I would do them just to show my rebellion. Though Addiction would be something I would stay away from as hard as i could….

But I have a question… How exactly would a country with no laws work? It wouldn’t even be a country right? Im a little confused with this, could you shed some light?

Und Punk Johnny Cash von gonzotimes.com hat natürlich auch eine Antwort am Start. Die lest ihr gleich; hier nur mal ein kleiner Auszug:

The one thing I want to leave you with is that Anarchism is not what many paint or perceive it to be. It is not Utopia and it is not Chaos. It is structuring society in a civilized manner free of force and coercion under voluntary means. Never avoid the problems that exist, even if the government has claimed to be the only solution, embrace them and confront those problems head on without the initiation of aggression for that is the way of the state