Monthly Archives: Oktober 2011

Cyberpunk-Webcomic: Renaissance


Wisst ihr eigentlich, dass 2011 das wahrscheinlich cyberpunkigste Jahr seit 1984 (oder so) ist? Wisst ihr, dass ich in diesem Jahr so wenig Cyberpunk-Content rausgeschleudert habe, wie noch nie? Und wisst ihr jetzt auch noch, woran das liegen mag? Nein? Ich schon: Bei den ganzen Revolutionen, Hackerattacken und Augmented-Reality-3D-Smartphones kriege ich den Mund vor Lauter (entsetztem?) Staunen nicht mehr zu. Zum Thema 2011-Year of Cyberpunk tippe ich in Kürze sicher noch mal was extra zusammen.

Solange muss euch folgende Information erstmal reichen: Vor einigen Tagen wurden die finalen (Web-)Seiten des Cyberpunk-Webcomics Renaissance hochgeladen. Somit ist das Comic-Werk von David Coacci  nun also komplett. Obwohl ich noch nie Fan der Kombination Cyberpunk und Magie war, sind mir die elfischen Ohren von Nyoko – eine der Hauptprotagonistinnen – sehr ans Herz gewachsen. Überhaupt sind die Charkatere echt nett ausgearbeitet. An den Look muss man sich zunächst etwas gewöhnen, dafür geht das Setting runter wie elektrisches Öl. 

Das Comic hat übrigens nichts mit dem gleichnamigen Film (Ansehbefehl!) oder dem dazugehörigen Comic zu tun.

Schaut aber trotzdem mal rein, es lohnt sich! 

We are the 99%!


Die Jungs und Mädels, die die Anti-Wallstreet-Bewegung gestartet haben, nennen sich in Anlehnung an die zu gleichen Teilen fiese – wie hierarchische-, Kapitalverteilung in den USA 'The 99%' (1% hat's ganz ganz dicke, die anderen 99% werden verarscht und müssen bald ihre Kinder verkaufen). Die 99% sind mittlerweile zu einem globalen Symbol geworden; gegen Diktatur-Kapitalismus, für mehr Humanity. So zumindest meine Interpretation.

Ich finde so langsam aber sicher Gefallen an der Sache (Zum Thema: Warum ich dieses Jahr mal etwas ruhiger bin als sonst, tippe ich in Ruhe noch mal was zusammen.) Jedenfalls listet das Tumblr-Blog We Are The 99 percent jede Menge 99%tige Leute auf, die ihre Sorgen, Nöte – aber eben auch ihr Forderungen – vortragen. Mit Foto und Text und allem. 

Find' ich gut!

Ich denke, ich werde Samstag auf die Straße gehen, um meine Unmut an Häuserwände zu malen mal schick auszuführen. 

Kurzfilm zu Wallstreetbesetzung: Right Here All Over

Der liebe Max – mit dem ich heute ein eventuelles Blind-Date habe – fragt mich gestern via Mail, ob ich denn am 15.10 auch nach D'Dorf fahre, um die dort ansässige Wallstreet / das Landesparlament mitzubesetzten. Ehrlich: Ich weiß es nicht. So sehr mich die Bewegung auch fasziniert, mir erscheint sie etwas substanzlos. Und planlos. Ich zitiere mal eben die Infopage für die Aktion hier im Land:

Wir empören uns:

  • über Armut
  • Welthunger
  • diskriminierung jeglicher art
  • Vertreibungen von Menschen aus ihrem zu Hause
  • ein ungrechtes Wirtschaftssystem
  • Massenarbeitslosigkeit
  • Schulden

Wir sind für:

  • Eine bessere lebenswertere Welt für ALLE
  • Mitbestimmungsrecht in politischen/gesellschaftlichen/wirtschaftlichen Fragen
  • Freiheit
  • Das Individuum
  • Nachhaltigkeit
  • Das Recht sich zu Empören!
  • Das Recht auf Selbstbestimmung

Zitat Ende.

So. Da kann ich auch mit den Grünen 'ne Runde Boot fahren oder den Piraten beim Stottern zusehen. Nicht falsch verstehen; mir sind die edlen Ziele durchaus sympathisch; nur fehlt mir eindeutig das wie und was wenn. Mir fehlt die Substanz. Für mich klingt das alles nach: Guckt, was die im nahen und fernen Osten so machen. Guckt, die Griechen. Und die Spanier. Das können wir auch! Nur können wir das nicht. Wir – die in Wohlstands-Zuckerwatte eingehüllt sind-, die wir lieber erstmal schauen müssen, wo wir unsere Smartphones aufladen und ja auch gucken müssen, dass wir bei unserer Möchtegern-Revolution auch richtig hip aussehen.

Vielleicht sehe ich das aber auch alles viel zu kritisch. Vielleicht sollte ich hingehen. Vielleicht bringt es ja was. Vielleicht, vielleicht,  vielleicht. 

Ich bin müde.

Update: Im Avaaz-Newsletter steht: Dieses Jahr könnte das 1968 unseres Jahrhunderts werden. Heidernei. Das habe ich auch schon gedacht! Es passiert was, es tut sich was. Expect us! 

Wallstreet go home

Ich bin klarer Sympathisant der Aktion Wir ficken global die Wallstreet kaputt. Nur sagt das ja wieder keiner, dass das wirklich so heißt. Und von Konsequenzen, die folgen, wenn nicht genug kaputtgefickt wird, lese ich auch viel zu  wenig. Ich bin jedenfalls mal richtig sauer, wenn's alles nix bringt. Außerdem hätten die ruhig bis zum 5. November warten können. Naja. 

Tarik Keskin aka Siamon89




Ah. Ein Kracher nach dem anderen, den Tarik Keskin da raushaut. Wann klebe ich auch schon mal drei Bilder hintereinander hier ein? – Eben! Ich tu' das, weil ich mir die ganze Zeit versuche vorzustellen, wie es denn so wäre, – so in der Zukunft -, wenn man dann tatsächlich den allergrößten Teil seines Lebens in einer solchen Umgebung verbringt; sich in solchen Räumlichkeiten aufhält. Ich würde es hassen. Weil es so schön aussieht. Aber ich kann auch ein Designhotel (#wtf #marketingfaxen) ebensogut ab, wie meinen Holztisch aus Bali und den Küchenschrank meiner Oma. Der ist aus den 20ern und ein Prachtstück. Wenn ich aber sowas sehe, bekomme ich kurze und heftige Anflüge von Zukunftssehnsucht

Bäume. Die würden mir fehlen. Und kein Dach über'm Kopf.

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