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Die ‚junge Welt‘ über den Transhumanismus

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Bis auf den letzten Satz – der angeklebt und pseudo-kritisch wirkt – , mag ich den Artikel der jungen Welt über den Transhumanismus ganz gern. Für mich nicht viel neues, er hat einige Zitate an Bord, die ich hier rezitieren möchte, weil sie meiner Gedankenwelt zu dieser komplexen Thematik sehr nahe kommen. Grundsätzlich ist der Artikel eine Art Bestandaufnahme der aktuellen transhumanistischen Persönlichkeiten. Kurzweil wird natürlich wieder inflationär erwähnt; was mich langsam nervt, als gäbe es nur noch diesen einen Propheten. Propheten sage ich ganz bewusst, weil im Artikel auch Kritiker erwähnt werden, denen dieses religiöse Vorgetrage der üblichen US-Verdächtigen genau so auf den Keks geht, wie mir. 

Themen wie Hive Mind aber auch das (ultraspannende!) Grey goo-Szenario werden erwähnt und in Ansätzen sogar erklärt. Für Neueinsteiger recht harter Tobak. Ich lege einfach mal los.

Moravec – den ich sehr mag – wird so zitiert:

Ich sehe diese Maschinen als unsere Nachkommen. Im Augenblick glaubt man das kaum, weil sie eben nur so intelligent sind wie Insekten. Aber mit der Zeit werden wir das große Potential erkennen, das in ihnen steckt. Und wir werden unsere neuen Roboterkinder gern haben, denn sie werden angenehmer sein als Menschen. Man muß ja nicht all die negativen menschlichen Eigenschaften, die es seit der Steinzeit gibt, in diese Maschinen einbauen. Damals waren diese Eigenschaften für den Menschen wichtig. Aggressionen etwa brauchte er, um zu überleben. Heute, in unseren großen zivilisierten Gesellschaften machen diese Instinkte keinen Sinn mehr. Diese Dinge kann man einfach weglassen – genauso wie den Wesenszug der Menschen, daß sie ihr Leben auf Kosten anderer sichern wollen. Ein Roboter hat das alles nicht. Er ist ein reines Geschöpf unserer Kultur und sein Erfolg hängt davon ab, wie diese Kultur sich weiterentwickelt. Er wird sich also sehr viel besser eingliedern als viele Menschen das tun. Wir werden sie also mögen und wir werden uns mit ihnen identifizieren. Wir werden sie als Kinder annehmen – als Kinder, die nicht durch unsere Gene geprägt sind, sondern die wir mit unseren Händen und mit unserem Geist gebaut haben.

Ich kann nur mit dem Kopf nicken und habe nichts hinzuzufügen. Echt nicht. Diesmal nicht. Und, ey, Mist, auch ich komme dann doch nie am Kurzweil vorbei. Weil er so klug ist und Dinge sagt, wie diese hier (Grey goo): 

Wenn wir die gesamte Materie und Energie des Weltalls mit unserer Intelligenz gesättigt haben, wird das Universum erwachen, bewusst werden – und über fantastische Intelligenz verfügen. Das kommt, denke ich, Gott schon ziemlich nahe.

Und daraus zieht der Autor des Artikels (Thomas Wagner) diese Information: 

Spätestens mit diesen Äußerungen wird klar, wobei es sich bei dem vermeintlich auf rein wissenschaftlicher Erkenntnis fußenden Idee der Singularität in Wirklichkeit handelt: um die Leitidee einer neuartigen religiösen Bewegung.

Ich nicke halb mit dem Kopf. Ich sehe und kenne und lese europäische Transhumanisten, die sind da längst nicht so mit dem Kreuz hinterher, wie die Amerikaner. Bestes Beispiel: Nick Bostrom.

Was aber sicher stimmt, dass ist das hier: 

Den meisten Außenstehenden ist entgangen, dass der Aufstieg der netzbasierten Monopole und ihre derzeitige Machtposition mit einer neuen Form der Religion zusammenfällt, die auf dem Streben nach Unsterblichkeit basiert.

Das sind nämlich keine Verrückten da in Amerika an den verschiedensten Einrichtungen (auch die werden im Artikel fast alle genannt, also die Einrichtungen, nicht die Nicht-Verrückten. Wobei: Die auch. Ein paar davon), sondern die Bosse von PayPal, und Google, und General Electric, Leute aus dem Pentagon, der Raumfahrt, allesamt exponentiell klüger als ich es in vier Leben je sein könnte werde. Da bildet sich 'ne neuen Macht-Elite heraus, die uns alle noch mal das Fürchten lehren wird. Wenn wir nicht aufpassen. Oder noch schnell einige gutartige Roboter-Kumpel bauen. 

Der Begriff Singularians fällt dann auch. Der war mir neu. Nehm ich'. 

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Raphaël Enthoven & Jean-Michel Besnier: Cyborgs

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Fruchtwasser-Cyborgs? Mag ich. 

…ab Minute 5 geht es um Augen. Kybernetische, menschliche, tierische. Ein exemplarisches Beispiel dafür das Nietzsche – wenn er vom Übermenschen sprach – , diesen eigentlich gar nicht meinte, sondern, so wie ich ihn deute, eigentlich immerzu vom Übergangsmenschen philosophierte. Mir geht es ähnlich wie den Herren im Video: Der Affe macht mich fast so sehr an, wie der Cyborg-Arnie. Der Mensch ist eher so semi-spannend. Warum? Na weil wir nicht fertig sind. – Und manchmal viel zu sehr. 

Fangt ja nicht an den Begriff Kybernetik begreifen zu wollen. Philosophisch habe ich den nie kapiert und eine echte Begrifflichkeit ist der eigentlich in keiner Disziplin. Außer bei Lem (Stanisław). Wenn der davon spricht, weiß ich immer was er meint. Planetare Kartoffelmonster mit kybernetischen Extremitäten. Sollte man gelesen haben. Ich schweife ab. Wie schön. 

Hier noch der Teaser zum Video: 

Kann man mit Hilfe der Robotik den menschlichen Körper "verbessern", und lassen sich Lebewesen zu Mechanismen verwandeln? Vielleicht ist ein Roboter – genau wie der menschliche Organismus – letztlich mehr als nur eine komplexe Maschine? Raphaël Enthoven spricht mit seinem Gast Jean-Michel Besnier, der als Professor für Philosophie an der Sorbonne lehrt.

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Must see: We Will Live Again

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Zitat aus dem Film:

I'm not talking about the living forever. I'm talking about waking up tomorrow. 

Aus der Beschreibung:

WE WILL LIVE AGAIN looks inside the unusual and extraordinary operations of the Cryonics Institute. The film follows Ben Best and Andy Zawacki, the caretakers of 99 deceased human bodies stored at below freezing temperatures in cryopreservation. The Institute and Cryonics Movement were founded by Robert Ettinger who, in his nineties and long retired from running the facility, still self-publishes books on cryonics, awaiting the end of his life and eagerly anticipating the next.

Ein extrem wichtiges Video. Das einzige was ich an dem Film wirklich creepy nennen würde… die grüne (?) Couch da bei Minute 04:30. Die macht mir Angst. Wo kommt die her? Wo geht die hin? Und sehen wir eigentlich alle genau die gleiche abscheuliche grüne Farbe? – Alles relativ. Genau wie die Idee vom Tod oder dem Streben nach Lebensverlängerung. Für mich ist Kryonik nichts anderes als eine weitere Option aus dem heilbringenden Portfolio des Rettungssanitäters der Zukunft. Es gibt keinen moralisch- / ethischen Unterschied zur Wiederbelebung. Die heute hunderte Male auf diesem Planten angewendet wird. – Was fasele ich. Hier hab' ich genug gefaselt: doktorsblog.de/tag/kryonik. Es geht übrigens noch professioneller als oben im Video. Alcor macht auf mich den lebhafteren Eindruck. Die Berater bei denen haben wohl auch Kontakte zu deutschen Krankenversicherungen.

…habt ihr den Pet-Container gesehen? Frozen-Kitty. Geiler Scheiss. 

Ich schließe für mich nicht aus in Zukunft eins der vielen Kryonik-Angebote näher zu beäugen. Wenn ich vorher auf einem Friedwald als Baumnahrungsergänzungsmittel dienen darf, passt das aber genau so gut. 

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MUST SEE: Philosoph und Transhumanist Nick Bostrom im Gespräch

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Wenn ich mir EINE Sache von meinen (Stamm-) Lesern zu Weihnachten wünschen dürfte, dann würde ich diesen Wunsch äußern: 

Bitte, Bitte, Bitte gucket euch ALLE mal das Video an: Die Zukunft des Menschen – SRF Schwerpunkt: Roboter wie wir. Philosoph, Forscher und Transhumanist Nick Bostrom (ich hatte nie zuvor von ihm gehört oder gelesen stimmt gar nicht, hier war er dabei, danke Annelie) sagt in diesem Gespräch zum Thema Transhumanismus ALL' DIESE DINGE; die ich IMMER WIEDER hier verblogge, mit denen ich meinen Mitmenschen wahrscheinlich schob so richtig schön auf den Keks gehe. Ich würde beinahe 95% von dem unterschreiben, was er da von sich gibt. Der ist eben ein Vertreter des gemäßigten Flügels der transhumanistischen Bewegung / Philosophie. Zu dem ich mich auch zähle. Es ist einfach ein Hochgenuss zu sehen, bzw. zu hören, wie er klug und bedacht – doch aber mit der vollen Breitseite – gegen die u.s-amerikanischen Transhumanisten schießt, ganz klar den Kurzweil in die Seile schickt, sich überlegt zu all' den schwierigen Themen äußert. 

Für mich ganz klar der Transhumanist des Jahres; als auch das wichtigste Interview zum Thema, welches ich dieses Jahr gesehen habe!

Die einzige Kritik (die aber wohlmöglich auf Unwissen basiert), die ich anbringen kann, ist die an seiner These des biologischen Enhancements: Der Körper würde ebenso schnell transzendent werden, zu einer ähnlichen Intelligenz-Morphologie im Stande sein, wie die Halbleiter, wie die künstliche Intelligenz(en). Das glaube ich nicht. Er geht aber auch von gen-gezüchteten Menschen aus, die erst noch geboren werden, und dann Jahrzehnte dazu benötigen, ihr komplexes Potential zu entfalten. Na, mal sehen. Ich fänd' ja beides geil: Ab 2030 mit Flügeln herumlaufen/fliegen, und dann noch mal zehn Jahre warten, bis es ab ins Cyberspace geht. Komm' ich mit klar.

Noch EINE Sache bevor ihr loslegt: Kann es sein, dass ich (und ihr evtl. auch) bei Wortgebungen wie World Domination oder Züchten, oder bessere Menschen nur – und zwar einzig aus dem Grunde – zusammenzuckt, weil wir als Deutsche so ne völlig verkackte Vergangenheit haben? Denn: Das Wesen des Menschen…das Streben aller vorherigen menschlichen Generationen nach Glück, Gesundheit und einer möglichst langen Lebensspanne ist nicht neu, und schon gar nicht moralisch- oder ethisch verwerflich. Es IST eben so. 

Ich mag den Herrn – und das was er da sagt –  so sehr. Das wird mein neues Erklärbär-Vorzeige-Video bei/zu allen philosophischen, ethischen und moralischen Fragen, die die (transhumanistische)Zukunft so mit sich bringt. Und DAS die Fragen kommen werden, steht außer Frage. Ergo: Befasst man sich schon jetzt mit spannenden Themen wie Hirn-Chips, Seelen-Uploads oder den Grundsätzen der Roboterethik, wird der Schock in (naher) Zukunft vielleicht nicht ganz so groß. Schlimm. Dings. – GUCKEN, echt jetzt! 

Besonderer Dank geht an Cyborg-Alex, die mich auf das Video gestoßen hat. Danke, so wertvoll! 

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TV-Tipp: EMPIRE ME – Der Staat bin ich!

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Heute, 0:00 Uhr, Arte: 

Die Existenz als Gegenwelt bedeutet heute ein Leben als potenzierte Ich-AG, fordert hochklassiges soziopolitisches Kulturmanagement, weltweite Vernetzung, wirtschaftliche Nachhaltigkeit, dezentrale Bündnisse. Und vor allem verlangt sie das ständige Austricksen der etablierten Machtsysteme und Autoritäten, mit denen man sich in permanentem Kriegszustand befindet. Was bei diesen Gegenwelten auf den ersten Blick bunt, charmant oder skurril wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als sympathisch exzentrische Kampfansage von gewöhnlichen Menschen, die sich von der neoliberalen Weltordnung in die Enge gedrängt fühlen. Mit ihren realpolitischen Schildbürgertaten eröffnen sie dabei Wege, sich nicht als ohnmächtiges kleines Rädchen der Post-Demokratie zu fühlen. Ganz nach dem Motto: Wenn dir deine Welt nicht passt, bau dir deine eigene!

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Uncanny Valley? Quatsch!

Unbenannt

Das hier oben ist Creepy Girl. Wer die noch nicht ausprobiert hat, kann das hier nachholen.

Und? Creepy? Für mich nicht. Ich bin aber auch Transhumanist, verliebt in Roboter und freue mich auf all' die bunten Blechbüchsen, die mir in Zukunft mein Leben meine lästigen Arbeiten abnehmen. Bei manchen Menschen könnte diese Simulation ein beklemmendes Gefühl hervorrufen. Keine Panik, ist ganz natürlich, sagt die Wissenschaft bisher, nennt sich Uncanny Valley und ich habe dazu hier mal was aufgeschrieben. Allerdings gibt es da nun diesen Artikel drüben bei BBC-Future. Der mich jetzt – nachdem ich ihn zweimal gelesen habe – so dasitzen lässt: 

Wen wir nun also humanoide Roboter scheisse finden, dann müssten wir auch alle behinderte Menschen scheisse finden. Es ist der selbe evolutionäre Schutzeffekt in unserem Hirn, der uns sagt: Da stimmt doch was nicht! Und, ja, es ist deshalb ein Schutzeffekt, weil: Klar, der hinkt, der is' krank, ich will weg, ich steck' mich an. Ich spreche von evolutionär, weil ich glaube, dass wir Menschen diesen evolutionären Stolperstein durch sowas naives wie Sprache, Moral und Ethik und so größtenteils überwunden haben. Was ja 'ne wundervolle Sache ist.

Oder? 

Denkt man das mal zu Ende, kommt man unweigerlich zu dem Schluss: Wenn wir in der Zukunft den Planeten mit Robotern / Robotermenschen teilen müssen dürfen, dann ist es jetzt an der Zeit, die Dinger total hübsch zu finden. Das eigene Gehirn ist auch nur die Hardware; ich hab' schon längst keine Angst mehr vor denen. DIE, das sind WIR. Und genau darin liegt der Schlüssel. Alles fließt, alles verändert sich, wie dämlich wär's denn, wenn wir heute noch Fell auf dem Rücken hätten und Anführer bräuchten?

Meine These: Es gibt kein Uncanny Valley! … und wenn der Begriff eine Gültigkeit beinhalten soll, dann nur eine temporäre, höchstens. 

Mein Staubsauger-Roboter hat einen Namen.

Mein Auto nicht.

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‚Sorry, Ray‘! Oder: Ein Lanzenbruch für die Philosophie des Transhumanismus

Kurzweil

Wie langjährige Leser dieses Weblogs mitbekommen haben könnten, pflege ich meine ambivalente Hassliebe zu Herrn Ray Kurzweil  in unregelmäßigen Abständen in Form von despektierlichen Blogartikeln. Gerade in letzter Zeit habe ich a) mit meiner Lieblingsfreundin und Nachbarin als auch b) mit zwei neuen Menschen in meinem (Online-)Leben das Themenfeld Transhumanismus mal wieder neu beackert.

Neu beackert, ausgeleuchtet und als nach wie vor ultraspannend deklariert. Bei all' den bösartigen und humorbefreiten Artikel zu dem Thema ist es nun für mich (mal kurz) an der Zeit, auch die Ernsthaftigkeit dieser Philosophie anzuerkennen (Ja, ich deklariere den Transhumanismus als philosophische Denkrichtung; alles andere halte ich – mittlerweile – für überzogen). Ich möchte also nun – frei von jeglicher Satire – mal 'ne Lanze für den Transhumanismus – als auch für eine seiner Lichtgestalten – brechen: Für den Ray nämlich. ​

Oft wird man ja mit großen Augen beäugt, wenn man von der Möglichkeit der Unsterblichkeit spricht , über Kryonik und Cyborgs philosophiert oder über Biohacking am eigenen Penis Körper referiert. Um all' diesen Ungläubigen Skeptikern mal eine These entgegenzuwerfen, dachte ich, ich könnte ja mal mit dem Stilmittel des Vergleiches aufschlagen. 

So gut wie alle großen Vordenker, Revolutionäre und Helden der Geschichte wurden (zu Lebzeiten) für wahnsinnig erklärt. Weil sie mit ihren Ideen, Thesen und Forschungsarbeiten das bis dato vorherrschende Weltbild nicht nur in Frage stellten, sondern – wie Thor mit seinem Hammer -, in Tausende kleine Einzelteile zertrümmerten. Immer flankiert von einem Tabubruch, wie wir ihn uns heute kaum noch vorstellen können.

Können wir nicht? Doch! Können wir. Denn: Wir haben auch in der heutigen Zeit einen Kopernikus, einen Darwin, den wir für verrückt erklären können. Wenn wir das denn wollen. Sein Name ist Ray Kurzweil und er verneint den Tot.

Eigentlich fallen mir persönlich nur zwei Schwergewicht der Geschichte ein, die ein ähnliches Weltbild-Gewitter auslösten, wie es Ray Kurzweil schafft. Bzw. vielleicht schaffen könnte. Die beiden eben erwähnten nähmlich: Darwin und Kopernikus. Im Gegensatz zu diesen beiden droht Kurzweil allerdings immernoch die evolutionären Senke, in der er verschwinden wird, sollte er sein Ziel des ewigen Lebens nicht erreichen können. Dann wär' der nämlich neben den großen der Großen nur 'ne kleine billige Fußnote; und sonst gar nichts. Andererseits kann ich mir keine optimalere Besetzung an der Kampf-Gegen-den-Tod-Front vorstellen, als Herrn Kurzweil (Erfinder des Scanners, des Synthesizers, und des ersten Lesegerätes für Blinde). Daher hier nun also meine tabellarisch-gebrochene Lanze für die transhumanistischen Visionen Ideen des Herrn Kurzweil:

  • Kopernikus († 1543) -> Zersplatterte wie ein Sternenzerstörer das katholisch-geozentrische Weltbild des Ptolemäus mit der Idee, dass unsere Erde bei weitem nicht das Zentrum des Universums sei. Seine Idee schlug ein wie eine Bombe, wurde bis heute stetig erweitert. Auch wenn sie sich aus heutiger Sicht als zu kurz gedacht darstellt, spüren wir das Nachbeben dieser Erkenntnis bis heute.
  • Darwin († 1882) -> Trat viele Ideen und Ansätze aus den Bereichen Theologie, Philosophie und Soziologie mit seiner These der Evolutionstheorie in die Tonne. Freud bezeichnete diese Theorie später als eine der Kränkungen der Eigenliebe der Menschheit. Soviel dazu. 
  • Kurzweil († kein Todesdatum. Auch nicht in der Zukunft) -> Schockt die (unaufgeklärte) Welt derzeit mit Zukunftsphantastereien, die vom ewigen Leben handeln, als auch mit der Idee, längst verstorbene Menschen wieder ins Leben zurückführen zu wollen (seinen Vater)

Was ich damit sagen will: Die Welt als Mittelpunkt des Universums galt als Non plus ultra. Das wir gemeinsame Vorfahren mit dem Gorilla haben, sprengte das Weltverständnis von Millionen Menschen. Beide Ideen und Thesen sind heute aber keine Ideen und Thesen mehr, sondern anerkannte, faktische Wissenschaft (wer das bezweifelt möge beten. Für sich selbst). Was spricht nun also dagegen, Herrn Kurzweil für voll zu nehmen und seine Idee der Unsterblichkeit als eine Option von vielen Möglichkeiten anzuerkennen? Aus meiner Sicht: Nicht soviel. Auch die Flugzeug-Gebrüder Wright wurden anfangs ob ihrer gotteslästerlichen Vision vom Fliegen belächelt. Und behielten recht. Bis heute.

Fazit: Kurzweil ist ein Visionär, Erfinder und Zukunftsmensch, dem ich – nachdem ich alle meine bereits verfassten Artikel zu ihm und seinen Thesen quer gelesen habe – nun doch mit etwas weniger Sarkasmus – dafür mit mehr Objektivismus – entgegentreten möchte. Denn wenn dieser Satz von ihm zutrifft…

The Singularity Is Near: When Humans Transcend Biology

…möchte ich mir nicht nachsagen lassen, dass ich über den Mann, der Gott endgültig – und nicht so Billo-Nietzsche-Like – sterben ließ, gelacht hätte. 

PS: Wer seine Doku Transcendent Man​ noch nie gesehen hat: Hier ist sie. (Warum die YouTube-Videolink-URL die beiden Buchstaben K und I verhältnismäßig oft beinhaltet… frage ich mich jetzt besser nicht. Reiner Zufall. Nehme ich an….) 

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Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi

Neuentdeckung des Monats Juni: Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi. Recht philosophisch, beizeiten. Hier, noch eins:

Neurotisch-krawallphilosophische Sprachkunst. Sagt zumindest die Zeit. Und die muss es ja wissen. 

SO geht also Sprechgesang aus Berlin. Wer hätte das gedacht?​

  • Zum YouTube-Channel in Delphi geht es hier entlang: Klick!
  • …danke für den Hinweis, Frau Strange. Ich bin Fan. 
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