philosophie

‚Intelligenz macht unsterblich‘


Der korrekte Titel der Sendung Sternstunde Philosophie (3Sat, vom 13.06.2010) lautete eigentlich: ‚Künstliche‘ Intelligenz macht unsterblich. Da wir aber schon in Kürze (Mein Tipp: 2031, im Mai) keinen Unterschied mehr zwischen künstlicher und fleischlicher Intelligenz machen werden mach‘ ich schon jetzt oft nicht mehr finde ich meine Artikel-Headline jetzt einfach mal besser, als die von 3Sat. So kann’s gehen.

Zum Thema: Ray Kurzweil (der Verrückte in der Sendung), habe ich in diesem Weblog schon mehrfach erwähnt; er wird für die meisten also kein Unbekannter sein. Für die, die etwas mehr über ihn – und seine wahnwitzigen utopischen Ideen -, erfahren möchten, hier mal eben ein Einstiegssatz in die Kurzweil-Zukunft:

Mensch und Maschine werden verschmelzen, und die künstliche Intelligenz wird das menschliche Denkvermögen überflügeln.

Dann mal los:

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Tote Philosophen im lebendigen Internet


Mir ist gerade keine noch dämlichere Headline eingefallen. Und es stimmt ja auch: Auf der Website dead-philosophers.com geht's nämlich ganz schön lebendig zu. Da streiten sich Charles und Sigmund als hätten die nie was anderes gemacht. Der Hauptteil der Website besteht aus einem wirklich philosophisch-lustigem Webcomic, den man gesehen haben muss. 

…und diese Visitenkarte hier oben ist nur eine von dreien: Die anderen beiden gehören dem Herrn Marx und dem Herrn Plato und sind mindesten genau so todschick.

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Turning Into Gods


Manchmal wünsche ich mir ein klein wenig mehr transhumanistischen Optimismus. Die Drüben haben das – nach meinen Beobachtungen – etwas besser drauf. Da wird nicht gleich von Wahnsinn gesprochen, nur weil man sich für Kyro-Technologien begeistern kann. Es wird einem nicht radikales Denken unterstellt, wenn man angibt, dass einem die übliche Lebenspanne von etwa 75 Jahren etwas zu kurz erscheint.

Das ist Schade und unter rationalen Gesichtspunkten einfach totaler Quatsch. Formuliert man mal anders, zum Beispiel so…

Ich möchte 100 Jahre alt werden. Das allerdings bei geistiger und physischer Gesundheit.

…sieht man nickende Köpfe wohin man auch guckt. Warum also dann nicht auch 500 Jahre lang das bunte Leben genießen? Anmaßend? Für eine Anmaßung braucht es immer auch ein Maß. Und unter Berücksichtigung aller ökologisch/ökonomischen Bedenken kann ich ganz klar sagen: Ich will solange was davon haben, wie es irgendwie geht. Gerne auch mit USB-Connect im Zahnfleisch. Dagegen empfinde ich eine demütige, kriecherische und unterjochte Haltung als anmaßend. Ergo: Jenes Maß gibt es nicht.

Klar, die moralischen Bedenken sind angebracht und wichtig; gerade wenn man solche "Long-Tail Themen" wie Überbevölkerung und/oder Vergreisung (zwangsweise) in die Diskussion mit einfließen lässt.


Ich für meinen Teil halte beispielsweise Ray Kurzweil nicht für einen Wahnsinnigen (ja, ich weiß was ich hier ab und an mal geschrieben habe: War eh alles nur Spaß), sondern für einen sehr engagierten Forscher mit hoch gesteckten Zielen. Den Tod zu besiegen war schon immer ein Wahnsinns Traum des Menschen. Warum also nicht mal ernsthaft darüber nachdenken?

Biotechnologie, Nanotechnologie, Artifizielle Intelligenz. All das passiert heute. Jetzt gerade. In diesem Moment. Wir sollten uns nicht scheuen, dem Tod ein Schnippchen schlagen zu wollen. Denn genau dieser Gedankengang impliziert Evolution. In ihrer pursten und reinsten Form. Und das wir die brauchen, is' ja mal klar.

Nichts währt ewig!

Auch für mich hat dieser Spruch etwas tröstliches. Objektiv und neugierig betrachtet muss man sich aber doch auch mal fragen:

Warum denn eigentlich nicht?

Mit solchen weltbewegenden Themen befasst sich die kommende Dokumentation TURNING INTO GODS. Hier noch eben ein Teaser-Text dazu: 

TURNING INTO GODS is a new feature length documentary exploring mankind's journey to 'play jazz with the universe'.

Universumsjazz. Nice one. Wundervoll auch der Spruch unter dem Trailer:

First we build the tools, then they build us. – Marshall McLuhan

Na denne. Happy Future, zusammen. Hier der Trailer zur Doku:

Ray und Bill in einem Trailer. Auch mal geil.

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Waking Life – Komplett! (Das Leben ist bunt)


Ist das toll, oder was? Waking Life gibt's komplett im Netz. Waking Life? Hatte ich hier erwähnt. Und hier auch. Und hatte ich auch erwähnt, dass ich vermutliche der einzige Nerd auf diesem Planeten bin, der den Film auf deutsch, in guter Qualität und auf einer Scheibe hier rumfliegen hat? Hatte ich erwähnt, dass das 'ne mordsmäßige Arbeit war? (Tonspur und Bild zusammenführen; für den MedienVideomacher von heute sicher kein Problem; für mich war's völliges Neuland. Und ja: Das UK-Original habe ich selbstredend auch.) Hatte ich erwähnt, dass ich jeden Menschen, der diesen Film gut findet, herzlich einlade? Zu was auch immer. Zu allem. Zum Träumen. Zum Noch-Mal-Waking-Life gucken.

Ehrlich, jetzt.

Ich habe mir kürzlich ein Tarantino-Interview angesehen, in dem der Verrückte was von "den besten Filme der letzten zwanzig Jahre" erzählt (Waking Life war nicht dabei). Ich könnte das heute nicht mehr: Ranglisten erstellen. Als ich 16 war, war mein Held Kurt Cobain, mein Lieblingsfilm "Woodstock" und mein Lieblingsbuch irgend' ein Fantasy-Scheiss. Als ich 18 war, waren es die Massiven Töne, der Film "Wildsytle" und das Buch "Odem on the Run". Als ich 20 war, war's wahrscheinlich Cari Lekebusch, 'ne Loveparade-Doku und ein Buch von Howard Marks. Ihr wisst worauf ich hinaus will?

Nicht? Was ich meine ist das hier: Ich kann mir heute – mit jungfräulichen 28 – die Farbe aus der Welt einfach nicht mehr wegdenken. Oder sie ignorieren. Heute liebe ich Cobain, die Massiven und ab und zu sogar noch das Lekebusch. Es ist einfach alles viel zu bunt, um Listen zu machen, zu kategorisieren und zu bewerten. WENN ich aber eine Liste machen MÜSSTE: Waking Life wäre drauf! Ganz weit oben. Gleich neben/hinter/vor… siehste! Da hört's auf! Es geht einfach nicht.

Der Film ist einmalig. So wie Cobain, die Massiven und Adam Beyer. Wie Nietzsche, Disney, Gibson und Dick (der übrigens in Waking Life zitiert wird. Ach, viel mehr als das…).

Was wollt' ich sagen?

Nix.

Großartiger Film. Und so bunt!

Hier noch eine paar Eindrücke; dann der Link zum kompletten Movie.

Der Kapitän

I want freedom, that's what i want!

Zukunftsfachmann

Link zum kompletten Movie bei Google

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Passage!

Passage! Prädikat: Hyperwertvoll! Unbedingt anzocken! Nicht weil die Grafik der neue Crytek-Killer ist. Ist sie nämlich nicht. Nicht weil das Gameplay einfach von der Hand geht. Geht es nämlich nicht. Nicht weil das Storytelling Oscar-verdächtig ist. Ist es nämlich auch nicht. Was Passage aber ist: Einmalig.

Ich hole mal gerade etwas aus. In einem der vielen Bücher des Carlos Castaneda fällt irgendwo irgendein Satz, der irgendwie ungefähr in etwa diese Message übertragen soll: Links bei dir auf der Schulter, da sitzt immer irgendwo dein eigener Tod. Und der lauert; wartet nur darauf; bis er dann endlich zuschlagen kann. Für apokalyptischen Durschnittshumanoiden liegt dann der Schluss nahe, möglichst oft über die rechte Schulter zu schauen. Da wo er nicht sitzt; man könnte ja mal in ein echt voll tiefsinniges Gespräch mit dem Gevatter in schwarz  abrutschen. Und da wir alle unsterblich sind, hört man (zumindest ich) eher selten etwas von solch‘ schwergängigen Themen. Wenn jemand stirbt, dann wird man es schon merken.

Was hat das alles nun mit "Passage" zu tun?

Ich hole noch weiter aus: Die Message des Herrn Castaneda lässt sich sehr gut mit diesem Wiki-Artikel verknüpfen: Memento mori. Ein kleiner Auszug aus dem Artikel:

Der Ausdruck Memento mori stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „Gedenke zu sterben“. Memento mori ist ein Mahnruf, der bereits in der Antike gebräuchlich war. 

weiter:

Hinter einem siegreichen Feldherrn im alten Rom, dem ein Triumphzug gewährt worden war, stand ein Sklave, hielt ihm einen Lorbeerkranz oder die Jupiter-Tempel-Krone über den Kopf und mahnte den Triumphator ununterbrochen mit den Worten:

Memento mori! (Bedenke, dass du sterben musst!)

Memento te hominem esse! (Bedenke, dass du ein Mensch bist!)

Respice post te, hominem te esse memento! (Sieh dich um; denke daran, dass auch du nur ein Mensch bist!)

Und hier schließt sich der Kreis: Der Entwickler, der wundersame Jason Rohrer, sieht sein Spiel als ein (na?) Memento mori-Game. Als vor zwei Jahren ein enger Freund von Jason starb, schrieb er (nach langwierigem Denkprozess, wie ich annehme) das Spiel Passage. Nun hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man spielt das Trip-Spiel sofort, oder aber man liest Jason’s Definition von Passage zuerst, und zockt es dann. Ich empfehle die erste Variante. Anschließend (oder währenddessen) verknüpft man dann sein eigenes Spielerlebnis mit meinen dramatisch hinausgetippten Zeilen oberhalb.

Oder man lässt es und geht kalt duschen. Was weiß ich was.

Viel mehr wollt‘ ich auch gar nich‘ sagen. Nur noch das hier: Wenn man’s spielt, dann in Ruhe! (Auch wegen den grandiosen Musik!)


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Alive!- Zurück aus dem Wald

Tach Welt. Ich bin zurück aus dem Wald. Wie angekündigt, begab ich mich vor einigen Tagen auf die Wanderung durch den schönen Spessart. Gerne würde ich nun einige Zeilen aus meinem Reisetagebuch mit euch teilen. Tu' ich aber nicht. Weil: Da stehen Dinge drin, wie die hier:

Die Leute sitzen im schallisolierten Schnellzug, machen Lärm, krakeelen und stinken in der Gegend rum, als wär's ihr ICE.

oder:

Scheiße, ich fahr' in Urlaub, ihr Idioten!

oder:

Sitzplatznummern scheinen das neue Amen zu sein.

oder:

Der Herr gegenüber isst JA!-Billig-Presswurst, trägt Rolex und sein Parfüm riecht nach Klostein. (Aber nicht wie kölnisch Wasser)

oder:

Der Bordservice schlägt bei Tempo 280 vor, dass ich irgendetwas konsumiere.

oder:

Alles und Jeder braucht 'ne Nummer.

oder:

Es gibt Bio-Eintopf. Für 9,90€!

Und so was macht man ja nicht öffentlich.

Mmmh. Das liest sich so, als wäre kurz vor Beginn der Wanderung mein Misanthrop-Level um einiges angestiegen. Recht so; ist der Ruf erst ruiniert; usw.usf. Nun belasse ich es aber bei diesen Anreise-Bemerkungen und baller einfach mal ein paar Bilder mit schönen Motiven hier rein. Ich bin übrigens den kompletten "Spessart-Weg Nr.1" gelaufen. Es war wunderschön und ich kann die Tour (nicht nur) jedem Menschenhasser wärmstens empfehlen. 

Der See an der Fasanerie bei Aschaffenburg:

Blick von der Teufelskanzel bei Aschaffenburg:

Tierpark bei Haibach. Wir haben uns gut unterhalten:

Das nennen die ernsthaft Bratwurst:

Ein üblicher Platz für's Mittag-machen:

Hier leben Vögel aus der Urzeit:

Ein üblicher Platz für's Nachmittag-machen:

Diverse Donnerbalken zur Auswahl:

Lohr am Main. Ein traumhaftes Städtchen:

 Einheimische Spezialitäten am Wegesrand:

Einheimische Spezialitäten am Wegesrand – Teil Zwei ;)

Ein kryptisches Fazit meiner Reise: Weniger ist nicht immer mehr. Etwas weniger von dem Ganzen "mehr" tut mir aber in Zukunft gut. Und: "Oberflächlichkeit" ist zunächst eine Frage der persönlichen Definition; es gilt Diese zu erkennen; sich mit ihr zu arrangieren und dabei trotzdem gut auszusehen. Verstehen muss das Niemand. Liest sich aber gut, ne?

Ich bin raus. Spazieren. Bis die Tage.

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