Genau diese reißerischen Worte gebrauchte ich gestern schon in einem Tweet. Und warum mache ich dazu jetzt extra noch mal 'nen Artikel auf? Weil sich dieser Satz einfach so unglaublich geil anhört:
This is the first self-replicating species on the planet, whose parent is a computer
Mit anderen Worten: Seit neulich gibt es das erste synthetische Leben auf der Erde. Was das jetzt bedeutet? Lest doch mal das Blog hier, ey.
…ehrlich gesagt habe ich auch nach dem dritten mal ansehen des Videos nicht genau gerafft, wem oder was genau die da jetzt Leben eingehaucht haben. Ist das jetzt der Beginn einer neuen Kreationisten-Ära oder sind es doch nur die Weichteile von Robocop, von denen da die Rede ist? Man weiß es nicht. Aber, Hey: It's Synthetic Life, Dude!
Hier noch eben ein YouTube-Comment, der wohl am Besten erklärt, was genau da los ist:
A better analogy may be that they have completely synthesized a head and placed it on a pre-existing body; AND IT WORKED!
Manchmal wünsche ich mir ein klein wenig mehr transhumanistischen Optimismus. Die Drüben haben das – nach meinen Beobachtungen – etwas besser drauf. Da wird nicht gleich von Wahnsinn gesprochen, nur weil man sich für Kyro-Technologien begeistern kann.Es wird einem nicht radikales Denken unterstellt, wenn man angibt, dass einem die übliche Lebenspanne von etwa 75 Jahren etwas zu kurz erscheint.
Das ist Schade und unter rationalen Gesichtspunkten einfach totaler Quatsch. Formuliert man mal anders, zum Beispiel so…
Ich möchte 100 Jahre alt werden. Das allerdings bei geistiger und physischer Gesundheit.
…sieht man nickende Köpfe wohin man auch guckt. Warum also dann nicht auch 500 Jahre lang das bunte Leben genießen? Anmaßend? Für eine Anmaßung braucht es immer auch ein Maß. Und unter Berücksichtigung aller ökologisch/ökonomischen Bedenken kann ich ganz klar sagen: Ich will solange was davon haben, wie es irgendwie geht. Gerne auch mit USB-Connect im Zahnfleisch. Dagegen empfinde ich eine demütige, kriecherische und unterjochte Haltung als anmaßend. Ergo: Jenes Maß gibt es nicht.
Klar, die moralischen Bedenken sind angebracht und wichtig; gerade wenn man solche "Long-Tail Themen" wie Überbevölkerung und/oder Vergreisung (zwangsweise) in die Diskussion mit einfließen lässt.
Ich für meinen Teil halte beispielsweise Ray Kurzweil nicht für einen Wahnsinnigen (ja, ich weiß was ich hier ab und an mal geschrieben habe: War eh alles nur Spaß), sondern für einen sehr engagierten Forscher mit hoch gesteckten Zielen. Den Tod zu besiegen war schon immer ein Wahnsinns Traum des Menschen. Warum also nicht mal ernsthaft darüber nachdenken?
Biotechnologie, Nanotechnologie, Artifizielle Intelligenz. All das passiert heute. Jetzt gerade. In diesem Moment. Wir sollten uns nicht scheuen, dem Tod ein Schnippchen schlagen zu wollen. Denn genau dieser Gedankengang impliziert Evolution.In ihrer pursten und reinsten Form. Und das wir die brauchen, is' ja mal klar.
Nichts währt ewig!
Auch für mich hat dieser Spruch etwas tröstliches. Objektiv und neugierig betrachtet muss man sich aber doch auch mal fragen:
Warum denn eigentlich nicht?
Mit solchen weltbewegenden Themen befasst sich die kommende Dokumentation TURNING INTO GODS. Hier noch eben ein Teaser-Text dazu:
TURNING INTO GODS is a new feature length documentary exploring mankind's journey to 'play jazz with the universe'.
Universumsjazz. Nice one. Wundervoll auch der Spruch unter dem Trailer:
First we build the tools, then they build us. – Marshall McLuhan
Na denne. Happy Future, zusammen. Hier der Trailer zur Doku:
Um es auf den Punkt zu bringen: Das faszinierendste Video das ich heute sah, das war eins von Google. Die basteln investieren nämlich in eine Precog-App (Google PAM). Also in ein Tool, welches wilde Prognosen für die Zukunft anstellt. Ich glaube eh fest daran, dass Google mir irgendwann eine Zukunft vorhersagt, von der ich bisher eigentlich gar nichts genaues wissen wollte.
Google so:
Möchten sie die Ergebnisse für die Zeit nach ihrer tödlichen Krankheit? Oder doch lieber für jezze? Ach, rauchen 'se doch lieber noch eine!
Die Benutzeroberfläche passt jedenfalls schon mal:
So. Aufgrund der Überschrift und dem wirren Schreibstils des Autors könnte man hier schlussfolgern, es handele sich mal wieder um ein futuristisches Kunstwerk eines durchgeknallten Künstler oder einer Künstlerin. Is' aber gar nicht so.
Okay, Okay, hinter dem Link der gleich kommt, verstecken sich in der Tat etliche aufregende Konzeptzeichnungen, ich geb's ja zu. Passend zu diesen Zeichnungen finden sich aber auch einige konzeptionelle Ideen, wie und warum man so ein Dingen bauen sollte könnte:
Physalia is a vessel, 100% self sufficient in energy, whose bionic structure is inspired from the pneumatophorous called also “Physalia physalis”, from Greek physalis that means “water bubble”. It is a sum-up of the nature and the biotechnologies dedicated to navigate on the main extra-European rivers between Danube and Volga, between Rhine and Guadalquivir, or also between Euphrate and Tiger. It is a poetic invitation to travel, a sensory experience for the transdisciplinary research, geopolitical debates, popular pedagogy and therefore for the emergence of an ecologic avant-garde on the water theme.
Klingt ziemlich utopisch. Isses auch. Und ich find's trotzdem gut.
…drauf gekommen bin ich übrigens über futurismic.com, die gerade ein anderes Projekt der PHYSALIA-Macher im Programm haben. Das hatte die Datenratte aber '08 schon drinne. Luschen.
Ich find's immer suppa, wenn die Artisten selber etwas über sich erzählen: dann kann ich nämlich noch mehr Kaffee trinken.
I've got a bachelor degree in character-animation, which i have been studying for 3,5 years at the Animation Workshop in Viborg, Denmark. Since graduation I have been working on various projects, such as feature films, shorts, games, 2D and 3D
Ich hab' ihm in die Mail geschrieben, dass ich sein Bild hier ziemlich "dynamic" finde. Find' ich auch. Plus Retro. Aber das sagt man ja nicht mehr.
Gute 4 Milliarden Jahre hat die Evolution in ihrer eigenen Petrischale gerührt bevor sie endlich ihr bisheriges Highlight, mich nämlich hervorgebracht hat. Deswegen kann sich die Welt meinen Tod auch gar nicht leisten. Ray Kurzweil liebt das Leben genauso und findet es ebenso inakzeptabel sich durch Banalitäten wie Herzinfarkt, Hirnschlag oder ein Flugzeug, das ihm auf den Kopf fällt, die Lebenslinie kappen zu lassen.
Der futurologische Kongreß ist diese eine wunderbare Geschichte von Stanislaw Lem, in der der Protagonist (der weltberühmte, unvergleichliche, wahnsinnige Ijon Tichy) auf einem weit entfernten Planeten in einem 100-stöckigem Hilton-Hotel an einem Kongress teilnimmt, anschließend völlig vetrippt und halluzinierend durch die Gegend rennt, und dann irgendwann in der Zukunft wieder aufwacht.
Wer Ijon Tichy nicht kennt, is' aber eh raus. Daher mache ich es kurz: Diese eine Aufzeichnung von Tichy's Reisen bekommt einen Film. Und, ja, der läuft auch hier bei uns. Auf der Erde. Jetzt gibt's erste Szenen zu sehen. Ziemlich verpixelt und in einer mir unbekannten AlienSprache. Trotzdem gefällt mir, was ich sehe. Ich mein: Ein Lem-Film! …kann ja nicht verkehrt sein. Hoffe ich.
Ah, eins noch: Wer die "Siebente Reise" von Ijon Tichy nicht gelesen hat, dem empfehle ich dringendst, dies zu tun. Und das bedeutet schon was; sach' ich mal so.
Da befindet sich der Gute nämlich in einem Zeitstrudel, begegnet seinem Zeitschleifen-Doppelgänger, diskutiert und schmiedet Pläne; und am Ende prügelt er sich mit sieben Versionen seiner selbst.
Hier nun also die ersten Bilder von Ari Folman's "The Futurological Congress", basierend auf der Lem-Story: