cyberpunk

Das fliegende Pirateninternetz!

(Müsst ihr Fullscreen gucken. Sonst sieht man die Dinger nicht.)

In the skies above the city a drone flock drifts into formation broadcasting their local file sharing network. Part nomadic infrastructure and part robotic swarm they form a pirate internet, an aerial napster, darting between the buildings….

Sag ich ja. Piratöses Free-Public-Filseharing-Internet. Und fliegen kann es auch schon. 

The public can upload files, photos and share data with one another as the drones float above the significant public spaces of the city. The swarm becomes a pirate broadcast network, a mobile infrastructure that passers-by can interact with.

So'n Kram meine ich, wenn ich sage, dass Cyberpunk romantisch ist. Cyberpunk ist romantisch. Ich will so 'ne Zukunft!

Freie WLan-Antennen für freie Bürger!

Cyberbrillen. For real.


Als ich vor etwas mehr als drei Jahren erstmals von einer schnieken VR-Brille faselte, hätte selbst ich Zukunftsbekloppter nicht gedacht, dass es so schnell geht, mit den Dingern. Anlass für diesen Artikel ist a) dass das Thema selbst in meinem (erweiterten) Freundes- und Bekanntenkreis gerade thematisiert wird (mann, was habt ihr alle keine Ahnung, ey, schrecklich, hört ihr mir überhaupt mal zu, ihr Loser?)  und weil b) die Mainmedia-Presse-Spackos dazu in den letzten Tagen unendlich viel Müll drüber geschrieben und verzapft haben und c) weil ich just einen Artikel zu dem Thema entdeckte, der wirklich gut geschrieben ist und das Thema so anpackt,  wie es sich gehört. Ich zitiere taz.de:

Das Gerücht hält sich hartnäckig: Google will noch in diesem Jahr eine Brille auf den Markt bringen, die Informationen aus dem Netz einblenden kann. Die Datenbrille soll über einen kleinen Bildschirm, GPS- und Bewegungssensoren verfügen sowie mit dem Betriebssystem Android über Googles Server laufen  […] Ob Google die Datenbrille nun für den Massenmarkt etnwickelt oder nicht, ist sekundär; Head Mounted Displays finden seit Jahren auch ohne den Netzkonzern Abnehmer, oft beim Militär. In jedem Fall ist das Gerät ein seltsamer Zwischenschritt auf dem Weg der von der Science Fiction vielbeschworenen Verschmelzung von Körper und Netz […] 

Wo uns William Gibson einst eine mit Datenhandschuhen erfahrbare, faszinierend-virtuelle Welt aufzeichnete, an der menschliche Körper zumindest partiell teilhaben konnten, strahlt heute den meisten Nutzern das Internet aus gut 30 Zentimetern Entfernung entgegen. Ein Anstupser auf Facebook oder Masturbation beim Seitenbesuch von Youporn stellen schon das Höchstmaß an Körperlichkeit dar […] 

Googles Datenbrille mag noch in diesem Jahr kommen oder auch nicht. Sie kann ein Zwischenschritt sein auf den komplizierten Wegen, die zwischen Körpern und Netzen verlaufen. Ein Grund zum Hype – ähnlich wie bei Smartphones oder Tablet-Computern – ist sie ebensowenig wie ein Anlass zur Furcht vor noch mehr Technologie oder weiteren Daten.

Mein ausdrücklicher Dank für den tollen Artikel geht an den Qualitätsjournalisten Maik Söhler. Endlich mal einer, der weiß wovon er spricht, und nicht in dämliches, nichtsnutzerisches, technophobisches Gefasel verfällt, so wie es die anderen – nichtswissenden – Leitmedia-Äffchen in den letzten Tagen gemacht haben.

Oh. Daten. Augen. DatenAugenKrakenBrillen. Zur Hülfe, zur Hülfe, wir werden alle den Krakentod sterben. 

Spaten, echt mal. 

Wir bekommen nun die Daten eben etwas direkter serviert. Was daran schlecht sein soll, entscheiden wir selbst. Keiner zwingt irgendjemanden die Dinger aufzusetzen. Zumindest noch nicht. Mir persönlich geht das sogar immer noch nicht weit genug. Ich möchte eine solche Brille im Auge haben; sprich: Eine Linse.

Mal sehen. 2009 habe ich getippt das so eine Brille – wie ich sie mir wünsche (schick, leicht, nicht zu klobig und mit Technik die man nicht sehen kann) – , Ende 2016 zu haben sein wird. Nun sieht es danach aus, als würde ich Mitte  2013 in den Fielmann rennen- und mir so ein Teil aussuchen können (wenn auch evtl. nicht von Google selber). Hier nun also mein neuer Tipp: 2016 habe ich so 'ne Linse im Auge und seh' euch alle nackt. Wetten? 

Morgen: FIGHT!

Vor nicht mal einem Jahr schrieb ich den Artikel Die Anonymous Idee! Dann, einige Wochen später, vebloggte ich einen Ausschnitt des Film Network.

Zumindest zum ersten Thema – Anonymous (ihr wisst schon; diese fiesen Querulanten mit den coolen Masken) – sollte mittlerweile jeder schon mal was in der morgendlichen BILD-Zeitungslektüre gelesen haben. Das ich nun einen weiteren Ausschnitt des Network-Movies verblogge hat seinen Grund: Morgen geht es raus auf die Straßen. ANTI-ACTA! Auf Facebook haben bisher etwas 3000 Menschen zugesagt. Bedeutet: Es kommen mehr als 5.000. Und das nur in Köln. Da derzeit ständig für die Masken geworben wird (argh!), tippe ich auf ca. 1000 Anons morgen. Und das nur auf der Kölner Domplatte.

Es ist besser, das Alte mit Stumpf und Stil auszurotten, als ewig zu flicken und nie ein vollkommenes Ganzes zustande zu bringen.

Das sagt Knigge. Ja, der Knigge.

Wie passt das Video oben nun in den Kontext? Nicht so richtig. Es soll euch nur dazu motivieren, jeden – ja wirklich jeden! – den ihr heute Abend oder morgen Früh noch trefft dazu aufzufordern, morgen auf die Straßen eurer Stadt zu gehen und – im Namen des Volkes – die Plätze mit Leben, Freiheit und Kultur zu füllen. 

Ich twitterte erst neulich:

…und die glauben echt, wir gehen nur wegen ACTA auf die Straßen…

Und das kann tatsächlich ein Vorteil sein. Warum weiß ich aber auch nicht so genau. 

Anbei noch Auszug der Rede von oben.  

 Es gibt keine Nationen, es gibt keine Völker, es gibt keine Russen, es gibt keine Araber, es gibt keine dritte Welt, es gibt keinen Westen, es gibt nur ein einziges, grosses, hollistisches System der Systeme. Ein riesiges, ungeheuer mächtiges, verflochtenes, sich gegenseitig beinflussendes, multivariables, multinationales Dominion von Dollars. Petro Dollars, Elektro Dollars, Multi Dollars, Deutsche Mark, Gulden, Rubel, Pfund, also jede Art von Geld. Es ist das internatinale Währungssystem, dass die Globalität des Lebens auf diesem Planeten bestimmt. Das ist die natürliche Ordnung der Dinge, heutzutage. Das ist die atomare, und die subatomare, und die galaktische Struktur der Dinge heutzutage. Und Sie, haben sich in das Spiel der Urgewalten der Natur eingemischt. Und Sie, werden das wieder gut machen!

Hört! Hört! Bis morgen dann, wir sehen uns, und wehe wenn nicht!

Drohnen über Deutschland!


Verfickt noch eins. Da fasele ich hier seit Jahren über Cyberpunk, die kommenden Dystopie-Gesellschaften, über unser kaputtes, turbokapitalistisch-diktatorisches Kacksystem; schreibe über babylonische Arkologien, in denen der Mensch eher Maschinenmensch als sonstwas ist, renne seit Jahren auf mindestens fünf Demos im Jahr, vernetzte mich, nutze alle mir zur Verfügung stehenden Tools die unsere beschissene (siehe oben) Demokratie etwas direkter machen, warne im privaten- wie im öffentlichen Diskursen vor dem staatlich-verordneten Überwachungswahnsinn, und so weiter und so fort…

…und dann lese ich auf SpOn das hier:

Bundesregierung plant Ausbau der Drohnenflotte

WTF. Fickt euch doch.

Leute. Jetzt reicht es langsam. Ich würde nun zu gern hier an öffentlicher Stelle zum allergemeinstem Vandalismus aufrufen den man sich nur vorstellen kann, …möchte herausschreien, dass ACTADrohnen und gemeine afrikanische Seeräuber genau das sind, was meine liebsten Autoren (und ich!) schon seit Jahrzehnten vorhergesagt haben.

Wir sind auf dem Weg in ein globales Nazideutschland! 

Eins ist mal klar: Wenn ICH mal so 'ne Drohne sehe, …spucke ich der ganz sicher nicht nur ins Auge. Gut, dass es am Samstag wieder auf die Straße geht. Wer auch immer seine Unterschrift unter diese Drohnenbestellung gesetzt hat (nein, ich habe den Artikel nicht gelesen!):

Keine Sorge, mein Lieber. Im Leben kriegt man immer alles doppelt zurück. 

Asshole. 

Ripperdocs. For real.


(Bild: © by Ben Biros)

Ich möchte zunächst den nicht ganz so cyberpunkigen Leser kurz erklären, was ein Ripperdoc ist. Bzw. erklären lassen:

RIPPERDOC – Surgeon specializing in implanting illegal cyberware (Quelle)

Also ein Doktor, wie ich, nur das der eben Wetware™ in Menschen einbaut, statt (wie ich) nur blödes Zeugs ins Internet zu schreiben. In Zeiten globaler Okkupation und den entsprechenden staatlichen Reaktionen, sollte jedermann (und jede Frau) gute Kontakte zu mindestens einem Ripperdoc haben. Diese Doktoren der Straße sind darauf spezialisiert, euch den Bullenstiefelabdruck aus den hübschen Gesichtern zu schminken. Und ein paar Uppers haben die auch immer in der Tasche. Soweit das Szenario.

In dem – wirklich toll geschriebenen! -, Artikel auf thephoenix.com wird diese Spezies noch viel näher beleuchtet. Die Autorin – Liz Pelly – weiß wovon sie spricht, und holt direkt mal ganz weit aus; erklärt, dass bereits 1964 die ersten Pre-Ripperdocs am Start waren:

The first street medics organized in 1964, during the civil-rights movement, as part of the Medical Presence Project.

Anschließend spannt sie dann den Bogen in die heutige Zeit, arbeite die Merkmale der echten Street Medics heraus, klärt auf, wie wann und wo ein Ripperdoc mit auf den Run (die Okkupation) gehen muss. Klasse geschrieben, gut recherchiert, und die Botschaft ist auch klar: Dezentralisiert, untergründig, anarchistisch, freiheitsliebend und immer für dich da. Das sind die echten Ripperdocs.

Lesen! 

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