Chris

<- bloggt seit 2007. Liebt: Raketen, Edward Sharp & Norwegen. - Viel Spaß hier ♥

„Dystopia“: Premiere am 17.02 auf der Genrenale in Berlin

Vor knapp drei Jahren hatte ich über das kollaborative / UGC-Cyberpunk-Filmprojekt Dystopia berichtet. Hier. Theresa (Community-Lady, bei denen) schreibt mir gerade:

Am 17. Februar feiert „Dystopia“ auf der Genrenale in Berlin Premiere! Die Filme sind dann zeitgleich auch unter www.create-dystopia.org zu finden. Szenenmodule, Sounds, Musik und das gesamte Rohmaterial stehen bereits jetzt zum Download unter Creative Commons Linzenz bereit.

Wisster Bescheid. Ich kriege auch ’ne Vorab-Fassung, die ich euch dann hier mal reviewe. Hier noch mal der Trailer (schon was älter), drunter dann die üblichen Links; das Review folgt, wenn ich den Film hier im Heimkino geguckt habe.

Die dummen Nazis und die norwegische Flagge!

Ach herrje. Ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll. Ich finde Nazis doof. Das steht. Ich finde alle Flaggen doof. Das steht …so einigermaßen.

Ich halte Flaggen für genau so überflüssig, wie staatliche Grenzen. Und bin mir der Utopie (Realitätsflucht?), die in diesen Gedanken steckt, doch sehr bewusst. Doch: Was wär‘ ein Leben ohne Utopien!? – Eben. Meine anarchistischen Anti-Flaggen Gedanken verstehe ich als philosophisches Gedankengut, welches pragmatische Ansätze für Diskurse in die verschiedensten Ecken der Gesellschaft / der Gesellschafts-Philosophie bietet: Saat und Grenze -> Ideen in Köpfen, keine Fakten, ergo -> Warum nicht überwinden? Bei Flaggen sieht das anders aus: Die gibt es. Und ich finde sie doch recht dämlich, weil sie weit über eine philosophische Denkidee hinaus gehen; die sind Fakt und hängen überall rum; im dööfsten aller Fälle werden sie von Idioten mit dämlichen Ideologien im Kopp umhergeschwenkt. Harmlos finde ich sie in Strebergärten aber auch nicht.  In beiden Fällen kann ich aber nur minimal was dran ändern (zb. in dem ich Fahnenschwenker persönlich anranze – was an Fastelovend eher doof ausgehen kann – oder meinen Unmut verschriftliche, hier oder hier).

Was ich aber kann: Meine philosophischen Gedanken beiseite schieben, zugeben, dass ich – wenn ich in Norwegen NorwegerInnen ihre Flagge hissen sehe – ein warmes Gefühl empfinde, und endlich mal klarstelle, dass die Flagge meines liebsten Urlaublandes keine Flagge der Nazis ist! Ihr kennt die PEGIDA-Bilder alle: Viele hirnlose Plakate mit Nachdenkliche Sprüche mit Bilder darauf. Dazwischen immer wieder ein paar Schwarz-Rot-Güldene,… und dann immer wieder diese hier:

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Oder, bei den Nazi-Profis, mit Gold statt Weiß drin. Dazu gleich mehr.

Ja, es ist wahr: Dass diese Flagge von Idioten geschwenkt wird, liegt größtenteils an der Klamotten-Marke  Thor Steinar. Da hat der Missbrauch seinen Ursprung:

Die meisten Textilien tragen den Schriftzug Thor Steinar und das neue oder alte Logo der Firma. Letzteres wurde oft auch in Verbindung mit der norwegischen Flagge verwendet, wobei sich das Logo meist in der Mitte des Kreuzes der norwegischen Flagge befand. Bei neueren Textilien wird dagegen die originale norwegische Flagge verwendet. Die Regierung von Norwegen wandte sich bereits 2006 an deutsche Behörden, um den Missbrauch der norwegischen Flagge zu unterbinden.

Und was passiert wenn ein Staat mit einem Staat spricht? – Eben.

Der norwegische Staat erstattete im Februar 2008 Anzeige gegen die Firma, da diese auf zahlreichen Bekleidungstücken die Staatsflagge Norwegens aufgenäht hatte. Der demokratische Staat Norwegen wolle nicht, dass Neonazis die Flagge für ihre Werbezwecke missbrauchen, so der Gesandte Norwegens in Deutschland. Gegen den ergangenen Bußgeldbescheid der Staatsanwaltschaft legte die Firma Widerspruch ein. Eine Entscheidung stand im November noch aus, nachdem sich das Potsdamer Amtsgericht für „örtlich nicht zuständig“ erklärt und das Verfahren nach Bonn abgegeben hatte.

(Diese Bürokratie und das ganze Geschwurbel entlarvt die Idee Nationalstaat auf ganz hervorragende Weise!). „nachdem sich das Potsdamer Amtsgericht für „örtlich nicht zuständig“ erklärt…“ -> Wooot? Was für ’ne Gelegenheit die sich entgehen lassen. – Die scheiss Nazis auf dem Potsdamer Amtsgericht. Die tragen sicher alle Thor Steiner drunter. Die Fucker. – Man kann noch ’ne ganze Menge darüber nachlesen, was Norwegen – tatsächlich aber auch einige deutsche engagierte Bürger (Farbbeutelanschläge!) – gegen diese Markenaffen von Thor Steinar unternommen haben. Auch erfährt man, dass die Norske Legion, eine Waffen-SS, einen ganz besondern Ruf unter Nazis genießt und diese Flagge von genau der SS halt ’ne Erklärung dafür ist, warum die besorgten Bürger heute die norwegische Flagge schwenken. Andere sagen Herr Wirmer sei schuld (der einer von denen war, die Hitler ermorden wollten – was dann so aus Nazi-Sicht noch weniger Sinn ergibt…) – Gleichermaßen hirnlos, wie langweilig, beide Erklärungen.

Letztlich ist die meistgenannte Erklärung dafür – die übrigens auch von Rechten oft vorgetragen wird – diese: Die norwegische Flagge steht für den nordischen Menschen. Mehr steckt da nicht hinter, ich hab’s recherchiert. Alles was da sonst an wissenschaftlichen Erklärungen zusammengeschwurbelt wird, kann man getrost unter Aluhut ablegen.  Im übrigen: Nördlich? Wenn ich in Kapstadt sitze liegt Syrien auch eher nördlich. Ich hab‘ die Idealisierung von Himmelsrichtungen nie kapiert. Was können die dafür? Nun ja.

NORDmensch. NORwegen. Und irgendwas unwahres über Wikinger, das ist deren Erklärung dafür. Ohne Witz. – Wie blöd muss man sein?

…und damit frisst meine Artikel auch die eigene Headline: Es gibt keinen Kontext zwischen der Flagge und den Faschisten. Keinen, der Sinn ergibt. Vielleicht erklärt ihr das mal denen, die die schwenken. Falls möglich.

Zum Ende hin aber vielleicht noch etwas (positive?) Wahrheit. Wofür steht die Flagge eigentlich außerhalb der Aluhut-Sphäre? Eigentlich für ganz schöne Dinge: Frederik Meltzer hat sie erfunden, die echte meine ich: Frederik Meltzer war ein norwegischer Kaufmann und Politiker. Über den kann man auch viel nachlesen. Zitieren möchte ich in dem Kontext die tolle Website norwegenservice.net:

Meltzer begründete seine Wahl damit, dass die Flagge auf den Idealen der französischen Revolution basierende Farben trage. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit stehen also untrennbar mit Norwegens Flagge in Verbindung. Übrigens, das Kreuz, wie es auch die norwegische Fahne trägt, steht nicht nicht nur für den christlichen Glauben und damit für Nächstenliebe, Frieden (!) und Erlösung, sondern auch für die vier Himmelsrichtungen unserer gemeinsamen Welt. 

Dazu passt, dass man in der norwegischen Fahne die Nationalflaggen Frankreichs, Finnlands, Thailands, Polens, Indonesiens, der Niederlande und Monacos entdecken kann. Eine Vielzahl, die wohl keine andere Fahne der Welt in sich vereint. Zudem sollen laut Meltzer das Rot und das Blau auf die Nationalfarben der Nachbarländer Dänemark und Schweden verweisen, was das Thema Brüderlichkeit mit anderen Völkern nochmal unterstreicht.

Ende.

Making of Californium / Neue Level bei ARTE Creative


Kurz vorab: Hier ist ein arte-Player eingebaut. Der kommt im Feed nicht an. Und: Der läuft hier auf Autoplay, und ich kann da nix für weil technisch unbegabt. So.

Ich hab‘ keine Lust zu tippen. Hier steht worum es geht:

Teil 1 des Making Of zu Californium: Brice Roy, Kreativdirektor des Spiels sowie Thibault de Corday, einer der Drehbuchautoren, erklären die Entstehungsgeschichte des Videogames Californium. Was muss der Spieler beachten in der Dick’schen Welt, die aus den Fugen gerät, in der sich die Wirklichkeitsebenen verschieben und auflösen? Wie viel Doktor Faustus steckt in Elvin Green, der durch verschiedene Spiel- und Wirklichkeitsebenen wandern muss?

Und was echt nice ist, ist das hier:

Ab 16.2.2016 bei ARTE Creative alle zwei Wochen ein neues Level in der Gratisversion oder bei STEAM in der Bezahlversion zum Downloaden.

Ab dem 16/02 bin ich am Start. Ich liebe Dick, – dessen Leben hier verspielt wird – und auch der Comic/Cell-Shade-Look kann echt was:

californium1

LEON BRIDGES – RIVER

Gänsehaut. Ich bedanke mich beim René, der hat das Video eben verbloggt; und ich kannte den 26 Jahre jungen Mann noch nicht. Draußen laufen die Jecken mit d’r Trumm eröm; ich halte mit Musik dagegen.

  • Entdeckt: Beim René, der hat auch noch ein paar Tracks mehr von Leon.

Tyranny of the Clock

Seit 1990 trage ich keine Uhr mehr. Ich bin daher nicht pünktlich. Aber auch nie zu spät! Auch habe ich nie einen Kalender besessen. Ich plane geschäftliches bis zu vier Wochen voraus, schreibe mir persönliche Termine auf und habe in der Regel keine ungelesenen Mails. Nie! …und wenn dann nur für einige Minuten. Das Konzept Zeit beschäftigt mich seit Jahren, und mir dünkt schon immer, dass wir uns mit minutengenauen Terminen ein kleines Stück vom Stress-Grab selbst geschaufelt haben.

Ich mein‘: Schon mit dem Anlegen und regelmäßigen Prüfen von Terminen hat man doch auch schon Arbeit. Und verliert bei der Zeitplanung Zeit. Das ist ein Paradox, welches mir bisher Niemand auflösen konnte; und es tötet doch auch den ach so wichtigen Lebe-Im-Moment-Gedanken schon im Ansatz. Die Argumente: Ja, aber dann vergisst und verpasst du ja dauernd XY, gelten einfach nicht. Termine von wirklich wichtigen Dingen habe ich im Kopf; und wenn ich weiß das morgen mein Zug fährt, guck ich eben Abends kurz online nach. Wenn es nicht wichtig ist, ist es auch nicht in meinem Kopf. Alles was „ja, aber erst in drei Monaten“ anvisiert wird, ist mir scheissegal. Bis auf die Fährbuchung für den jährlichen Urlaub. Da bin ich pedantisch und habe nie auch nur eine Fähre verpasst. Ich brauche keine Uhr. Eine Tagesangabe und die Erinnerung von Freunden, Kollegen und Familien langen mir dicke. Die haben das Konzept halt besser drauf als ich. Mitleid regt sich da aber kaum bei mir.

George Woodcock  († 1995), war ein Anarchist nach meinem Geschmack und hat 1944 bereits den Teufel in der Zeit entdeck. Ich liebe sein Pamphlet zum Thema Zeit (TYRANNY OF THE CLOCK), hatte das gar mal einige Zeit ausgedruckt neben dem Monitor hängen. Immer wenn in meinem Outlook eine Erinnerung aufpoppte (angelegt von Kollegen, die mir irgendwelche Shared-Kalender aufzwingen wollten), lenkte ich meinen Blick ins Abseits, auf den Ausdruck, und musste grinsen. Meine Methode zur automatisierten Selbstmotivation was zeitfressende, behämmerte und unproduktive Meetings angeht (gefühlt: jedes zweite in den letzten 15 Jahren).

So. Zum besagten Schriftstück. Hier ein Auszug, drunter dann der Link zum PDF:

Now the movement of the clock sets the tempo men’s lives – they become the servant of the concept of time which they themselves have made, and are held in fear, like Frankenstein by his own monster. In a sane and free society such an arbitrary domination of man’s functions by either clock or machine would obviously be out of the question.

Übrigens: Woodcock, der Autor der Anti-Uhren-Schrift, lehnte es ab, Auszeichnungen von staatlichen oder staatstragenden Institutionen anzunehmen.

Man munkelt, er habe ab und zu die Bahn verpasst.

Und für die Anarchie gekämpft.

Schatzii AIR

Vorweg: Ich bau demnächst mal chrisheil.de um und dann gibt es da einen Blog, in den sowas dann besser rein passt.

Kunde: „Ja…mmmh… Wie sieht denn ein tolles Produktvideo aus?“ 

Ich: „Schatzii AIR“. 

Ich hab‘ gerade keine Ahnung wie ich auf das Video gekommen bin, hatte heut‘ Mittag irgendwas für’s Auto gegoogelt …und der Tab guckt mich gerade doof an. Da hab‘ ich Play geklickt. Der Hersteller hat echt nur 6 Abos auf YouTube… O__o

… ich bin Dauerraucher und traue dem Teil zwar keinen Meter; das Video kann aber trotzdem was. So aus beruflicher Sicht. – Brauch ich das?   Hilfe. Internet, ey.