rant

Social Web-Fail: DRLIMA und Rügenwalder

Vorweg: Dieser Rant passt eigentlich schon wieder besser in mein angedachtes Business-Blog auf chrisheil.de. Ich komm‘ nur zu nix, und solange da nix vorzeigbares steht, tippe ich mein hasserfülltes Fachwissen halt hier rein. Kommt Zeit, kommt Blog.

Vorweg #2: Der besagte Blogger kommt hier nicht gut weg. Das tut mir beim zweiten drüberlesen nun etwas leid. Nimm’s sportlich, Kollege, mein Ranting geht eher gen Rügenwald.

Nun aber:

Ich übe meinen Beruf nun viele Jahre aus. Und immer wenn ich Mist gebaut habe, habe ich anschließend am allermeisten gelernt. Meine Workshops und Lehrtätigkeiten haben viele FAIL-Elemente, ich rede gerne von Worst-Case-Szenarios, – weil Best-Case können ’se ja eh schon alle. Natürlich beleuchtet man auch gute Ideen und Prozesse die Sinn ergeben. Zur Auflockerung – aber auch für ein echtes Learning – tun es ab und zu aber falsch gedachte Dinge die man eindeutig besser denken / machen kann auch ganz hervorragend.

Heute im Programm: Das Blog DRLIMA, und die Marke Rügenwalder Mühle.

Das Geschilderte bröselt einige (Marketing?-)Prozesse auf, wirft einen Blick auf Aspekte der modernen (aber nicht zeitgemäßen!) Kommunikationstechniken; darf aber auch als Synonym für asoziale Kommunikation und Missbrauch von Medienkultur verstanden werden. Die Headline dieses Artikels könnte also auch so lauten:

Wie irgendein Blöd-Blogger sich von irgendeinem Blöd-Werber von irgendeiner Blöd-Marke verkapitalisieren lässt und damit nicht nur das Image des Blog – sondern auch das der Marke beschädigt.

Nur wäre die Headline dann zu lang. Und polemisch noch dazu. Auch würde sie nur die halbe Wahrheit transportieren: Als Blogger liegt es nahe, den Blogger zu kritisieren, der mir meine arbeistalltägliche Routine mit Mail-Spam vergeigt und dem ich dafür am liebsten… Nun ja. Viel mehr Wahrheit – oder Weisheit – liegt aber in diesem Falle darin, jetzt mal die Marke – oder die Agentur (?) hinter der Marke – anzupissen. – Das mache ich nun mal kurz, dann gehen wir in die Analyse und haben Spaß mit 1.000 Fails in der Markenkommuniktion einer Wurstmarke.

Ey! Rügenwalder! Habt ihr da bei euch im Marketing einen von diesen ominösen Master of Professional Media Creation-Menschen ’nen Knopf drücken lassen? (Die sind maximal 30 Jahre alt, die ersten ihrer Art, und können oft nix dafür – außer sie waren meine Studenten!) Ist euch echt alles Wurst? Was’n los da? Jesses! Wär‘ ich eure Oberwurst, ich würde ja… etc etc.

Die Elemente der Worst-Case-Wurst-Analyse

  • Die Wurst / Eine Wurstmarke (glaube ich)
  • DRLIMA: Ein (altbekannter) Blogger
  • Storify: Ein Social Web-Tool
  • Mein Outlook

Die einzelnen Elemente werden nun erklärt, dann wird der Prozess eröffnet.

Die WurstRügenwalder! Das lese ich plötzlich in meinem Posteingang. Ich denke an eine eher fiese Stimme im Radio… und an …Gesichtswurst! Verwirrung setzt ein. – Wie kommt die Wurst denn jetzt in mein Outlook?

DRLIMA: Neben der steht Wurst steht der Name Dr.Lima. Da geht mir ein Licht auf! Das mir bekannte Blog DRLIMA ist gemeint! Plötzlich geht das Licht wieder aus….das ist doch der Willy, denke ich! Die Verwirrung ist zurück.

Storify: Neben der Wurst, und dem Willy (kennt‘ wer den Wurst-Willy am Ring? Supergeile Kringelburger!) steht dann noch: Storify! Ich denke: Ahhh…ja, da hatte ich mich neulich mal angemeldet. Weil… Weil… Wurst!

Mein Outlook: Meine armes Outlook, welches eben diese Mail empfangen musste, lenkt meinen Blick ganz klar auf einen Link: Der einzige, der mir klickbar erscheint, ist der, der auf das Impressum von Wurstwilly Rügenwalder verweist.

Klingt komisch, ist aber so:

Unbenannt

Das wären die FAIL-Elemente. Und nun brösele ich euch meine analytischen Gedanken zu dem Prozess mal auf. Bitte bedenken: Nicht jeder Endverbraucher hat eine fachliche Sichtweise auf solche, öhm, Vorkommnisse, viele bekommen sowas und sind dann einfach nur total genervt. Bei mir hielt es sich die Wage: Genervt sein vs. fachliches Interesse an Fails meiner Branche. Dennoch versuche ich einige Endkonsument-Gedanken mit aufzunehmen. Los geht’s:

  1. Noch ’ne Mail! Uff. Ok…. WHAT? Teewurst, RadioFail, Willy, …und die Mühle hat ja Würste als Propeller, ey, das ist ja witzig, was für’n Scheiss, na klickste mal! 
  2. Ich klicke auf den plausiblen erscheinenden Link und lande hier:

imp

3. Öhm. What? Wieder zurück, noch mal die Mail ansehen. Ok, da steht „der offizielle Twitter-Kanal der Rügenwalder Mühle“. Damit ist wohl nicht der Link gemeint? Oh, da steht ja auch noch „Impressum“!? Mmm. Aha. Blöd.

4. (Und an dieser Stelle wäre jeder Endverbraucher raus – und kauft ab morgen nur noch… DuDarfst?) Ich „studiere“ die Mail in Ruhe (poah ey!). Ich sehe: Die hellblaube Typo weiter oben- da wo Tiefkühlprodukte steht – könnte auch ein Link sein! Tschakka, ich kann Mails lesen!

5. Bevor ich draufklicke denke ich: TK-Schrott…nun ja, …merkwürdige Gesichtswurst aus Rügenwald, – der Gammelfleisch-Skandal kommt mir in den Sinn – und dann noch: Der hippe Willy, der auf Insta immer coole Bilder postet… wie geht DAS denn jetzt zusammen!? O_o

6. Ich ahnte böses, ….klickte….und es kam schlimmer:

uhah

(Ohne Scheiss: Die Pixelbilder sind da so zu sehen. Die URL gibt es hier: storify.com/Ruegenwalder/tiefkuhlprodukte)

7. Ich kapier‘ NULL was ich auf dieser Seite tun soll, ob da ’ne geheime Markenbotschaft drin steckt, ob Willy irgendwie ’ne eklige Diät macht, oder sein Blog gehackt (hackhack, haha) wurde, oder oder oder. Ich. Raffe. Es. Nicht.

8. Was ich raffe sind aber Willys (?) erste Zeilen da etwas unterhalb:

Wir alle stehen in unserem Leben manchmal vor einer Situation, bei der eine für uns wegweisende Entscheidung gefällt werden muss. Im Gegensatz zu früher ist es heutzutage zum Beispiel absolut konform, verstärkt auf seine Ernährung zu achten. Manche verzichten bewusst auf den Konsum bestimmter Lebensmittel, manche nicht.

Jo. Klingt für mich nach einer dieser Einleitungen, die letztlich dazu führen, sich selbst das Fleischfressen schön zu reden. Kann man machen; ich auch, ich ess‘ Fleisch sehr gerne. Was das mit Rügenwalder zu tun hat, kapier‘ ich (bis zu diesem Punkt) dennoch nicht. Irgendwas mit Ernährung, schätze ich.

9. Meine Gedanken in Stichworten bis zu diesem Punkt: Nerv-Mail ohne Sinn! TK-Schrott! Gesichtswurst! Willy, der irgendwas anstrengendes erklären möchte! – Meine Begeisterung für die Marke mit der Wurst ist dem Siedepunkt nahe….

10. Ich versuche mich krampfhaft an meine Anmeldung bei Storify (Mist, was zur Hölle war das denn noch!?) zu erinnern. Womöglich liegt das ganze Drama nur an mir? Hatte ich mich in dunkleren Tagen bei einem Willy-Wurst-Social-Newsletter angemeldet? Bekomme ich diese Mail weil ich es nicht anders verdient habe!? …und weil ich meine Social Web-Aktivitäten doch nicht so im Griff habe, wie ich es mir oft illuminiere? Ich bekomme es mit der Angst! O__o.

Dann denke ich: Mir doch scheissegal was Storify ist. Der Check, was genau der Multiplikator auf seinen Social-Channels ausspuckt, liegt klar bei den Verantwortlichen der Kampagne. Es nervt. Und die sind schuld. Tsö.

10. Angst bekämpft man mit Wissen; das hört man ja ständig. Ich beginne mit der Dokumentation und mache mir Notizen. Da sind wir nun.

11. Lasst uns zusammen mal schauen, was passiert, wenn man von dieser ominösen Seite aus weiter rumspionieren möchte. Mir dünkt: Die Nutzen das Wort „Seeding“ (Übrigens wieder ein FAIL: Ein solch technischer Begriff darf neverever im B2C-Bereich genutzt werden, kapiert doch keiner), also machen die sicher irgendwas budgetiertes im Web mit Multiplikatoren (also Bloggern und weißichnichtwas) und trendy und # und so. Willy ist ja dabei, muss ja ;).  Wir klicken als mal auf: „by Rügenwalder“… so kommt man ja meist zur Profil-Ebene. Here we go:

ohjePG

12. Eigentlich möchte ich hier aufhören. Ich habe körperliche Schmerzen. („1“ Follower steht da. – Wer ist gemeint? – Und lebt der wohl noch?)

13. Was….was…WAS SOLL DAS SEIN? Hat der Wurst-Praktikant im Duden das Wort „Mediawall“ gefunden und…. Herrje. Ich weiß es nicht. Immer noch nicht.

14. Ich denke: Früher war alles besser! Sollte ich den Telefonhörer nehmen, die Auskunft bitten mich nach Rügenwald (?) zu verbinden und dann einfach nur stundenlang ins Telefon weinen? Es erscheint plausibel. Ob es hilft?

15. Ich klicke frustiert rum. Ich habe eigentlich keine Lust mehr. Aber jetzt sind wir ja einmal dran.

16. Ich lese dann doch mal beim Willy um was es geht: Um vegane Wurst. Oder Burger. Oder sowas. Sensationell. Seit 2012. – Ich hole mir einen Kaffee.

17. Als ich den einzigen Kommentar bei Willy zu dem Artikel lese (von wegen böse Fleischindustrie und so), …und der von Will mit „OK“ beantwortet wird, muss ich laut lachen. Ich empfinde diesen kurzen Dialog (?) als sehr sinnbildlich.

18. Jetzt möchte ich wirklich in Rügenwald anrufen und fragen, wer denen die Kampagnen verkauft hat. Solche Anfragen (der Hate-Kommentar ist gemeint)  an die Blogger (die sich offensichtlich für viel Geld völlig irrelevanten Content ins Blog schreiben lassen – schlimm genug!) beantwortet die Marke, nicht der Blogger / der Autor. Das klärt man vorher. Mir liegt das Wort Idioten auf der Zunge. Ich schmiere mir ein Wurstbrot (DuDarfst).

19. Ich komme zum Ende.

Würde man mir jetzt sagen: Junge, alles wahr was du da sagst! Das ist Mist, es nervt, verbrennt unsere Wurst Marke, und macht genau keinen Sinn… hier sind ’n paar Euros und mach‘ das mal richtig: Ich würde jetzt nachgooglen oder rumfragen, wer das zu verantworten hat. Wenn es  ’ne Agentur ist: Selbst schuld. Wenn es inhouse passiert: Köpfe ab waschen. Und dann noch mal von vorne. Ganz in Ruhe. Mit ’ner Idee.

Denn die fehlt völlig: Weder auf der Rügenwalder-Home, noch auf deren Blog, noch bei Facebook kann ich auf den ersten Blick (und nur der zählt in der digitalen Kommunikation) irgendwas zu irgendeiner Blogger/Veggie-Burger-Kampagne nachlesen. Nix. Nada. Nirgendwo.

…dann aber ne kryptische (nicht-moderierte?) Story(?)Wall aufbauen; mit den ganz dicken Würsten Hosen und Tweets und #’s und alles sowas? Ist klar. – Nicht.

Was will ich nun mit dieser Chronik sagen?

Das ich zwar weiter Wurst esse, aber nie wieder eine von dieser Marke. Weil ich nun für immer an diese Mist-Mail und an Pixelbrei-Burger denken muss. Und auch, dass ich glaube, dass es ALLEN Konsumenten so – oder so ähnlich – gehen wird, sollten sie eine solche Mail bekommen (kein Plan wer von den fast 150.000 (!) DRLIMA-Fans bei Facebook auch bei Storify ist). Letztlich möchte ich aufzeigen, dass ungeplante und unprofessionelle Kommunikation immer die Marke schädigt, dass man als Entscheider nicht dauernd auf Buzzwords von Werbeheinis anspringen sollte, dass man spezielle Zielgruppen mit TOP-Bloggern zwar abdeckt, aber nicht erreicht, dass man zwar ’ne geile gutmenschliche Ideen haben mag (Vegane-Burger, yeay!), diese aber durch den Einsatz von nicht-zielführenden (a-sozialen) Mechaniken völlig vor die Wand fahren kann. – Wie hier geschehen.

Nimmt man dieses Wuorst-Case-Szenario – ob nun als Brand Manager bei dem Wurst-Laden, als Nachwuchs-Markteer, oder als Pro-Blogger – mal als Augenöffner, könnte man erkennen: Die Menschen kreieren die Botschaft – UND die Technik! Mit etwas mehr Hirn bei der Sache sparen wir alle wichtige Ressourcen. Die Geistigen – wie die Natürlichen.

Wisst ihr wie viele Veggie-Wurst-Burger ich essen müsste, um die Energie die in diesen Zeilen steckt (und ich rede gar nicht erst von den Serverkosten für ALL DAS!) wieder reinzuholen? – Ich auch nicht. Aber DAS wäre doch ein ganz cooler Kampagnenansatz:

Coole Nike-Blogger essen unsere Veggie-Burger und treiben dann krassen Tattoo-Sport auf Instagram.

Todsicheres Dingen. Läuft. Skizzier‘ ich in 20 Minuten.

Mit Gehirn und ohne Gesichtswurst-Witze.

Conchita-Wurst-host-eurovision

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Schnell weg von WhatsApp! IHR KÖPPE EY!

Spider_Jerusalem_by_Nikki_1986

An alle diese Nerds und Early-Adaptor-Spassties, die jetzt – da Facebook euer bekacktes WhatsApp gekauft hat- rumnöhlen: Alternative! Ich such was anderes, es wird Zeit! … euch sage ich: Ihr habt nichts – aber auch rein gar nichts! – von der Welt kapiert und ich schäme mich für euch. Werft mal 'n paar Steine und prügelt euch mit Cops, das macht wacher; auch wenn's wehtut und blöder macht, aber das ist bei euch ja schon fast egal.

Idioten. 

Das schlimme: Fast alle! ALLE machen da mit, ALLE Tech-Blogger, viele Nerds …und der Mainstream frisst dann das, was ihr denen wieder vorsetzt!? Auf Facebook posten: Ich nutze WhatsApp nicht mehr, ist wie im NSA-Headquater nach Lee Harvey Oswald zu rufen. Knall nicht gehört, dieses Internet, ein exemplarisches Beispiel dafür, dass die Webcommunity nur noch aus ahnungslosen Naivlingen und obrigkeitshöhrigen Schwachmaten besteht. –  Macht ihr nur, ich lache euch eh aus. So oder so. – Herrje, seid ihr ECHT so blöde oder schreibt ihr den ganzen Scheiss nur wegen der Klicks!?

(Ich wollte EIGENTLICH 'ne Pranger-Liste von Idioten und ihre Blogs hier einbauen. Dann hab' ich aber gekifft und bin milde(r) gestimmt. Wer gemeint ist, wird auch so klar, denke ich…) 

Update: Hier, an Stumpsinn und Early-Adopter-Hirnschiss kaum zu überbieten: 

Unbenannt

Die Olle ist eins der führenden Social-Media-Äffchen in DACH, und wenn ich sie mal treffe, tätowiere ich ihr ein riesengroßes Obama-Portrait auf die Stirn. Der Frau folgen fast 5.500 Menschen auf Twitter. Und sie ist so klug. So hip. So vorausschauend. So undercover. So Szene. So TOTAL BEHÄMMERT IN DER BIRNE DAS ICH KOTZEN MUSS! Glückliche Lage? Klar, mit solch coolen Leuten die man kennt. Die helfen dir auch, wenn dir die NSA EGAL WO dein Hirn aussaugt, auskotzt und drauf rumtrampelt. Bald. Hoffentlich. Poah. 

Ich könnte ewig so weitermachen. Vielleicht mache ich aber vorher erst noch einen Kurs zum Thema Wie werde ich ein Social Trademark?

O__o

Menschen, ey.

Weg, geht mir weg. Weit weg mit denen. 

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Nachtwächter vs. Lumma

Spider_Jerusalem_by_Nikki_1986

Ich kann mir nicht helfen. Ich halte den Nachtwächter immernoch – und das seit Jahren – für einen der beseeltesten, aufrichtigsten und hasserfülltesten Schreiberlinge im deutschsprachigen Bloggerdorf. Ich sage Dorf, weil 'ne Stadt oder ein Land ist das längst nicht mehr, war es nie, der Kreis wird kleiner, die Vermarkter größer, das Geld mehr und die Gehirne leerer. So ist das. Und das sage ich ganz ohne Wertung. Evolution wertet nicht und HASS auf den ganzen Scheiss habe ich hier im Blog (und anderswo) schon zu Genüge rausgelassen. Mir geht's gerade rein um euer Amüsement. 

Vorgeschichte: Nico Lumma (ihr wisst schon, dieser vermarktete A-Blogger, der schwer überschätze, der eigentlich nie was sagt, dass aber dauerhaft und ausführlich, den dann immer alle liken und verlinken und zitieren, und sein An-Der-Oberfläche-Kratzen als mediale Revolte verstehen, dessen Mainstream-Geblogge einfach nur nervt, der irgendwie zu diesem Dunstkreis von Barcamp-Bloggern und rumgereichten Nixnutzen gehört, der immer so nett lächelt und von allem irgendwie so ein bisschen Ahnung hat, und dessen Texte meist eine kryptische Auflistung von Gedanken zur aktuellen (Web-)Geschehnissen sind, die seit Wochen längt in vielen Indie/Links-Medien ausgesprochen und niedergeschrieben wurden, der diese Inhalt dann immer aufgreift, sie nicht aufwertet, dann damit aber irgendwie immer als Web-Experte durchgeht und mich eigentlich nicht weiter kümmern sollte. Weil er mich nicht die Bohne juckt. Irgendwie gerade aber schon. – Offensichtlich.) jammert. Schon wieder. 

Wie auch immer: Lumma jammert in seinem Artikel: Digitalisierung der Gesellschaft: Eine Generation hat versagt über sich und seine Kumpels, die versagt haben, und warum das eigentlich gar nicht seine Kumpel sind und wir alle Schuld dran sind, dass die NSA ein Arschloch ist und sowas alles. So in etwa. 

Ich las den Lumma-Artikel komplett. Und dachte so: Hä? Nee, da ist mir ein Comment bei dem ja schon so doof.  Dann, so ca. zwei Stunden später las ich, dass der Nachtwächter eine Replik auf das leidige, biedere Lumma-Geheule getippt hat. Hier nämlich. Was soll ich sagen? Nix mehr, in der Replik steht ALLES; was ich dem Lumma auch an den Kopp werfen würde. Aber auch weiterführendes. Sowas wie das hier (als Antwort auf Lummas Ja, die Intellektuellen haben versagt-Gefasel)

Die Intellektuellen… in einer Gesellschaft, die Scharfsinn, bedächtiges Erwägen mitsamt der damit verbundenen Langsamkeit, Gründlichkeit und Bildung verachtet und in der Menschen die medial hochgespülte Dummheit geistiger Stanznieten zum Maßstab ihres eigenen Seins machen, hat “Intellektualität” längst schon keinen Wert mehr. In der Folge erwächst eine gesellschaftliche Führungsschicht, in der man seinen Narzissmus füttert, indem man den akademischen Grad wie eine Zier vorm Namen trägt; einen Grad, den man nur schon dadurch erworben hat, dass man auf das Deckblatt seiner intellektuellen Bankrotterklärung das Wort “Dissertation” geschrieben und eine falsche Eidesstattliche Versicherung als “Eigenständigkeitserklärung” angefügt hat.

Entschuldigung, aber es fällt mir schwer, angesichts solcher markant duftenden Hirnfürze noch sachlich zu bleiben. In der Hirnmassenstanze des contentindustriellen Apparates der breit wirksamen Medien herrscht strikte Antiintellektualität. Wer mir das nicht glauben will, opfere bitte einfach eine Stunde seiner beschränkten Lebenszeit und glotze eine beliebige Spätabend-Talkshow der gehobenen, mit einer Haushaltssteuer finanzierten, quasistaatlichen Fernsehsender der BRD. Wer es dann immer noch nicht merkt, wird auch durch viele weitere Erläuterungen meinerseits nicht mehr erreicht

Ich blöder Affe kann nix, nur rebloggen, ihr solltet dieses Rant-Entertainment-Glantzstück aber nicht verpassen. Daher hier erneut der ganze Link:

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sein.de über den Transhumanismus

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So ein verrückter Kerl – den ich gerne lese ;) – teilte den Link zu einem Artikel auf sein.de. Dieser Artikel nennt sich: 

Transhumanismus: Die größte Gefahr für die Menschheit?

Klar, dass ich da aus der Reserve gelockt werde; immerhin habe ich hier auf meinem Weblog mehr als 60 Artikel zu dem Thema verfasst und maße mir an, doch ein klein Wenig von der Materie begriffen zu haben. Zunächst mal zu sein.de: Ich kannte die Seite bisher nicht, und den Themengebieten nach zu urteilen werde ich die auch nicht näher kennenlernen. Eine Seite, bei der ich nach gefühlten 20 Klicks immer noch nicht weiß, um was es da eigentlich geht, ist mir grundsätzlich suspekt. Mag sein, dass da was nettes hintersteckt; ich werde mich damit hier und jetzt aber nicht weiter befassen. Das Thema ist der Artikel, und seine zwielichtige Haltung zum Transhumanismus. Auch will ich den Artikel jetzt nicht Zeile für Zeile aufbröseln. Teilweise sammelt der Text objektiv und vorbildlich Fakten zu dem Thema; ist als Neueinstieg in selbiges aber nicht wirklich geeignet. Ich will euch auch gleich sagen, warum das so ist. 

Der Text wurde von David Rotter verfasst. Dieser Herr Rotter wird in der Autoren-Info mit einem netten Bild vorgestellt. Und direkt daneben steht dann dieser Satz: 

glaubt an das Leben.

Ich wage das nicht anzuzweifeln, ich kenne den Herrn ja nicht. Mit auf den Weg geben möchte ich ihm aber mein Verständnis des Transhumanismus; und gleichzeitig auch seine Haltung ein klein wenig kritisch beleuchten. Wer den Text (wird am Ende meines Artikels verlinkt)  aufmerksam liest, der liest – nicht nur zwischen den Zeilen – eine gewissen Zukunftsangst heraus. Da frage ich mich doch: Wen man an das Leben glaubt (was für mich schon schwerlich zu begreifen ist…weil ich nicht weiß, wie das gehen soll: Wir leben. Das ist Fakt. Was muss ich da noch glauben?), wie kann man dann Angst vor einer- wie auch immer gearteten – Zukunft haben? Für mich ist das widersprüchlich. Warum das so ist, dazu komme ich gleich. Jedenfalls: Das Leben passiert, da kann man nun Angst vor haben, auf die bösen Transhumanisten schimpfen, die Wahl hat ja jeder für sich. WENN man dann losschimpft, sollte man aber auch wissen, wovon man da spricht. Finde ich. 

Ich möchte erstmal nur einen Satz von sein.de raubmordkopieren und meinen Senf dazu abgeben:

Der Transhumanismus offenbart sich für mich als eine Form von Wahnsinn, angetrieben von Allmachtsphantasien und der Angst vor dem Tod.

Aha. Also: Ich bin Transhumanist und wahnsinnig noch dazu. Passt schon. Von Allmachtsphantasien möchte ich mich distanzieren; und die Angst vor dem Tod habe ich möglicherweise mit einigen anderen Menschen des Planeten gemeinsam; damit kann ich gut leben (Nebenher: Was geschieht denn eigentlich NICHT aus der Motivation heraus, dass wir das einzige Tier sind, was seinen Tod (er-)denken kann? Genau: Gar nichts, ALLES was wir tun hängt damit zusammen. Genau deshalb ist dieser Begleitsatzabschnitt reiner Populismus. Irgendwas mit Tod liest sich halt immer dramatischer, nehme ich an….)

Nun mein Statement. Zu dem Text und zu Ihren Ansichten, wehrter Herr Rotter. Der einzige der hier Allmachtsphantasien hat, sind sie. Denn: Nur Menschen die nicht die Weitsicht besitzen, Angst vor ihr haben, die sich nicht mit möglichst vielen Optionen einer menschlichen Zukunft befassen – oder anders: die nicht die Eier in der Hose haben zu sehen, dass wir nur Sternenteile und sonst gar nix sind  – glauben daran, dass der Mensch die Krönung der Schöpfung sei. Nur kleingeistige Menschen sehen in der Zukunft eine Bedrohung. Nur Menschen, die – nach meinen Begrifflichkeiten – nicht zu Ende gedacht haben, sagen Sätze wie den hier oben drüber.

99,89% aller Arten und Rassen des Planeten Erde sind in den letzten Jahrtausenden/Jahrmillionen vom Erdboden verschluckt worden. Darwin war da schon recht weit mit seiner Denke; schätze ich. Auch sehe ich (bisher) keinen – aber auch gar keinen! – Grund, warum das mit uns Menschen anders laufen sollte. Die Fakten sprechen für sich: Bis auf einige Mikroben und Unterwasser-Aliens lebt hier nichts mehr von dem, was vor Jahrmillionen noch die Erde bevölkerte. 

Deshalb sind die Ängste und Allmachtsphantasien bei Ihnen zu suchen, Herr Rotter, und nicht bei den Transhumanisten (die Ihre Religion übrigens zu großen Teilen mit einem Augenzwinkern betrachten; was Ihnen leider entgangen ist); Ich als Transhumanist weiß: Ich bin nicht Gott, werde es nie sein, und das was nach mir kommt, kommt nach mir, es hat seine Berechtigung und es wird gut so sein, wie es dann eben ist. 

Einen habe ich noch: 

Es geht um die Entstehung eines Volkes von auserwählten Gott-Menschen, die in den Cyber-Himmel aufsteigen, wo sie als allmächtige und unsterbliche Götter leben, Universen erschaffen, sich mühelos durch Raum und Zeit bewegen und weder natürlichen noch ewigen Gesetzen unterworfen sind. Karma, Wiedergeburt, Sünde und Ethik gelten für diese Wesen nicht mehr, sie haben sich abgekoppelt.

Falsch: Die Transhumanisten haben begriffen, das wir Menschen möglicherweise in (einer evtl. nicht mehr allzu fernen) Zukunft abgelöst werden. Vom Übermenschen, von den Posthumanen, von A.I.'s, von etwas besserem; nennen Sie es wie sie wollen. So geschieht das nämlich seit Abertausenden von Jahren auf diesem Planeten. Manch' einer nannte das dann Evolution. 

Etwas einseitig empfinde ich auch den Blickwinkel des Artikel im Bezug auf die transhumanistische Bewegung rein in den USA. Es gibt diese auch in Deutschland: transhumanismus.org -> Schon auf deren Startseite wird der sein.de-Artikel in seiner Grundargumentation ausgehebelt. Lesen Sie mal das hier, Herr Rotter:

Durch den raschen Fortschritt der Technologie wird es den Menschen bald möglich sein, sich auf neuen Wegen selbst zu entfalten. Diese faszinierenden Möglichkeiten bergen aber auch Gefahren: Im extremsten Fall könnten die Zivilisation und die Lebensgrundlage durch ein technisches Desaster gefährdet werden. Jedoch sind wir als Transhumanisten daran interessiert, welche Lösungen neue Technologien bieten können und wie diese am besten, sichersten und verträglichsten eingesetzt werden und wie eben diese Katastrophen vermieden werden können. 

Ich sehe da keine Möchtegern-Götter oder gar eine Techno-Elite. Ich sehe – und lese – da mehr Menschlichkeit raus, als Sie in Ihrem Text vermitteln konnten, Herr R. Der Trans-Humanismus beinhaltet das Wort Humanismus nämlich nicht nur als schmückendes Beiwerk. 

Der Transhumanismus hat es sich zur Aufgabe gemacht, den beschriebenen (und möglicherweise unausweichlichen) Übergang so humanistisch und ethisch korrekt wie nur irgendwie möglich zu gestalten. Der Transhumanist hat die Weitsicht, die Ihnen fehlt, Herr Rotter. Die Vogel-Strauß-Taktik: Kopf in den Arsch, wir Menschen bleiben für immer an der Spitze, wird nicht funktionieren. Nicht, wenn es so weitergeht, wie bisher (wovon ich ausgehe. Ausgehen muss) Schon deshalb nicht, weil auch auf Ihrem Planeten irgendwann die Sonne dafür sorgen wird, dass nach dem Inferno eines schwarzen Loches  eines weißen Zwerges (zu dem unsere Sonne unweigerlich mutieren wird) nicht mehr viel über bleibt. – Das wiederum nennt sich dann Physik und Astronomie.

Ich bin Transhumanist weil ich glaube, dass die Menschheit ein Ende haben wird. Nicht, weil ich meine eigene Endlichkeit in Frage gestellt sehen möchte. That easy. Sie, Herr Rotter, schließen ihren Text mit dem Satz: 

Ich jedenfalls bin ein Terraner.

Ich schließe meinen Text mit den Sätzen:

Ich bin ebenfalls Terraner. Möchte aber doch ganz gerne einmal die Ringe des Saturns besuchen. 

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Nespresso – Der Vollidiot!

and-i-care-so-much

Ich kann nicht anders. Ich hab den gleich verlinkten Artikel nun schon auf Facebook geteilt und in der Kantine verbloggt. Der ist aber so gut, der geht nochmal. Hätt' auch von mir sein können. 

Die Vorgesichte: Ich war Ende 2012 in Brügge und an der See in den Niederlanden. Im Hotelzimmer stand eine dieser apokalyptischen Nespresso-Maschinen. Ich hasse Nespresso. Die Dame™ und ich haben jeden Tag alle neu aufgetischten Nespresso-Aluminium-Kaffee-Pillen leer gesoffen. Die Diskrepanz ist offensichtlich. Wir sind blöde Arschlöcher und an Bequemlichkeit gewöhnt. Ich hasse Nespresso. Weil er lecker ist. ///  Im Sommer 2012 habe ich auf einer Anhöhe in Dänemark 14 (abgezählte) Kaffeebohnen in meinen Wanderkochtopf über dem offenen Feuer geröstet und mit abgekochtem Tümpelwasser aufgegossen. Auch das geht. Was ich sagen will: Das Leben ist bunt, der Kaffee is' vielfältig; ich kann's nicht ändern, dass der Kaffee aus der Nespresso-Apokalypse auch noch lecker schmeckt. Vielleicht muss ich mir auch gar keine Gedanken machen, woher die eigentlich all' das Aluminium für ihre Kaffeepillen nehmen. Und woher deren Kaffee genau kommt, das will doch eh keiner wissen. 

…wenn ich dann aber am Rande mitkriege, dass das Nespresso-Face George Clooney (der kaffeetrinkende Affenarsch. ich mag den. Aber nur in den Coen-Filmen) für den International Green Award nominiert ist, muss ich mich trotzdem mal ganz kurz fragen: Wer ist hier denn eigentlich der Vollidiot? O__o

Ich würd' ja sagen: Der Nespresso.

Hier ein Auszug, aus dem Artikel, der erklärt, warum das so ist (das mit dem Vollidiot) und dann folgt auch schon der Link zum Kaffeeglück.

Nestlé kam als erster auf die Idee mit dem portionierten Kaffee – in den Achtzigern. Da war aber die Zeit noch nicht reif, es regierten die Ökos. Wenn da ein Schweizer Großkonzern einen Laden mit Teakholz-Theke in Deutschland aufgemacht hätte, wäre er von Umweltaktivisten in die Luft gesprengt worden. Heute ist das Geschäft mit den Kapseln ein Milliardengeschäft. Klar, portionierter Kaffee passt super in unseren modernen Lifestyle: Der kurze Coffee-Shot für den trendigen Großstadt-Single zwischen Business Meeting und After-Work-Party. Nespresso hat den Kaffee aus dem Joch des Kaffeekränzchens befreit, wo er eingekerkert in Rosenthal-Tassen auf Spitzendeckchen unter dem Gekeife von Krampfadern geplagten alten Schachteln ein kümmerliches Dasein fristete. Ich frage den Verkäufer, was so eine Stange mit Kapseln kostet. „10 Kapseln ungefähr 3,50 Euro!“ Ich überschlage im Kopf: Das heißt also 35 Cent pro Stück. Bei circa 6 Gramm Kaffee pro Kapsel. Das sind… Ich rufe begeistert aus: „Krass, das sind ja nur 60 Euro pro Kilo Kaffee!“ Er strahlt mich an. Ironie versteht er auch nicht.

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Pinterest. Der Vollidiot!

Ich möchte mich erklären. Ich schimpfe ja nicht einfach nur so. Also schon. Nur in dem Falle auch aus Gründen. Ich halte Pinterest für einen blöden Vollidioten.

Neulich fragt mich die liebe Christiane was ich denn von Pinterest so halte, auch marketingtechnisch. Da wusste ich nicht so viel zu zu sagen. Erstens habe ich keinen Account bei den Vollidioten, zweitens lassen mich die Whitepaper und Best-Practice-Marketing-Beispiele an den Marketingfähigkeiten des Tools zweifeln. Was nicht heißt, dass es sich entwickelt, und für Marketing-Menschen doch noch zur Cashcow werden könnte. Bisher sehe ich aber da wenig Chancen und auch keine Notwendigkeit, mich tiefer in die Materie reinzufuchsen. Andere Kanäle funktionieren schlicht besser. Doch das ist nicht der Grund für meine gemeingefährliche Betitelung. Den kann man vielleicht besser nachvollziehen, wenn ich ein paar Worte zu dem Screenshot hier oben anfüge. 

In Zeiten von ranzigen Urheberrechts-Diskussionen…, in Zeiten, in denen man mit einem Klick die künstlerischen Fähigkeiten eines anderen als seine eigenen Verkaufen kann,… in Zeiten, in denen eine Quellennennung wichtiger ist als je zuvor…in solchen Zeiten geht mir ein Tool wie Pinterest einfach nur auf den Sack. Was denken die, warum kleine Blogger wie ich über Jahre tausende von Mails an abertausende Künstler geschrieben haben? Warum habe ich in 896 Blogartikeln den Künstler genannt? Weil es geht? Nein. Weil es sich so gehört! (ich werde in zwei Wochen 31. Wenn ich solche Sätze dann bald öfters sage, köpft mich doch. Bitte. Danke) 

Wenn die doch eh schon nix daran verdienen, dass wir alle deren Werke verbloggen, verbrasseln und vermashuppen, ist es weder eine Frage der Ehre, noch eine Frage der Intelligenz, dass man – wenn möglich –  sagt Hey, schaut her, ich zeige euch das, …aber der hier (oder die hier) sind die Urheber, …die sind die, mit dem Talent, …sind die, die eure Kudos, eure Huldigungen und eure Bewunderung verdient haben. Das ist schlicht und einfach faires Verhalten. Das hat Gültigkeit; auch (und gerade!) im Jahre 2012. Davon bin ich fest überzeugt.

Schon Tumblr ist und war mir sehr oft ein Dorn im Auge. Auch da werden Kunstwerke einfach irgendwo heruntergeladen, in das eigne Schrott-Reblog-Tumblr-Blog geklebt, und dann wird gesagt Guckt, was ich geiles habe! Und wem ich es geklaut habe, ist mir doch sowas von scheissdrecksmistegal. Nicht, dass ich das mit einigen Blogartikeln und Tumblr-Postings nicht auch selber schon mal so gemacht hätte. Dennoch habe ich jedes verfickte mal zumindest versucht, herauszukriegen, wer denn hinter dem genialen Bild oder dem umwerfenden Kunstwerk steckt. Wenn ich doch schon was vorzeige, was ich weder selbst gemacht habe, noch sonst irgendwie am künstlerischen Schaffensprozess beteiligt war, dann ist es doch wohl echt das allermindeste, mal mit dem Finger (dem Link) auf den Macher oder den Künstler zu zeigen. Und zu sagen: Gehet hin, und sagt ihm, dass er toll ist! Kunst und Kultur funktioniert meist ganz gut mit 'nem Feedback-Kanal, so meine Erfahrung. Stellt euch doch mal vor, all die Künstler und Freischaffende würden nie gelobt werden; würden nie erwähnt werden…. was denkt ihr, was passieren würde? Genau: Weniger Farben, weniger Werke, weniger Kultur, weniger Kunst, weniger Freude! Für uns alle. Nicht nur für die Schaffenden. 

Und dann kommt Pinterest. Mit solchen tollen Bilderpools wie dem hier oben. Ja, stimmt schon: Da sind sicher 30% der Bilder auch mit eventuellen Quellenangaben versehen. Eventuell deshalb, weil die Quelle in den meisten Fällen ein Tumblr ist, ein Blogartikel ist, oder ein Sammelpool von Kunstwerken ist. Ob man dann über diese Schein-Quellen die echten und respektablen Künstler herauskriegt, steht noch mal auf einem ganz ganz anderen Blatt. 

…wie schön wäre es doch, wenn ich zumindest zu 90% herausfinden könnte, von wem denn die Bilder, die man hier oben auf dem Screen sehen kann, denn eigentlich und ursprünglich sind! Denn: Ich würde nur zu gerne mal bei den Machern vorbeigehen und Danke, dafür sagen! Übrigens habe ich gefühlte 80% der Bilder hier im Blog. Mit Verlinkungen, Credits und dem persönlichen Mehrwert, mit den Künstlern zumindest mal einen kurzen Dialog geführt zu haben. So wie sich das nach meinem (verkappten und persönlichen) Verständnis von Fairness gehört. 

Echte Künstler möchten das ihr Werk gesehen wird. Mehr nicht.

Ja sicher. Und der Weihnachtsmann ist von Pepsi. Natürlich ist an dem Spruch auch was dran. Aber ey, was kostet es mich, mal kurz zu googeln, einen Link zu setzten? 30 Sekunden? Eine Minute? Es kostet mich Zeit, ja. Die (mögliche) Freude, die ich aber einem Künstler mit dieser kleinen Aufwendung mache, ist weder bezahlbar noch kann man diese in eine Waagschale werfen. Denn die haben es sich einfach verdient. So oder so. Nicht ich, nicht mein Blog, nicht mein Feedreader und schon gar nicht mein Tumblr-Blog mit zwölfjährigen Hungerhaken-Mädchen. 

…vielleicht ist Pinterest aber auch nur eine Ausgeburt der höllischen Neuzeit. Vielleicht muss das so. Vielleicht habe ich etwas nicht kapiert. Oder vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt für diesen Humbug. Mag ja alles sein. Gut finden, muss ich diese Entwicklung aber dennoch nicht.

Für mich ist und bleibt Pinterest genau aus diesen Gründen ein Vollidiot: Ich will wissen, wer mir eine Freude macht. Denn: Vielleicht kann ich mich ja irgendwann mal sogar mit einem Link oder einen Nennung bei dem Freudenmacher revanchieren! Miteinander, statt jeder für sich, und so. 

Das wär' mal wieder schön. Ihr bunten Bildereinklebspinner. 

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