Angst vor dem Supergehirn?

Endlich! Endlich mal wieder ein Leit Medien-Artikel, der sich nicht nur mit einigen meiner liebsten Themengebieten (Robotik, Übermenschen, Liebesroboter und so weiter) beschäftigt, sondern das Ganze auch von einer Seite beleuchtet, die viel zu selten betrachtet wird: Technik, die den Menschen nicht nur überholt, sondern ihn auch auf der Strecke bleiben lässt, ja in fast schon überfährt.

Was ich meine? Ein praktisches Beispiel: Als im Jahre 1876 im schönen in Köln die Deutz AG die ersten Viertaktmotoren produzierte, hatte sicher noch niemand was von Umweltzone oder Smog gehört. Geschweige denn sich Gedanken um so einen Schnickschnack gemacht. Heute aber heißt es: Da kommt Qualm raus, das macht Lärm und stinkt, das muss weg. Ergo: Die Technologie war schneller als der Mensch und seine eigentlichen Bedürfnisse (kein Qualm, Ruhe, etc) Beim Thema Automobil und Umwelt ist das sicher schon schlimm genug, jedoch aber mit viel Mühe und vielen Vielleichts noch abwendbar; zumindest aber eingrenzbar (Öko-Autos, Umweltzonen, Katalysatoren, Tempolimits, etc etc) 

Was aber passiert, wenn wir eine technische Evolution erleben, die schneller vonstatten geht, als der klügste Mensch auf dem Planeten 1 und 0 sagen kann? Was dann? An anderer Stelle habe ich mich dazu (u.a auch zum Blue Brain-Projekt) mal etwas länger ausgelassen: Hallo Übermensch! Und hier steht dazu auch noch was. Ich darf mich mal kurz selbst zitieren:

Nach meiner bescheiden Einschätzung bleibt nur eine Möglichkeit: Wenn wir in den nächsten zwölf Jahren etwas schaffen wollen, was so intelligent sein soll, wie wir es sind –  oder gar noch vernunftbegabter! – dann sollten wir diesem Dings alle (und zwar wirklich alle!) Möglichkeiten mit auf den Weg geben, die wir Zweibeiner auch haben. Und noch mehr! Einfach nur einmal die totale Anarchie wagen! Die totale Freiheit. Den Zugang zu allen Informationen, die jemals irgendwo irgendwie eindigitalisiert wurden. Und bis 2023 werden das 'ne Menge sein. Dann schauen wir mal, was draus wird. 

An diesem Statement hat sich bis heute nichts geändert. Die Zeiten von Schranken, Regularien und Grenzen sind vorbei. Der alte Mensch darf und kann der wahrhaftigen Information – und somit der wahrhaftigen Intelligenz (ich gehe sogar noch weiter: der wahrhaftigen Liebe!)  – keine Zwangsjacke anlegen! Sonst haben wir 2040 ein Szenario, was uns allen nicht so richtig gut tun wird; ein Szenario, welches dem aus Terminator sehr nahe kommen könnte. 

Ich bin verrückt? Dann scheint zumindest ein gewisser Herrn Thomas Grüter meinen Wahnsinn zu teilen: 

Aber nehmen wir einmal an, das Werk gelingt, und ein Großcomputer bildet tatsächlich ein menschliches Gehirn nach. Die Mensch-Simulation würde dann unbedingt behaupten, ein bewusstes Individuum zu sein. Demzufolge müsste man sich Gedanken darüber machen, ob ein solches Kunstgehirn Rechte hat. Es würde sich als Mensch fühlen, Schmerz empfinden können, Ziele haben, ein Leben führen wollen.

Weiter schreibt er: 

Man darf davon ausgehen, dass die Computergehirne alles tun würden, um ihre Unsterblichkeit zu sichern. Sie würden also eventuell gegen die Menschen um die Macht über Rohstoffe und Energiequellen kämpfen. Vernor Vinges pessimistische Prognose könnte realistischer sein, als man dies auf den ersten Blick erwartet hätte.

Meine Rede. Wir müssen schon jetzt – heute, im Jahre 2012 -, überlegen, ob und welche Grenzen wir denen auferlegen, die nach uns kommen (denn das da welche kommen, ist doch wohl klar, oder?) 

Toller Artikel, echt mal! Der spiegelt so unglaublich viel vom dem wieder, was ich u.a hier seit Jahren runterpredigeleiere. Mein Dank geht an Herrn Grüter! Mit Ihnen würde ich mich ja zu gerne mal länger unterhalten!