Warum es mit Blogs in Deutschland nie was werden kann…

UnbenanntWarum es mit Blogs in Deutschland nie was werden kann: Weil es Bloggerinnen wie Mel gibt, die mir ernsthaft (und vor allem UNSERER potentiellen Kundschaft!) erzählen will, ihr Blog würde sie 1.400 € im Monat kosten.

Hier ihre Beispielhafte Rechnung, man beachte gewissenhaft den Hinweis, es handelt sich hier um durchschnittliche Fixkosten:

  • (zugrunde liegt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 €)
  • Blogposts (8 Posts á 5 Stunden inkl. Recherche, Rezeptplanung, Einkauf Lebensmittel, Kochen, Styling Food und Props, Fotografie, Bildbearbeitung, Text und Rezept schreiben, Fotos hochladen, Korrekturlesen; 40 Stunden): 340,– €
  • Moderation von Kommentaren und Spam im Blog (3 Stunden): 25,50,– €
  • Pflege der Social Media Kanäle (15 Stunden): 127,50 €
  • Archivierung und Ablage von Inhalten und Bildern (3 Stunden): 25,50,– €
  • Wartung CMS, BackUps, Updates Software und Plugins (3 Stunden): 25,50 €
  • Beantwortung von E-Mails, allgemeinen Anfragen, spezifischen Fragen zu Rezepten und Bloggen sowie Kooperationsangeboten (8 Stunden): 68,– €
  • Fortbildung Technik und Recht (2 Stunden): 17,– €
  • Vorbereitende Buchhaltung, Korrespondenz mit Steuerberater und Finanzamt (2,5 Stunden): 21,25 €
  • Abholung von unerbetenen Warensendungen von der Post oder den Nachbarn (2 Stunden): 17,– €

Schon Punkt 1: Wer den gesetzliche Mindestlohn im Kontext Blog, dann noch im Kontext Blog in Deutschland anführt, hat bei mir schon verloren und offensichtlich wenig Empathie für die Sache an sich. Bloggen ist Leidenschaft, das was sie da macht Kapitalismus. – Was sie natürlich machen kann, damit hab ich ja nix am Hut. Womit ich aber was am Hut habe: Mit dem Bild der Blogs im Lande ganz allgemein. Das wird nämlich nicht besser, wenn da so 'ne Kochmutti einfach nur Blödsinn verzapft. Ich habe ehrliche Kunden, die Glauben so eine Kacke nachher noch. Deren Geschäft läuft dann – trotz meiner Beratung auf solche Geldblogger nix zu geben – schleppender, weil sie solchen Geld für nichts und wiedernichts in den Rachen werfen. Ja, auch bei mir geht es da nicht ausschließlich nur um Leidenschaft, natürlich auch um Kohle. Nur: Ich verdiene mein Geld nicht mit ehrenlosem Gelüge. – Ich brösele ihre Rechnung jetzt nicht komplett auf, das ist mir viel zu blöde, alleine schon der Posten Computer, 55€, Monat…

Schmeisste vor lauter Kochen alle zwei Minute deinen dämlichen Laptop in dein goldenes Waschbecken, oder was?

Einen Computer hat jeder Haushalt zu Hause. Das ist so, als würde ich bei Advertorial / Werbe-Anfragen für meinen Blog meinen Preis mit der Anschaffung der teueren AEG-Spühlmaschine rechtfertigen. Völlig an den Haaren herbeigezogen, schädlich für alle Blogs, echt peinlich, Verarschung am Kunden; und dazu einfach nur viel viel zu durchsichtig. These: Sie ist sich darüber im klaren, dass ihre Leistung nicht viel wert ist, rechtfertigt ihre Preise damit, sich selbst von Links nach Rechts in die Tasche zu lügen. – Kann man manchen. –  Anders kann ich mir so 'nen Stuss jedenfalls nicht erklären. Oder sie ist bezahlt, damit sie besser bezahlt wird O__o Kann ich ihre Steuererklärung mal sehen, junge Dame?

Warum das mein Bier ist? Na weil ich seit acht Jahren blogge, nicht einen Cent investiert habe, den ich nicht eh investiert hätte, und dazu noch – wenns knapp wird – einige Hunderter im Monat mit dem Teil hier verdienen kann. Weil: Leidenschaft. Und kochen kann ich auch. 

Wenn nun also alle glauben was sie da schreibt, siegt mal wieder das Kapital über die Idee, und da Blogging sowohl Berufs- als auch Lebensalltag für mich ist, fühle ich mich bei sowas echt persönlich angepisst. Und das nicht zu wenig. Wenn sie nun so transparent ist, wie sie tut, …hier mal an dich direkt, werte Mel: 

Kannst du eben noch mal neu rechnen und das Wort BLOG aus dem Text nehmen? Wär' echt nice!

Ach, liebe LeserInnen, hier, n geiler Kochblog, kost' auch nix der Link: kantinaporn.wordpress.com

Update: Gerade kommt die Mail der Bloggerin, dass sie meinen Kommentar in ihrem Blog nicht veröffentlich kann, weil… ihr könnt es euch denken. Soviel dazu. Aber: Ja liebe Kunden, kaufen sie, kaufen sie, hier geht alles mit rechten Dingen zu und ihr Feedback können sie sich in den Arsch schieben. 

Update2: Jeder / Jede die da in den Kommentaren zustimmt und schreibt: Das zeige ich ab sofort meinen Kunden! sage ich: Man kann sich auch verkaufen, ohne sich zu verkaufen. Idioten.