Köln: Jetzt mit Aussichtspunkt für Idioten!

Hier im christlichen Köln immer alle so: Schlaglöcher! Krippenplätze! Jesus! Kein Geld mehr da für nix; man verliert den kollektiven Glauben. Langsam, aber endgültig. Und jetzt das: Aussichtstürme aus der kapitalistischen Hölle! Und so sehen sie auch aus. Kostenpunkt: 218.000 Gaffelkorken. Damit ich dann voller Wanderlust ein Metallgerippe emporklettern kann. O__o Um was zu sehen? Die völlig verbaute und potthässliche Skyline von Köln?

Ich weine gleich. Ehrlich. 

Und welche Art der Bürgerbeteiligung soll es da gegeben haben? Wo sind denn die? Die sollen dann aber auch ja schön alle da raufklettern. Und runterfallen. 

Im Jahre 1955 entstand in Köln nämlich schon mal ein fastnatürlicher Hügel: Die Glessener Höhe. Und von da hat man wirklich 'ne tolle Aussicht:

Mit den leblosen Körpern von grausamen Menschen die sich so ein Naherholungskonzept ausgedacht haben baue ich euch 'nen Turm von hier bis zum Mars. Kostenfrei. Echt mal.

– Hat jemals einer von euch sowas gesehen und dazu dann Aussichtsturm gesagt!? Gibt es denn die Liebe noch oder sind alle Bäume zu Büchern geworden? Wieso schiebt man nicht den Dreck, den man aus dem Pulheimer-See gebaggert hat, einfach aufeinander? Warum steht das Teil fast direkt auf der A1, ist nur 5,80 Meter hoch​ und macht überhaupt gar keinen Sinn? 

Wo muss ich anrufen und was explodiert am schnellsten?

Herrje. 

(Wer sich an die Müllgate-Sache hier in Köln erinnen kann, kann evtl. auch besser nachvollziehen, warum ich bei solchen Projekten, immer recht, öhm, argwöhnisch reagiere…)