künstliche intelligenz

WTF!? Maschinenfrieden! FTW!

Müsst ihr sehen! Bzw. Lesen! (ob das alles so stimmt und wirklich so passiert ist…ich weiß es nicht. Trotzdem: IRRE!) 

Für die nicht-so-englisch-verstehenden wage ich den Versuch einer kurzen Zusammenfassung: Da hat irgendein Nerd einen Quake 3-Server vier Jahre lang laufen lassen. Weil er vergessen hatte, dass es diesen Server überhaupt gibt. Dann entdeckte er diesen Foren-Thread (Bild unten) und schwupps, fiel dem Nerd der Server wieder ein. Nun ist es so, dass die Computer-Gegner (NPCs) in Quake 3 damals schon (relativ) revolutionär programmiert waren; nämlich angelehnt an das Prinzip eines künstlich-neuronalen Netzwerkes (based off an artificial neural network). Ergo: Die Gegner aka Bots lernen stetig mit, passen sich dem Spieler an und stellen ihn – selbstlernend wie sie sind – immer wieder vor neue Herausforderungen. Künstliche Intelligenz in Kinderschuhen, sozusagen. Die probieren unzählige Taktiken aus, lernen wie sie länger am Leben bleiben (und euch am schnellsten, effektivsten, einfachsten den Kopf wegballern können); Stichwort: Mustererkennung / Musterabgleich. Diese Muster und Learnings speichert das Programm in Logfiles ab. Die logischerweise parallel zur Länge des Matches immer umfangreicher werden.

Jedenfalls: Dem Nerd aus dem Forum fiel dieser Server wieder ein. Auf dem er vor vier Jahren 16 Bots aufeinander losgehen lies, nur um zu sehen, wie schlau die in letzter Konsequenz eigentlich wirklich werden könnten. Und jetzt kommt es: Der Nerd loggt sich in den Server ein, und guckt, auf welcher Map sich die Bots gerade um Kopf und Kragen ballern. Und wie sie das wohl machen. Nach all' der Zeit. Er schnappt sich also irgendeine dicke Wumme und macht sich auf die Suche nach den (mittlerweile doch recht schlauen) Bots.

Er findet sie.

Und. Die. Stehen. Alle. Still. 

Und es kommt noch besser: Die stehen still, sind aber nicht abgeschmiert. Das erkennt er daran, dass die Bots ihn wahrnehmen, in nur blöde anstarren und ihre Köpfe in seine Richtung drehen. Völlig untätig  und ruhig, einfach so. Ist das Creepy, oder was ist das? Oder gar der Beleg dafür, dass rational-programmierte Maschinen uns eine Sache voraus haben? Nämlich die Erkenntnis, dass ein Toter immer schlechter ist, als keiner. Das die einzige richtige Lösung des Kriegspiels die ist, das Spiel gar nicht erst zu spielen. Das die beste Lösung für's Überleben der Frieden ist. 

Creepy, sage ich ja. Es geht weiter: Der Nerd knallt einen der Bots in den Kopf. Was passiert? Alle anderen Bots rennen zu der Waffe, die ihnen am nächsten ist, killen den menschlichen Eindringling…. und dann: Raucht der Server ab.

O__o

Jede Logfile-Datei hat in den vier Jahren 512 MB an Daten gesammelt. Je Bot. Man könnte nun also sagen: In diesen 512 MB steckt die wahre Erkenntnis; immerhin sind es echte Erinnerungen, die sich da angehäuft haben. Wenn auch nur in einer Maschine (was für mich keinen Unterschied macht. Aber das wißt ihr ja) 

Das ist das dickste Dingen, was ich dieses Jahr im Internet entdeckt habe (bzw. der Rolli, der mich darauf hingewiesen hat) Was für Implikationen das hat… was man daraus alles philosophisches stricken könnte… das ist so irre, ich bin hin und weg, echt jetzt. 

Hier der komplette Screenshot (und sagt mir doch mal untendrunter, dass das alles Quark ist und nicht sein kann. Weil…!?)

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Das Chinesische Zimmer


Da ich dieser Tage immer mal wieder in Publikationen von Freeman Dyson rumblättere – und ehrlich gesagt nicht wirklich viel von dem kapiere, was er da so faselt – dachte ich mir, dass ich mir – neben dem hypothetisches Konstrukt der Dyson-Sphäre (die, die fast so funktioniert wie die berühmten Staubsauger…) – auch mal ein paar etwas weniger anspruchsvolle Gedankenexperimente ansehen könnte.

Wie bekannt sein sollte, bin ich großer Fan der gedanklichen Idee, eine Katze mit einer Atombombe zusammen in eine Kiste zu stecken. Denn: Basierend auf dem Experiment des Quanten-Schrödingers kann man unendlich viel ableiten und die wildesten Diskussionen und Spekulationen in die Welt hinausposaunen. Ob philosophisch, technisch oder sozialwissenschaftlich betrachtet…das gibt dermaßen viel her, dass man (ich nicht) Bücher darüber schreiben könnte. Kurzum: Ich mag das Gedankenexperiment so gerne, weil es so verdammt nichtsnutzig daher kommt. Und zu gleichen Teilen wissenschaftlich höchst wertvoll ist. Da wären wir dann auch wieder bei einem meiner allerliebsten Themenbereichen: Die Dualität aller Dinge, das Leben ist bunt, und nicht nur Ying und Yang. Und so. Ihr kennt das. 

Jedenfalls bin ich bei Recherchearbeiten für meine Doktorarbeit auf Das Chinesische Zimmer gestoßen. Klingt erstmal unaufgeregt; ist es aber sowas von überhaupt nicht. Bevor ich jetzt mit Alan Turing und Blade Runner und der Voight-Kampff-Maschine anfange..lest, versteht, staunt und denkt lieber selber mal drüber nach:

Searle beschrieb einen geschlossenen Raum, in dem sich ein Mensch befindet. Ihm werden durch einen Schlitz in der Tür Zettel mit Geschichten auf Chinesisch zugestellt. Er selbst ist der chinesischen Sprache nicht mächtig und versteht somit weder den Sinn der einzelnen Zeichen noch den Sinn der Geschichte. Danach erhält er noch einen Zettel mit Fragen zu der Geschichte (ebenfalls in chinesischer Notation). Der Mensch findet des Weiteren einen Stapel chinesischer Skripte und ein „Handbuch“ mit Regeln in seiner Muttersprache vor. Das Handbuch ermöglicht es ihm, die Symbole mit der Geschichte in Verbindung zu bringen, allerdings ausschließlich auf der Ebene der Zeichenerkennung (über die Form der Zeichen). Auch entnimmt er dem Handbuch Anweisungen, welche Zeichen er (abhängig von den Zeichen der Geschichte und der Fragen) auf den Antwortzettel zu übertragen hat. Er folgt also rein mechanischen Anweisungen und schiebt das Ergebnis (die „Antworten“ auf die Fragen) durch den Türschlitz, ohne die Geschichte oder die Fragen verstanden zu haben.

Vor der Tür wartet ein chinesischer Muttersprachler, welcher die Antwortzettel liest. Er kommt aufgrund der Sinnhaftigkeit der Antworten zu dem Ergebnis, im Raum befinde sich ebenfalls ein Chinesisch sprechender Mensch. Das Gedankenexperiment hatte mehrere Deutungen zur Folge.

Diese Deutung(en) könnt ihr in aller Ruhe mal auf Wiki nachlesen. Und nachher auch nicht schlauer sein als vorher. Geht super. 

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