Jan 7 2011

Kurzfilm: Outside

Chris

Lange ist's her, seitdem ich das letzte Mal einen tollen Kurzfilm entdeckt habe. Jetzt isses aber endlich mal wieder soweit: Outside heißt das gute Stück; und folgende  Menschen zeichnen sich für die tolle Idee des Movies verantwortlich:

Produzent: Eddie Robson. Director: Thomas Wightman. Geschrieben von: James Roper, Rob Bailey & Thomas Wightman. Kamera: Phil Wood. Sound Design: Marcus Alexander. Musik: Janek Schaefer. Cast: Insider: Regan Bevons. Apprentice: Maeve Rendle. Artist: Terry Naylor

Ich erwähne die alle explizit, weil die alle ihr Handwerk verstehen. Worum es geht?

Three lives are connected in a world whose inhabitants predominantly prefer the secure realities of an implicit inside world to that of the physical world.

Knaller! Knaller, allein schon wegen der Perspektive. ICH (bekennender Transhumanist) stelle mir immer ab und zu mal vor, wie die (digitale) Welt nach dem Mindupload denn so aussehen könnte. Die Idee des Film packt mich deshalb so sehr, weil  ich mir ehrlich gesagt kaum Gedanken darüber gemacht habe, was denn eigentlich mit dem Offline-Planet so passieren mag, wenn wir alle eindigitalisiert wurden.

Klar, an einigen Ecken des Webs habe ich ellenlange Diskussionen darüber geführt, warum denn der Mindupload erstmal nur für wohlhabende (besser: steinreiche) Menschen zu haben sein wird (Ganz einfach: Neue Technologien sind meistens erst mal sauteuer). So gut wie nie habe ich aber daran gedacht, was passiert, wenn sich plötzlich 99% aller Erdlinge eine Konvertierung in eine bessere digitale Welt leisten könnten.

Ich bin aber auch davon ausgegangen, dass der Zeitraum der globalen Mindupload-Bewegung, mit der endgültigen Eroberung des Weltraums zusammenfällt und wir dann alle völlig verchipt in einem Super-Rechner um einen Saturnmond kreisen. Was natürlich reine Utopie ist. Daher: Ein wirklich toller Gedankenansatz der Filmemacher! Ich bin begeistert (und werde darüber nachdenken müssen, was man mit der Welt anfängt, wenn endlich keiner mehr da ist, der sie kaputt machen kann). 


Jan 7 2011

most dramatic kitten. ever.

Chris

Eben noch auf sämtlichen Spaßblogs der Welt, jetzt schon auf unserer Showbühne: Drama Kitty! 

…ey, nee, ey, die is' aber auch zu geil, die muss ich einfach hier drinne haben O__o


Jan 5 2011

Review: Heavy Rain

Chris


(Danke an gutschein-codes.de für das Testexemplar vom Heavy Rain)

Heavy Rain? Ist das nicht von 2010? Doch. Klar. Stimmt. Es stand trotzdem auf meiner Must-Play-Liste 2010 ganz weit oben. Und nun habe ich es endlich geschafft: Ich war im Regen unterwegs! Dies sind meine Eindrücke von einer Reise, die mich – und soviel kann ich wohl schon mal verraten – ordentlich beeindruckt hat. Oft und viel wurde das Game Fahrenheit als geistiger Vorläufer von Heavy Rain betitel. In der Tat ergeben sich einige Parallelen. Fahrenheit überraschte mich genau so mit Innovation, Spannung und Tiefgang wie es Heavy Rain geschafft hat. Nur steht Heavy Rain technisch bedingt einfach zehn mal besser da.

Auszeichnendes Merkmal bei beiden Spielen ist die neuartige, cineastische Bedienung des Spielgeschehens. Kurz: Das Fuchteln und Drehen am Controller und seinen Knöppen. Daher möchte ich auch mit der Steuerung und Bedienbarkeit von Heavy Rain beginnen.

Das Spiel lässt den Spieler filmähnlich von Szene zu Szene springen. Innerhalb dieser Szenen gilt es dann zu interagieren. Dazu gehört beispielsweise das ruckartige Rütteln des PS3-Controllers, das vorsichtige Im Kreis Drehen des Analog-Sticks, oder das Drücken der Schultertasten im Dampfhammertakt. Eine Kombination all dieser Steuerungsmodi ist auch mal drin. Dann wird 's stressig, denn die Quicktime-Events verlangen einem oft so einiges an Aufmerksamkeit ab. Dies führt wiederum dazu, dass sich die Spielatmosphäre zudichtet und man regelrecht fiebrig vor dem Monitor sitzt. Die Eingabeanforderungen ergeben eigentlich immer Sinn. Ich persönlich fand die Fingerglied-Abschneid-Bewegung wirklich besonders logisch… ritscheratsche. Anmerken möchte ich hier: Schon wegen der erweiterten Steuerungsmöglichkeiten von Playstation Move würde sich ein erneutes Spielen sicher lohnen. Move habe ich aber nicht. Ihr vielleicht?)

Zur Story: Ethan Mars ist ein geschiedener Architekt, Madison Paige ist eine hippe Single-Fotojournalistin und Norman Jayden ein ziemlich cooler FBI-Profiler. Allen drei ist eins gemein: Sie alle werden 2011 (da spielt die Story) auf die eine oder andere Weise in eine mysteriöse Kindermordserie  verwickelt werden. Und wie verwickelt, das entscheidet der Spieler.

Ziemlich oft habe ich gedacht: Krass! Was wenn ich's anders gemacht hätte!? Dieses Freiheitsfeature mit Konsequenzen ist einfach grandios; es wurde zurecht massenweise herausgestellt und gelobt. Bemerkt sei aber auch, dass ich sicher drei mal gedacht habe Mmmh, also DAS hätte ich aber anders gemacht! Ich kann mir aber vorstellen, dass in einem nächsten Teil noch weitgehendere Wahlmöglichkeiten eingebaut werden. Insgesamt ist die Story zwar an einigen Stellen etwas kitschüberladen und recht vorhersehbar, durch das direkte Steuern der Geschichte fallen diese negativen Punkte aber kaum in's Gewicht.


Zur OptikLasst uns ehrlich sein: Die Animationen in Videospielen sind immer ein heikles Thema. Und auch Heavy Rain kommt dabei nicht gänzlich ohne Kritik weg: Sie wirken stellenweise recht hölzern.  Wenn einer der Protagonisten mal wieder gegen den Türrahmen läuft stört das weder den Spielfluss, noch tut es der Spannung Abbruch. Es kratzt nur ganz ganz leicht an der ansonsten grandiosen Atmosphäre. Dafür haut einen die Mimik aus den Socken! Man sieht förmlich diese neue Dimension der Kommunikation in virtuellen Welten. Das Thema Nonverbale Kommunikation wird in künftigen Videospielen sicher immer wichtiger; und Heavy Rain setzt (zusammen mit Mass Effect) zumindest in diesem Bereich neue Maßstäbe. Die Texturen wirken zu keiner Zeit langweilig und outen sich auch nicht als simple Platzhalter für was schöneres. Sieht Heavy Rain aus wie ein Film? Nein. Aber das sieht man erst auf den zweiten Blick. 


Zum Sound: Die Musik passt immer zur Situation. Mal entspannt, mal angestrengt, mal hektisch. Eine besser Untermalung für das interaktive Geschehen kann man sich eigentlich kaum wünschen. Die Soundeffekte sind halt Soundeffekte, fügen sich aber nahtlos in die Szenerien ein. Die Synchronisation ist durchaus gelungen, wenn sie auch ab und zu etwas versteift wirkt. 

Sonst so: Es gibt mehrere Enden. Was ich eigentlich bei einem Spiel dieser Machart als Standard ansehen würde; erwähnt sei es hiermit dennoch. Richtig nett gemacht ist dieses ziemlich stylisch visualisierte FBI-Tool, mit dem der Herr Agent da rummacht. Das hat schon was. Auch das man sich seine eigenen Gedanken immer mal wieder auf Knopfdruck anhören kann, ist eine wirklich nette Idee.  

Eben diese Vielfalt von kleinen Ideen, gepaart mit einer durchdachten Story, der innovativen Steuerung und der bombastischen Präsentation machen Heavy Rain (neben Mass Effect und New Super Mario) zu einem der besten Titel des vergangenen Jahrzehnts. Daher meine Wertung:

90%


Jan 5 2011

Cyber-Skibrille: ‘Transcend’

Chris

Irgendwann in den Anfangszeiten diese Weblogs habe ich mal einige Artikel über Gadgets im allgemeinen geschrieben. Dann habe ich festgestellt, dass das andere ja viel besser können und ich auch irgendwie nie die Kohle habe, um mir zumindest mal eins von den tollen, verbloggten, technischen Spielzeugen selbst zu kaufen. Und auch bei diesem 429$ teuren Brillenteil, bleibt mir wohl zunächst nur das virtuelle Bestaunen übrig. 

Warum nun also speziell dieses Gadget? Weil es eine Brille ist. Frauen mit Brillen faszinieren mich seit jeher. Sei es nun der klassische Visor oder eine interaktive Datenbrille. Ich steh' einfach drauf. Nun kommt also die Company recon instruments mit einer neumodischen Ski-Cyber-Brille daher. Da vereinen sich also gleich zwei meiner Leidenschaften in nur einem Gerät: Snowboarden und der eben erwähnte Brillenfetisch. Was will man(n) mehr? Was das Teil kann, außer beknackt aussehen? Das erklärt Euch der Herr Marketing-Chef am besten selber mal: 

So ein Teil würde ich ja einfach mal zum Spaß bei einer Abfahrt tragen wollen. 


Jan 4 2011

Ich self-tracke, also bin ich.

Chris


(Bild mit GPS-Tracking-Kunst von hier: anttilaitinen.com)

Mal ganz unter uns: Self-Tracking-App. Wie klingt das für Euch? Bin ich hier der Misanthrop, weil ich dabei an Penisvergrößerung denken muss? Self-Tracking. Was für'n gigantisch-philosophisches Potenzial in dieser sonderbaren Wortkombination steckt. Man muss sich nur mal vorstellen, man verfolge sich selber (was das Prinzip der Self-Tracking-Apps ist). Man verfolge sich selber und optimiere seine Selbst-Verfolgung in soweit, dass man dabei abnimmt, seinen optimalen Schlafrhythmus findet und womöglich noch den besten Kinoplatz ergattert. Verrückt.

Mich faszinieren zwei Dinge an dem Thema. Einmal der simple Fakt, dass diese (und andere) neuartige Technologien langsam aber stetig in alle Bereiche unseres Lebens vordringen. Diese Evolution beobachte ich seit jeher gespannt und bin immer wieder verblüfft, was der Mensch doch alles so zusammenschrauben kann. Zum Anderen ist es das Marketing hinter den hunderten (!) von Self-Tracking-App-Anbietern.  

…da steht dann auf der Website eines Schlaf-Tracking-App-Anbieters (WakeMate) sowas wir das hier: 

Together, the WakeMate® wristband and application help you wake up feeling refreshed. Our Wakelytics™ analytics platform optimizes your waking hours by automatically analyzing your sleep and illuminating personal habits that affect your sleep

Wir erinnern uns: Es ging um's Schlafen. Wo wir gerade bei Schlafen sind. Wie wäre es mit einem schmissigen Werbetext eines Wie-Gut-Bin-Ich-Im-Bett-Trackingapp für 1,99$? (lovevibesapp) Biddesehr:

It's surprising what you can tell by simply listening to vibrations. Our proprietary software uses three separate movement receptors to analyze your love making in real-time.

Professioneller Apps (bedposted) machen das aber nicht mit Vibrationsmessungen, sondern verlangen ein Einloggen unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr:

Simply log in after every time you have sex and fill out a few simple fields.

Man munkelt hinter vorgehaltener Hand, dass schon unschuldige ungeborene Kinder durch allgemeinen Tracking-Irrsinn mit Twitter (und schlimmeren Dingen) in Berührung gekommen sind. Mutmaßlich mittels einer Bauchbinde. Die tweetet nämlich, wenn das Baby die werdende Mutter tritt (kickbee)

The Kickbee is a device that updates Twitter when a baby kicks its mother from the womb.


(Bild: flickr/bistrosavage/cc)

Noch mal zurück zu meinem Anfangs erwähnten Gedanken. Penisvergößerung. Was bedeutet es eigentlich für mich (und wo wir gerade schon dabei sind:) und für die Welt, dass ich mir eine App (ego-app) auf mein Telefon laden kann, die die folgende Subline trägt: 

You' re important.

?

Muss ich mir diese Fragen überhaupt stellen? Kann das mal bitte jemand tracken? Ruft da doch mal einer an!

Im medizinischen oder sportlichen Bereich mögen solche Apps und Tools sicherlich wahre Wunder vollbringen (traut man den Marketeeren). Doch frage ich mich: Bin ich so wichtig? Ist überhaupt irgendwer so wichtig? Und wieso gibt es diese Sinnflut von Apps, wenn das alles nicht so wichtig ist?  

…die einzige wahre Self-Tracking-App ist ja auch eigentlich der Schrittzähler vom Asimo. Den habe ich nämlich mit der Hand bedient. 

...weitere Links und Auszüge zum Thema:

  • Sie schreibt alles auf, was ihren Körper betrifft. Sie notiert etwa, wie viel Wasser sie trinkt. Als Gesundheitsapostel möchte die 44-Jährige jedoch nicht bezeichnet werden. Sie betreibt das Selftracking schlicht, weil es ihr ein Gefühl von Sicherheit gibt. (http://www.nzz.ch)
  • Liste mir Hunderten Apps und Tools: quantifiedself.com
  • Artikel der NY-Times: The Data-Driven Life

Jan 4 2011

HackThisZine v.11

Chris


In Ausgabe Nummer 11 vom HackThisZine gibt es jede Menge Wikileaks, Anonymous, Defacements, Hacktivisten-Essays, und weiteres wildes Zeug, was man nicht gelesen haben muss.


Jan 3 2011

Ben Newman

Chris


(Bild: © by Ben Newman)

Wer seine Leidenschaft für Shadowrun genau so pflegt wie ich es tue (jeps, ich habe ganze vier Shadowrun-Romane im Regal stehen und habe nicht ein Einziges mal bei einer Runde mitgespielt), dem wird sicherlich schon mal ein Artwork von Ben Newman über den Screen (oder das Buch-Cover) gehuscht sein.

Wirklich festgelegt ist der Gute in seinen Arbeiten wohl nicht: Neben einigen heißen Fast-schon-Softporn-Szenen findet man auch ganz gewöhnlich-hübsche Mädchen und einige nette Haustiere in seinen Portfolio. 


Jan 2 2011

Dead Drops – ‘How to’

Chris

Ich mein', ich hatte irgendwann im letzten Jahr zuerst bei Doktor Katze von der merkwürdigen Idee des Dead Droppings gelesen. Dahinter versteckt sich die Idee des Offline-Filesharings. Zumindest würd' ich es so umschreiben. Guckt das Video, is' ziemlich selbsterklärend, und eine Bauanleitung für ein Selfmade-Offline-Hub ist auch mit dabei.

…was hier nach lustiger Straßenunterhaltung 2.0 aussieht, ist in einigen der großartigsten literarischen Werken längst dystopische Realität: In der Zeit nach dem Netz; nachdem alle kapiert haben, dass totale Vernetzung und Transparenz nicht zwingend eine bessere Welt bedeutet, tauscht man seine digitalisierten Yps-Hefte nämlich eh nur noch zwischen 2 und 3 Uhr Nachts. In verrauchten Hinterzimmern, eingeklinkt, voll verchipt und zugedröhnt und so.