Anarchie

Anarchopandabär

Max schreibt: 

In Kanada geht ein anarchistischer Philosophieprofessor im Pandakostüm um und umarmt Polizisten und Menschen. Warum? Weil es in Kanada immer übler wird, seit die Konservativen wieder an der Macht sind.

Und die Irren von wired

Towering black and white in the crowd, with a few men at his side, like handlers. Feeling like I was going to be alone, off-the-grid in revolutionary Canada for a long time, I slipped up next to him and, without thinking, put my hand on his. Standing next to the panda from the front page of the paper, crashing from the rush up north and over the border, barely slipping into the buzz of the march, it felt quiet.

Anarchopandaromantik. Gute Sache O__o

Helden der Arbeit

Ich bin spät dran, ich weiß.

Dann will ich mich mal als letzter hier in der Selbsthilfegruppensitzung, die wir in der Praxis von Doktor Chris anhalten dürfen, vorstellen.

Hallo, ich bin seit 14 Jahren als el-flojo unterwegs und ich bin internetsüchtig, was ich auf DenkfabrikBlog.de und bei Twitter unter @elflojo jedem zeige, der es sehen will.

Nein, ich will nicht geheilt werden. Dafür macht es viel zu viel Spaß. :)

Mein eigenes Blog befülle ich schon seit 2001 (unter der Domain DenkfabrikBlog.de aber erst seit 2006), was wohl bedeutet, dass ich ein alter Sack bin. da kann ich aber mit leben. Muss ich ja wohl auch.

Momentan versuche ich die Zeit bis zur Rente rumzukriegen, was sich wohl noch ein bisschen hinziehen wird, da sich die APPD ja damals leider nicht mit ihrer Forderung "Jugendrente statt Altersrente!" durchgesetzt hat. Natürlich könnte ich meine BAföG-Zeit als Jugendrente-Periode ansehen, aber musste ich ja zum Teil wieder zurückzahlen. Zählt also nicht.

Gut, dann muss ich eben warten bis ich 75 bin. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass man das Renteneintrittsalter noch ein paar mal sachte anheben wird. Ich stelle mir die Zukunft dahingehend vor, dass wir die Wahl haben werden: Entweder eine Kugel ins Genick für die betagten Helden der Arbeit am Ende ihrer Produktivität oder aber wir werden nackt im Wald ausgesetzt. Nun, solange es im Wald freies WLAN gibt, ist die Sache für mich glasklar: Heja Safari!

Dummerweise wird bis dahin noch sehr viel Arbeitszeit vergehen, die ich wie so viele andere auch in mehr oder weniger einladenden Büros verbringen werde, wo wir mehr oder weniger stumpfe Arbeit verrichten, bis wir von einem Prozess in der Cloud ersetzt werden. Danach geht's dann auf den Seniorenstrich am Bahnhof, wo wir für ein paar NewEuros irgendwelchen Cyborgs die Algorithmen streicheln dürfen.

Wer jetzt empört einwerfen will, dass Arbeit doch toll ist, uns ausfüllt und zu besseren Menschen macht, der soll stille schweigen und sich auf sein "Mitarbeiter des Monats"-Bild als Autobahntoiletteniederlassungsschichtleitungsassistent einen runterholen. Nein, nein, nein! Arbeit ist Scheiße.

Da wir aber irgendwie alle ziemlich krank im Kopf sind gucken wir doch am besten jetzt zum Abschluss der Gruppensitzung noch zwei Videos, die uns die Trostlosigkeit und Redundanz unseres Daseins als kleines Rädchen in der großen Wachstumsmaschinerie vor Augen führen.   Bis bald! Seid immer schön fleißig, ihr Helden der Arbeit. Und wer mehr davon will ist zwar dezent bekloppt, findet aber unter DenkfabrikBlog.de mehr davon.

Das Titelbild basiert auf folgendem Werk: Bergbau von The Noun Project, veröffentlicht  unter CC BY 3.0

Bildgewalt

(Bild:Reuters / © Allison Joyce

Eben les' ich beim katzenartigen Doktor was zum Thema Bullenfischen. Sehr komisch. Echt jetzt.

Wenn man das Bild was DokKatze verbloggt hat mal etwas weiter verfolgt, landet man irgendwann bei einer wunderbar gewalttätigen Bilderserie auf theatlantic.com. Und ich in einem Dilemma. Weil ich öffentlich nicht das sagen kann, was ich sagen will. Wenn ich die Bilder sehe. Weil wir in Deutschland leben. Deshalb. 

Anarchy is the only slight glimmer of hope ~  Mick Jagger. 

Schönes Wochenende. 

♥ ♥ ♥

Anarchisten halten uns den Spiegel vor: So könnte die Welt aussehen, wenn wir wirklich aufgeklärt, mündig und frei wären! Dafür sollte man ihnen ein bisschen dankbar sein und sie nicht ständig als Terroristen oder Chaoten missverstehen. Also, liebe Kollegen in den Medien, wenn das nächste mal irgendwo Chaos herrscht und ihr wollt einen Wiederholungsfehler vermeiden: Nehmt "Durcheinander", "Wirrwarr", "Unordnung" – aber bitte nicht "Anarchie". Und wenn das nächste mal irgendwo eine Bombe explodiert: die Täter sind allemal Terroristen (vielleicht religiöse, vielleicht politische oder verrückte), aber mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Anarchisten.

(Zitat, Dirk Maxeiner & Michael Miersch)

The truth about…

Nice'n'easy und sehr wahr. Was anderes hat uns halt nur unsere beknackte Mediokratie erzählt:

Die Mediokratie ist eine Medientheorie, sowie vor allem ein Begriff der Politikwissenschaft, wonach politische Entscheidungen und Diskussionen sowie die politische Kommunikation in modernen Demokratien nicht mehr primär von den politischen Parteien, sondern zunehmend von den Interessen der Massenmedien, jedoch ebenso von den Einflussmöglichkeiten von Politikern auf diese geprägt werden.

Die dann übrigens zur Mediokratie geführt hat:

Mit dem von der soziologischen Eliteforschung entwickelten Begriff Mediokratie, abgeleitet von lateinisch mediocris „mittelmäßig“ und griechisch κρατειν „herrschen“, beschreiben Sozialwissenschaftler eine hierarchische Situation, in der eher mittelmäßig begabte Menschen die entscheidenden Schaltstellen einer Gesellschaft besetzt halten und ihre Macht dazu nutzen, um höher begabten Konkurrenten den Aufstieg zu verwehren

So in etwa. 

Doku: Die Welt Cyberpiraten

…nette kleine Doku über Hacker und Hackerspaces. Über Hacker, die heute mit Schäuble Kaffee trinken und ihm dabei seinen Fingerabdruck klauen. Über Hacker, die heute zur Schickeria gehören. Über Hacker, die Geräte bauen, mit denen man Spiegel-Online Nachrichten nach belieben verändern und auch an die Leser ausliefern kann (muss ich haben!)  

Ach klar, die Anonymen sind auch wieder mit dabei; es wird kurz erklärt, welche Unterstützung die Jungs und Mädels der Bewegung des arabischen Frühlings zukommen ließen. Eines der letzten Statements der Doku welches ich euch schon jetzt eben mitteilen möchte ist: 

Denn mit dem Internet wird etwas Grundsätzliches in Frage gestellt. Die Hierarchie der Macht. 

Schwarmintelligenter Staat: Island

Als 2009 die erstaunliche Konstellation einer Koalition aus überwiegend links-grünen Politikern den angemufften rechts-liberalen Premierminister Islands – Geir Haarde – schasste, staunte das restliche Europa schon nicht schlecht. Als der zweitgrößte Inselstaat Europas dann damit begann, eine softe – aber offenbar sehr wirkungsvolle –  digitale (R)Evolution ihrer Regierungs- und Staatsarbeiten zu forcieren, flauten die Berichte in unseren Leitmedien stark ab. Aus Gründen, die sicher jeder der mehr als zwei Gehirnzellen besitzt, zusammenreimen kann. Die verrückten Isländer schufen gar ein Ideen-Ministerium und haben neuerdings auch eine crowdgesourcte Verfassung. Das war dann schließlich und endlich zuviel für den durchschnittlichen Zwei-Gehirnzellen-Europa-Politiker.

Dann die Idee, doch mal eben 1.500 Landsleute per Telefonbuchblätter-Zufall einzuladen und die auch noch direkt mitbestimmen zu lassen,… das klang wie ’ne Mixtur aus Anarchie und Kommunismus. Ich fand’s großartig; habe alle News zu dem Thema aufgesogen, wie ein Anarcho-Schwamm. Unsere Politiker und Medienmacher dagegen zogen ihre Scheuklappen immer enger, bis das Thema endgültig von der Bildfläche verschwunden war. Dann plötzlich hatten wir nämlich alle die Schweinegrippe und es starben Milliarden von Menschen in Europa (wenn ihr noch lebt: pures Glück!).

Der Telepolis-Autor Christoph Mann hat zu dem Thema einen wirklich wunderbaren Artikel geschrieben: 

Was dabei herausgekommen ist? Ein Manifest der „Umsonst-Kultur“, ein Shitstorm vertrollter Netzkinder, die Weisheit der Masse, die Zukunft der Demokratie? Das kann jeder nachlesen, im Internet. Schwerpunkte der Neuerungen bilden Gewaltenteilung, Umweltschutz, Informationsfreiheit, Ressourcen, Transparenz und Mitbestimmung.

Kann man das denn alles überhaupt auf unsere schöne deutsche Republik übertragen? mag da jemand berechtigterweise einwerfen. Die Antwort ist: Nein. Wir hatten nämlich noch keinen Totalcrash. Dafür aber ’ne Partei mit Piraten drinne. 

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