science

Die Maschine baut die Maschine baut die


Hier. Dingens. Nano-Replikatoren. Die sich selbst replikantieren replizieren. Die aus sich selbst sich selbst bauen. Die dann das Universum auseinander bauen. Und wieder zusammen. Und damit Energie gewinnen. Um sich selbst zu bauen. Und das Universum. Aus sich selbst. Ihr wisst worum es geht?

Ich auch nicht.

Jedenfalls hatte ich den MakerBot hier schon mal eingeklebt. Nicht zu verwechseln mit Spider's Maker on Drugs (Bild oben). Der Maker hier ist nämlich ein höchst seriöser Open-Source-Rapid-Prototyping-3D-Drucker. Und jetzt kommts: Der MakerBot kann sich selber maken. Doch. Echt. Hier stehts:

[Webca] has made a 3D printed MakerBot with his MakerBot.

Nicht das dass RepRap nicht schon vorher geschafft hätte…aber der Maker sieht einfach geiler aus!

Und die Moral von der Geschicht'?

Gib deinem Maker harte Drogen nicht.

Die Crux mit der unmoralischen bionischen Marketinghand


Ich entdecke eben eine bionische Hand im Interweb. So wie millionenfach zuvor. Mit zwei unterschieden. Erstens: Das Dingen ist Robocop. Das was die Jungs und Mädels da in Rochester, UK zusammenschrauben ist allerfeinste WetWare. Zumindest sagen mir dies die Marketeere der RSLSteeper (Inc.).

Womit ich beim zweiten Punkt wäre: Die Prothese wird so vermarktet, dass ich davon ganz ganz leicht 'nen Moralischen kriege. Ich. Der mit dem Hirnstecker. Echt jetzt.

Es ist aber auch so, dass mich das Marketing zu dem Produkt durchaus fasziniert. Slogans haben 'se jedenfalls drauf:

Die neue Generation von myoelektrischen Prothesenhänden verbindet in idealer Weise innovative Technologie mit natürlichem Aussehen. Sie können eine Vielzahl natürlicher Greiffunktionen in gleichbleibender Präzision ausführen.

Bemerkenswert finde ich auch folgendes: Einige deutsche Techblogs und Portale hatten das Teil schon mal im Programm. Alle äußerten sich recht enthusiastisch zu dem Apparillo, weniger kritisch. Was ich prinzipiell befürworte. Gerade weil ich immer fordere, dass wir alten Europäer uns auch mal etwas relaxen sollten, was den Übermenschen und so angeht.

Trotzdem bekomme ich dieses mal beim Betrachten der Hand (und dem KlimmBimm drumherum) dieses cruxhafte Gefühl. Ich find's geil und iggelig zugleich. Um es einfach mal einfach auszudrücken. 

Gegen einen Follow-Me-On-Twitter-And-Facebook-Button neben einem künstlichen-menschlichen cyborgianischen Körperteil ist sicher nichts zu sagen. Ein recht futuristisch gemachtes Werbevideo finde ich auch echt klasse. Prothetik und Social Media geht sicher gut zusammen…

…und eigentlich weiß ich auch gar nicht so genau, woran ich das zwiespältige Gefühl festmachen könnte. Ich denke, es ist ganz einfach die Botschaft des Labels. Das Marketing. Die Präsentation. Der Coax-Eingang. Die Facebookgruppe.

Die Crux.

Hier. Das Produkt. Das einem Nachtschattengewächs wie dir keine Krankenkasse der Welt bezahlen wird.

Weil du keine hast.

Weil du im Jahre 2052 lebst.

Und die Welt von Google mit Nikehandschuhen bombardiert wurde. 

YeZ – Das Pflanzenauto!


Wir hatten ja schon länger nichts mehr in der Kategorie Ecoauto am Start. Das liegt nicht etwa daran, dass mein Interesse an alternativen Kraftfahrzeugen eingeschlafen wäre, sondern eher daran, dass ich seit geraumer Zeit nichts wirklich interessantes mehr auf dem Schirm hatte. Aber jetzt:

YeZ – Das Pflanzenauto! Das Teil sieht nicht nur, öhm, interessant aus; nein, das kann auch was. Nämlich das hier:

photosynthesizing carbon dioxide from the air and exchanging oxygen back into the atmosphere

Mit anderen Worten: Die Karre ist nicht nur ein echter Energysaver, sondern gibt dem Klima auch noch was zurück. Ein Minus-Emissions-Car, sozusagen. Okay, von den Nachhaltigkeit der Akkus sprechen wir jetzt mal nicht. Dann ist ja die ganze schöne Story im Eimer. Die Kiste hat übrigens Solarpanels auf'm Dach und Turbinen in den Reifen um damit den Golfstrom anzutreiben.

Ich hätt' gern' eins in Tulpenform.

Gott is back!

Genau diese reißerischen Worte gebrauchte ich gestern schon in einem Tweet. Und warum mache ich dazu jetzt extra noch mal 'nen Artikel auf? Weil sich dieser Satz einfach so unglaublich geil anhört:

This is the first self-replicating species on the planet, whose parent is a computer

Mit anderen Worten: Seit neulich gibt es das erste synthetische Leben auf der Erde. Was das jetzt bedeutet? Lest doch mal das Blog hier, ey.

…ehrlich gesagt habe ich auch nach dem dritten mal ansehen des Videos nicht genau gerafft, wem oder was genau die da jetzt Leben eingehaucht haben. Ist das jetzt der Beginn einer neuen Kreationisten-Ära oder sind es doch nur die Weichteile von Robocop, von denen da die Rede ist? Man weiß es nicht. Aber, Hey: It's Synthetic Life, Dude!

Hier noch eben ein YouTube-Comment, der wohl am Besten erklärt, was genau da los ist:

 A better analogy may be that they have completely synthesized a head and placed it on a pre-existing body; AND IT WORKED!

Jesus!

Turning Into Gods


Manchmal wünsche ich mir ein klein wenig mehr transhumanistischen Optimismus. Die Drüben haben das – nach meinen Beobachtungen – etwas besser drauf. Da wird nicht gleich von Wahnsinn gesprochen, nur weil man sich für Kyro-Technologien begeistern kann. Es wird einem nicht radikales Denken unterstellt, wenn man angibt, dass einem die übliche Lebenspanne von etwa 75 Jahren etwas zu kurz erscheint.

Das ist Schade und unter rationalen Gesichtspunkten einfach totaler Quatsch. Formuliert man mal anders, zum Beispiel so…

Ich möchte 100 Jahre alt werden. Das allerdings bei geistiger und physischer Gesundheit.

…sieht man nickende Köpfe wohin man auch guckt. Warum also dann nicht auch 500 Jahre lang das bunte Leben genießen? Anmaßend? Für eine Anmaßung braucht es immer auch ein Maß. Und unter Berücksichtigung aller ökologisch/ökonomischen Bedenken kann ich ganz klar sagen: Ich will solange was davon haben, wie es irgendwie geht. Gerne auch mit USB-Connect im Zahnfleisch. Dagegen empfinde ich eine demütige, kriecherische und unterjochte Haltung als anmaßend. Ergo: Jenes Maß gibt es nicht.

Klar, die moralischen Bedenken sind angebracht und wichtig; gerade wenn man solche "Long-Tail Themen" wie Überbevölkerung und/oder Vergreisung (zwangsweise) in die Diskussion mit einfließen lässt.


Ich für meinen Teil halte beispielsweise Ray Kurzweil nicht für einen Wahnsinnigen (ja, ich weiß was ich hier ab und an mal geschrieben habe: War eh alles nur Spaß), sondern für einen sehr engagierten Forscher mit hoch gesteckten Zielen. Den Tod zu besiegen war schon immer ein Wahnsinns Traum des Menschen. Warum also nicht mal ernsthaft darüber nachdenken?

Biotechnologie, Nanotechnologie, Artifizielle Intelligenz. All das passiert heute. Jetzt gerade. In diesem Moment. Wir sollten uns nicht scheuen, dem Tod ein Schnippchen schlagen zu wollen. Denn genau dieser Gedankengang impliziert Evolution. In ihrer pursten und reinsten Form. Und das wir die brauchen, is' ja mal klar.

Nichts währt ewig!

Auch für mich hat dieser Spruch etwas tröstliches. Objektiv und neugierig betrachtet muss man sich aber doch auch mal fragen:

Warum denn eigentlich nicht?

Mit solchen weltbewegenden Themen befasst sich die kommende Dokumentation TURNING INTO GODS. Hier noch eben ein Teaser-Text dazu: 

TURNING INTO GODS is a new feature length documentary exploring mankind's journey to 'play jazz with the universe'.

Universumsjazz. Nice one. Wundervoll auch der Spruch unter dem Trailer:

First we build the tools, then they build us. – Marshall McLuhan

Na denne. Happy Future, zusammen. Hier der Trailer zur Doku:

Ray und Bill in einem Trailer. Auch mal geil.

Spaceporn

(Video läuft evtl. nicht in jedem Reader)

100 Milliarden Galaxien. Einhundert Milliarden. Galaxien. In diesem Universum.

Und ich kann 10.000 davon sehen. Jetzt. Hier. Auf diesem Screen. In einer 3D-Animation. Ich verstehe zwar überhaupt nicht, wie das funktioniert; aber mein Mund steht offen. Jedes mal wieder. Wenn ich das Ultra Deep Field betrachte.

Die Sterne, Planeten und Aliens, die bewegen sich teilweise schneller als das Licht. Noch was geiles: Beim ersten Versuch ('94) haben die gedacht: Da ist ja gar nix! Da gucken wir aber jetzt mal genau nach! Die am CERN sind da hoffentlich klüger

…und: Ja. Es ist das wichtigste Foto, dass jemals geschossen wurde.

Ich habe übrigens keinen Technikwahn, bin nicht dem Fortschrittsglauben verfallen, und hure auch nicht mit Facebook rum. Das sind immer die anderen.

PHYSALIA von Vincent Callebaut


So. Aufgrund der Überschrift und dem wirren Schreibstils des Autors könnte man hier schlussfolgern, es handele sich mal wieder um ein futuristisches Kunstwerk eines durchgeknallten Künstler oder einer Künstlerin. Is' aber gar nicht so.

Okay, Okay, hinter dem Link der gleich kommt, verstecken sich in der Tat etliche aufregende Konzeptzeichnungen, ich geb's ja zu. Passend zu diesen Zeichnungen finden sich aber auch einige konzeptionelle Ideen, wie und warum man so ein Dingen bauen sollte könnte:

Physalia is a vessel, 100% self sufficient in energy, whose bionic structure is inspired from the pneumatophorous called also “Physalia physalis”, from Greek physalis that means “water bubble”. It is a sum-up of the nature and the biotechnologies dedicated to navigate on the main extra-European rivers between Danube and Volga, between Rhine and Guadalquivir, or also between Euphrate and Tiger. It is a poetic invitation to travel, a sensory experience for the transdisciplinary research, geopolitical debates, popular pedagogy and therefore for the emergence of an ecologic avant-garde on the water theme.

Klingt ziemlich utopisch. Isses auch. Und ich find's trotzdem gut.

…drauf gekommen bin ich übrigens über futurismic.com, die gerade ein anderes Projekt der PHYSALIA-Macher im Programm haben. Das hatte die Datenratte aber '08 schon drinne. Luschen.

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