#gnihihi
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…ich bin gerade an der Stelle, an der ein paar nette Spanier den wilden und ur-anarchistischen Einfall haben, doch einfach ein paar Tabernae aufzumachen, um den hungrigen Menschen was zu Essen und zu Trinken anbieten zu können. Kostenlos und ganz ohne Kommunismus (ok, fast). Sowas geht wirkich. Und zwar in Spanien; vor fast 100 Jahren. Verrückt, diese Spanier.
Die Utopie leben! Vivir la utopía! Der Anarchismus in Spanien. (Original: Vivir la utopía El anarquismo en Espana) ist ein Dokumentarfilm von Juan Gamero, entstanden 1997. Ein eindrucksvoller Film über den Anarchismus in Spanien und seine Entwicklung von den Anfängen um 1860 bis zum Höhepunkt des Kampfes gegen den Faschismus und für die Soziale Revolution 1936 bis 1939. Historische Bilder und Filmaufnahmen lösen sich ab mit bewegenden Interviews mit 30 alten anarchistischen KämpferInnen für Freiheit, Gleichheit und menschlicher Würde (Quelle: anarchopedia.org)
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Spätsommer 1995 oder 1996. Irgendwo zwischen erster Pille, rosa Dreadlocks und einem toten Kurt Cobain. Ich. Verwirrt. Ob der Geschehnisse der Welt. Klammernd; an den eigenen Mikrokosmos. Erste eigene Bude, erste Drogenfreunde, erster Kontakt mit Staatsbeamten. Eine durchzechte Nacht mit den Jungs von der Domplatte. Alkohol, Pilze, Gespräche, alles. Gegen 11 Uhr morgens saß ich bei sonstwem in irgend ’ner Messie-Bude. Keine Erinnerung wie ich dahin gekommen bin. Nette Leute; ziemlich bunt, mit auseinanderdriftenden Gesichtern (Pilze). Ich seh‘ mich um. Kein bekanntes Gesicht. Nur liebenswürdige Aliens und bunte Haare. Die Pfeife geht rum. Ich lechze, lehne aber die erste Runde ab. Nicht, weil keiner mehr so genau blickt, was da geraucht wird (Pilze?), sondern weil ich besseres zu tun habe. Ich lese. Und zwar nicht irgendwas. Sondern die Anarcho-Zeitung Graswurzelrevolution. Die lag da so rum; zwischen all‘ den knuffigen E.T.’s. In sanftem blau. So präsentierte sich das Cover zu der Zeit. Da stand was drin von Herrschaftslosigkeit, von Friede, und davon, dass das Übereinkommen über die nukleare Sicherheit des Planeten eh nur wieder so ein Getue sei. Dabei hatte ich mich doch schon so auf eine Welt ohne Atome gefreut (Pilze). Da stand drinne, dass in 20 Jahren keiner mehr von BSE spricht, und das Angstmache ein Teil des Systems sei, in dem ich (bis dato) lebte. Das erste Freundeskreis Album läuft im Hintergrund. Jemand versucht Gitarre zu spielen. Ich nehme die zweite Pfeifen-Runde an. Es ziemt sich, sitzenderweise irgendwas vor sich hinzurauchen. Das hatte ich schon bei Opa gesehen. 11 Uhr Morgens, …das Setting und alles…nach drei Artikeln, die ich in dieser verqueren, libertären Anarcho-Punk-Zeitung las, war ich Anarchist. Und bin es bis heute.

Mein Dank geht an dieses eine Alien mit den bunten Haaren. Dieses Alien hatte diese Graswurzelrevolution-Zeitung auf dem Tisch liegen. Und eröffnete mir damit im Alter von 15 (oder 16?) Jahren einen neuen Kosmos: Eine Welt ohne Herrschaft? Ohne Diskriminierung? Ohne stumpfsinnige Hierarchie? Ohne Militär und Kriege? Ja, das war was. Das gefiel mir. Zehn Jahre in unserem (menschenfeindlichen wie unnützen) Schulsystem hatten mir meinen Kopf (und die zugehörigen Gedanken) doch noch nicht vollständig weichgespült! An meine damaligen Gedanken kann ich mich nur wage erinnern (Pilze): Wenn es doch sogar eine ganze Zeitung zu so einem Thema gibt,…ja dann muss es doch sicher auch abertausende Leute geben, die ähnlich freigeistig und zukunftsorientiert denken! – Die Naivität der Jugend. So war das. Und es war gut so. In den folgenden 15 Jahren las ich das Blatt; und lese es noch heute. Nie im Abo, sicher nicht alle Ausgaben, oftmals über Dritte bezogen; und als ich das erste und einzige mal in Berlin war, lag die neueste Ausgabe sogar in der Auslage eines linkischen Buchladens. Unfassbar! Revolution! Alles! Da war ich etwa 25 Jahre alt. Offensichtlich keinen Deut weniger naiv, als zehn Jahre zuvor.
Vielleicht muss ein Anarchist sich seine Naivität bewahren. Die Idee, dass (wenn auch in ferner Zukunft) ja doch noch mal alles gut wird, fühlt sich für mich richtig und gut an. Ich kann (und möchte) mir einfach nicht vorstellen, dass Die gewinnen (Die: CDU, Interpol, GEMA, Michael Schumacher. Ihr wisst schon).
Auch wenn ich sonst eher pragmatisch und realistisch orientiert bin, ist das kein Widerspruch. Ich glaube an wenig; vielleicht will ich aber die Idee des Humanismus (die für mich stark mit der Idee der Anarchie verkettet ist) gut finden, weil sonst eben nicht mehr viel über bleibt. Gott ist (und war damals) schon länger Tot, der dauerhafte Konsum von (harten) Drogen war keine Option; an Daunenjacken von Kik für 3€ habe ich noch nie geglaubt; und auch sonst befand sich sowohl mein Leben, – als auch das Schicksal des Planeten -, zu der Zeit in gehöriger Schieflage. Was war also zu tun? Mit Anfang 20 dann endlich mal’ne anständige Ausbildung gemacht (Kaufmann), zuviele Graffitis gemalt, mich mit dem System zwar nicht angefreundet, durchaus aber arrangiert. Heute arbeite ich für einen Großkonzern. Und kann trotzdem gut schlafen. So ist das im Alter.
Meine gesunde Naivität habe ich mir erhalten. Auch wenn der Prozess nicht immer schmerzfrei war. Denn: Der Idealismus sollte mit den Jahren zunehmen. Und nicht – wie überall propagiert – abnehmen. Wie oft hört man Sätze wie: Ach, die wilden Jahre… Oder: Ach ja, damals dachte ich noch dass… Oder: Früher war ich dumm und naiv. Drauf geschissen. Du, ich, ihr, wir, die. Alle haben diese eine zeitliche Beschränkung. Auch wenn die heutige Zeit mit all‘ ihren Werkzeugen (Werbung, Medien, Politik, Religion, Chatroulette, etc) uns die ewige Jugend und das unendliche Leben im Sekundentakt versprechen möchte.
Ich liebe den Transhumanismus. Der hängt für mich ganz ganz eng mit der Idee der neuen Anarchie zusammen. Drauf verlassen (Mindupload, Aliens, whatever) will ich mich aber nicht. Deshalb möchte ich im Alter nicht sagen müssen: Hättest du mal was getan. Oder was gesagt. Ich habe nämlich (zumindest) was gesagt. Das hier zum Beispiel: Eine anarchistische Zeitung wird 40 Jahre alt und ich empfehle (nicht nur meinen Lesern hier) sich mal ein Probe-Exemplar zukommen zu lassen. Das Leben ist zu kurz, um Frau von der Leyens populäre Ideen vom Reichtum im Alter auch nur anzudenken. Oder dem Jauch zuzugucken, wie er das Internet kaputt reden lässt. Oder Oder Oder. Wir haben 2012. Es wird Zeit. Occupy, Wikileaks, Piraten, Anonymus. Wort, Zeichen, Bilder. Alles.
…und dann gibt es da noch diese eine Zeitung. Seit 1972.
Graswurzelrevolution bezeichnet eine tiefgreifende gesellschaftliche Umwälzung, in der durch Macht von unten alle Formen von Gewalt und Herrschaft abgeschafft werden sollen. Wir kämpfen für eine Welt, in der die Menschen nicht länger wegen ihres Geschlechtes oder ihrer geschlechtlichen Orientierung, ihrer Sprache, Herkunft, Überzeugung, wegen einer Behinderung, aufgrund rassistischer oder antisemitischer Vorurteile diskriminiert und benachteiligt werden. Wir streben an, daß Hierarchie und Kapitalismus durch eine selbstorganisierte, sozialistische Wirtschaftsordnung und der Staat durch eine föderalistische, basisdemokratische Gesellschaft ersetzt werden. Schwerpunkte unserer Arbeit lagen bisher in den Bereichen Antimilitarismus und Ökologie. Unsere Ziele sollen – soweit es geht – in unseren Kampf- und Organisationsformen vorweggenommen und zur Anwendung gebracht werden. Um Herrschafts- und Gewaltstrukturen zurückzudrängen und zu zerstören, setzen wir gewaltfreie Aktionsformen ein. In diesem Sinne bemüht sich die anarchistische Zeitung Graswurzelrevolution seit 1972, Theorie und Praxis der gewaltfreien Revolution zu verbreitern und weiterzuentwickeln.
In einer Zeit, in der solche Headlines zur Tagesordnung gehören…
Bundeswehr will Häuserkampf auch für Inlandseinsätze trainieren
…bleibt nur zu sagen: Gönnt euch mal ein Abo: graswurzel.net
Das wird unserem Innenminister gefallen. Der hat's doch gern ganz dunkel im Gehirns.
Our objective is to create a versatile, decentralized network built on secure protocols for routing traffic over private mesh or public internetworks independent of a central supporting infrastructure.
Bin ich dabei.
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Unsere Crew damals schimpfte sich NBC – die Natural Born Chillas (Nein, die Bilder im Web sind nicht von uns. Da gab es dieses Web nämlich noch gar nicht und Google war mir unbekannt). Sowas schönes haben wir aber nicht gemalt. Eher sowas Großes, in Chrome und Fett ;) Das Bild habe ich übrigens auch gerade in meinen ♥-Tumblr geklebt. Wer will, der darf.

Eine Flagge? Ein Plakat? Das böse A? Oh Schreck! Mein Auto! Poldi! Tooooooor!
Eigentlich hatte ich gedacht – und auch etwas gehofft -, dass ich langsam alt genug geworden wäre, um bei kontroversen Themen auch einfach mal meine blöde Fresse halten zu können. Aber. ES. GEHT. EINFACH. NICHT. Warum, das steht in und zwischen den folgenden Zeilen.
Hauptauslöser ist jedoch dieses seltendämliche Gefasel zu diesem recht linkischen Plakat, was man Leuten ans Auto klemmt, nachdem man alle Nazi Flaggen gestohlen entsorgt hat. Ich finde das Plakat amüsant, sehe es aber auch so, dass man es vielleicht anklemmen sollte, OHNE die Fahnen zu entfernen. SO denkt vielleicht wirklich mal einer (oder zwei) drüber nach. Was mich wirklich erschreckt: Person A postet das Bildchen. Auf einem Blog oder auf Facebook. Und 100.000 Vollspasstis mit 'nem Mikrokosmos einer Eintagsfliege kommen daher und pochen auf ihre Fan-Rechte. Beharren drauf, doch alle paar Jahre mal patriotisch, stolz und noch dämlicher sein zu dürfen, als sie es eh schon sind. Da werden mir dann Begriffe wie linker Penner, Kommunisten-Idiot, oder ewig Gestriger ins Gesicht geschleudert. Oder auf das Recht auf Eigentum gepocht.
Der Deutsche. Und. Sein. Verficktes. Auto.
Alleine über das Deutsche Auto und die Begrifflichkeit des Eigentums könnte ich Bücher schreiben. Nur mal kurz: Dein beschissenes Auto rührt keiner an. Nur die beschissene Flagge, die daran klebt. Und was genau denkst du zu besitzen? Du He-Man. Du blondgeföhnter Unsterblicher, dem die Welt zu Füßen liegt. Mach mal die Augen zu, dann siehste was deins ist. Oder denkst du, du nimmst irgendwas irgendwo mit hin, wenn du irgendwann mal in die Kiste hüpfst?
Was bildet ihr euch eigentlich ein? Und worauf? Das ist wieder diese Meins-Meins-Meins-Denke, die uns überall hin führt; nur nicht auf den Mars, oder auf eine andere, neue, bessere Welt. Hirnverbrannte Ideologie, im Jahre 2012 längst überholt. Und jetzt erzählt mir noch mal was von ewig Gestern. Soviel dazu.
Dann liest man (ich) Sätze wie den hier: (Vorausgegangen ist ein Loblied auf die Nation, die Verfassung und alles…und so)
Die Leute empfinden Freude an diesen Fähnchen. Ob das nun primitiv, deutschtümelnd oder einfach nur doof ist, ist nicht euer Bier.
Aha. Ist es nicht? Das ist wie wenn ein Ur-Kölner (hier!) sagt: Leeve un' leeve losse (Leben und Leben lassen.) Man mag das als Kölschen Buddismus bezeichnen, ich nenne er hirnverbrannt. Ich soll also wegsehen, mich nicht mokieren oder äußern, wenn einer von Nation, Stolz, Ehre, Deutschland, Autos und Scheiss Holländern spricht? Natürlich lasse ich solche Menschen leben, aber was zu ihrem Leben beitragen möchte ich doch schon. Das Recht nehme ich mir raus. Total radikal. Und das nicht nur alle paar Jahre, in Zeiten von großen Sportveranstaltungen (die ja sooo friedlich sind, und sportlich und alles; und es nie Krawalle oder Fremdenhass gibt; keiner zu Schaden kommt, außer ein paar Hunde, aber die haben es ja auch verdient, was rennen die auch einfach durch die Kampfzone. Arschlochhunde. Sicher ausländische; bzw. von hinter der Grenze)
Ein kluger Mann Namens Renard sagte einst:
Zuletzt steckt in jedem Patriotismus der Krieg, und deshalb bin ich kein Patriot.
Genau so sehe ich das auch. Wenn ich zu EM-Zeiten durch mein Viertel latsche, bekomme ich es mit der Angst. Angst vorm deutsch-kollektiven Wahnsinn, ja, vor der kollektiven gewollten Verdummung meiner Mitmenschen. Ich fühle mich von Menschen die ihre hässlichen Häuserwände mit noch hässlicheren Deutschlandflaggen schmücken, ernsthaft bedroht. Ich will das nicht. Ich will keine Symbolik für Länder und Grenzen; ich will kein Symbol, was sagt, das wir WIR sind und die DIE. Denn DIE gibt es nicht. Nicht 2012, nicht im Internet, nicht im Flugzeug, nicht auf (m)einem Planeten. Der in den letzten Jahren so dermaßen eng zusammengerückt ist, wie nie zuvor in der Geschichte. Ich will nicht, dass wir uns diese Chance durch Gladiatorenkämpfe der Neuzeit entgehen lassen. Ich will keine Vuvuzela, die das letzte bisschen Vernunft aus den arischen Schädeln trötet. Ich will Heimatgefühl ohne Patriotismus, ohne Nationalismus. Das geht nicht? Dann schwenk' weiter 'ne Fahne und erschreck' deine Mitmenschen; wunder dich aber nicht, wenn deine Kinder in einer ziemlich beschissenen Welt groß werden müssen. Die mit Flaggen, mit Nationen, mit Regeln, Gesetzten, Kontrollen Grenzen und Auflagen. Die ohne Brücken, ohne Miteinander, ohne Freiheit, ohne Gefühl, ohne Liebe und ohne Menschlichkeit. Die meine ich.
Aus der Schwärze (schwarz) der Knechtschaft durch blutige (rot) Schlachten ans goldene (gold) Licht der Freiheit. (wiki)
Na dann…
…mit den meisten Menschen, mit denen ich die letzten Tage diskutierte, von denen ich mich gar beschimpfen lassen musste, ist kein Weltfrieden zu machen. Die würden schon beim kleinsten Faul dem Holländer eins auf's Maul hauen wollen. So zumindest mein Eindruck. Die nehmen die WM 2012 als Freifahrtschein. Der Befreiungsschlag! Endlich dürfen wir wieder. Auch U-Boote nach Israel liefern. Endlich wieder Stolz sein. Auf Deutschland. Auf das Wirtschaftswunder. Auf unser Sozialsystem. Auf eine bequeme Lebensweise, in Mitten einer kapitalistisch-diktatorischen Wohlstandmediokratie, die auf den Schultern der Menschen anderer Ländern errichtet wurde.
People who enjoy waving flags don't deserve to have one – Banksy
Schaut euch nur den deutschen Fanblog an, den die netten Kameramänner in Polen morgen Abend wieder einfangen werden. Schaut wie sie schauen. Wie sie stehen. In Reih' und Glied. Die Hände zum Himmel. Die Blicke voller Stumpfsinn und Hass auf die anderen. Die in den anderen Farben. Die Neger, und die Türken. Und die scheiss Itacker. Die haben uns schließlich um den WM-Titel gebracht.
Jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. – Schopenhauer
Fußball vor, noch ein Tor.
Leckt mich doch, ich geh' Fußball gucken.
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