Ausblicke (Teil 1)
Um mich von meiner Killer-Huhn-Vergiftung etwas zu erholen, dachte ich, eine Miniatur-Wanderung kann da eigentlich nicht schaden. Gesagt Gedacht, getan. Es gab allerdings noch eine zweite Intention einen Hügel im Kölner Umland zu bewandern. Diese hier, nämlich: In meinem Wandern-Im-Soonwald-Artikel habe ich ja so von den Ausblicken und der Ruhe geschwärmt, die einem das Rhein/Main-Gebiet anzubieten hat. Ich darf mich dazu mal eben selber zitieren:
Hätten wir hier im linksrheinischen Köln eine solche Naturlandschaft in Gehweite…ich würde bei Wind und Wetter und bei jeder Jahreszeit da oben sein. Diese Ruhe, der Blick auf das Rheintal…man sieht Mainz, bei gutem Wetter auch Frankfurt, Teile des Hunsrücks, sogar die Eifel in weiter Ferne…Wunderschön.
Also habe ich mir gedacht: Diese Ausblicke, die Ruhe,… ich brauch' das einfach. Warum nicht mal schauen, ob man nicht auch im Kölner Umland auf solche Kraftorte stoßen könnte (Definiere Kraftort!?). Gedacht, getan. Hier wird es nun also bis zum Wintereinbruch (und dann im Frühjahr wieder, wenn kein Arschloch-Huhn dazwischen kommt) immer mal wieder Bilder von Plätzen mit Sicht auf die Region Köln zu sehen geben. Klar, Köln ist jetzt nicht für seine Hügel- und Berglandschaft bekannt. Dennoch gibt es sicherlich einige Orte (so meine kühne Vermutung), die Kraft und Ruhe spenden, und dazu noch einen netten Ausblick auf das Gewusel in der Kölner Bucht bieten.
Vielleicht liest hier ja der Eine oder Andere Kölner mit, der auch gerne mal die Ruhe genießt und auf schöne Aussichten steht. Vielleicht schreibe ich aber ja auch irgendwann mal einen Ausblicke-Rund-um-Köln-Guide. Oder so. Vielleicht führt das alles aber ja auch wieder ins Nichts. Umso besser.
Ziel der Wanderung war jedenfalls die Glessener Höhe, bzw. das Glessener-Gipfelkreuz:
Die Glessener Höhe (auch Glessener Kippe genannt) ist eine künstlich errichtete Anhöhe im Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Sie ist eine ehemalige, heute rekultivierte Bergehalde (Kippe) der umliegenden Braunkohlentagebaue. Die Glessener Höhe liegt auf dem Gebiet der Stadt Bergheim, etwa 15 km westlich von Köln. Im Osten grenzt sie an den Staatsforst Ville, der wie die Kippe Teil vom Naturpark Rheinland ist. Nordwestlich der Glessener Höhe erschließt sich, jenseits der querenden Nord-Süd-Bahn der RWE Power (vormals Rheinbraun), über eine Fußgängerholzbrücke der Abtsbusch bei Oberaußem, nach Westen hin die Fischbachhöhe. (Wiki)
Auf dem (iphone4) Foto oben erkennt man in der Tat nicht wirklich viel, was nach Köln aussieht. Wenn man allerdings selber oben steht, sieht man doch so einiges. Man erkennt den Dom wirklich gut, sieht den Fernsehturm, das Hänkelmännchen, man sieht Leverkusen, ja sogar Teile von Düsseldorf. Auch das Siebengebirge ist noch zu erfassen und der Blick reicht bei klarer Sicht bin ins Bergische Land. (Hier habe ich ein gezoomtes Foto hochgeladen, darauf erkennt man die Kölner-Skyline schon recht gut.)
Weitere Ausblicke folgen. Wenn das Wetter (und der Fuß) mitspielen. Einige weitere Anhöhen habe ich nämlich noch im Kopf; die werden alle erwandert, ganz sicher.
…es gibt wirklich wenige Dinge, die mich so erfüllen, wie durch den stillen Wald zu spazieren, das Glitzern der Herbstsonne durch die Baumwipfel zu betrachten und einen Schritt vor den anderen zu setzten. Unsere Mutter Erde protzt förmlich mit Energie. Und diese lässt sich absorbieren. Ich weiß nicht wie ich das erklären könnte, aber glaubt es mir, es ist der reine Wahrheit.
Eine Schlussfrage sei gestattet:
Ist es eigentlich bedenklich, dass mir Menschen (im allgemeinen gesprochen) immer unwichtiger werden, dafür Naturerlebnisse zu einem festen, wichtigen Standbein meiner Existenz werden, und mir mehr Kraft, Ruhe und Gelassenheit spenden, als tausend Gespräche und irgendwelche gesellschaftlichen Ereignisse es jemals könnten?
Ich weiß es nicht. – Ihr etwa?



