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Chris Heil bei Gründerfieber

Der liebe Patryk vom Gründerfieber-Podcast hat mich als Interview-Partner auserkoren. Und ich habe gerne mitgemacht. Hier ein kurzer Teaser-Text, dann der Link zum ganzen Interview.

Chris ist Gründer von Chris Heil Web Services. Er ist seit mehr als 7 Jahren selbständig und hat an diversen Projekten im Gebiet Marketing, Kommunikation, Webdesign gearbeitet. Er bloggt auf seinem privaten Blog – Doktorsblog.de. Außerdem ist Chris Dozent am SAE Köln zu den Themen API, RSS, Geotagging, Blogging.

Klingt geil. Passt. Und wie Patryk meinen Namen ausspricht, finde ich echt schnieke.  (Am coolsten – abgesehen von  meinem fachlichen Geschwätz – sind eh die Buchempfehlungen;)

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Nerdcore macht Pause. Weil’s geht.

Bevor ich jetzt gleich im Rausch auf der Party im Park versinke, will ich – mit allen Sinnen die ich noch habe – doch noch mal eben hochkonzentriert eine Lanze brechen: Für den René vom Nerdcoreblog. Der Mann ist und war (sicher nicht nur für mich) eine – wenn nicht die – Galionsfigur der deutschsprachigen (Nerd)-Blogs. Mit Thorsten und Alex (kueperpunk und Cynx) war René, einer der dreien, die mich 2007 dazu brachten, diese Domain hier zu reservieren und diese Blog-Sache doch auch mal auszuprobieren. Das ist nun acht Jahre her. Seit dem sind ne Menge Clickbaits den Blog-Fluss hinuntergeflossen und viele Blogs – aber auch die Menschen dahinter – veränderten sich. Was man ja nur Gutheißen kann; ohne Veränderung keine Evolution; und so. Ich möchte euch nun aber exemplarisch mal drei Prozesse nennen, die für mich Indikatoren dafür sind, dass mit diesem unserem ach-so idealistisch-freiem Medium (Blog, Internet… hauptsächlich aber Blog) irgendwas echt krass im Argen liegt. 

1. Ein mir sehr lieber Musikblog bloggte einen Erfahrungsbericht über Senheiser-Kopfhörer. Erst auf Nachfrag eines anderen (mir sehr lieben) Bloggers, wurde der Artikel als Werbung kenntlich gemacht. Das war für mich und meine (ja, sicher leicht naive) Begrifflichkeit von Blogger-Ethik (immerhin nutze ich diesen Begriff in Workshops oder Lehrgängen, die ich gebe – ich meine also in der Tat etwas damit…) ein Schlag ins Gesicht. Wie können die nur, dachte ich. – Naja, die können halt. Schwamm drüber, wäre zu viel gesagt, aber mei, ich kann es nicht ändern und der Pranger war schon zu dem Zeitpunkt nur noch ein Mittel der zweiten Wahl für mich. Den Lesern eine Werbebotschaft unterjubeln, die nicht also solche gekennzeichnet ist, ist schlicht und ergreifend ein NoGo und an Asozialität nicht zu übertreffen. Das ist echt alles. Nur nicht rebellisch. FREUNDE! 

2. Ein mir sehr lieber Nerd-Blog kennzeichnet zwar seine Werbung. Nur war die dann für Zalando. O__O. Wenn man Teil dieses Internets ist – sein will – dann weiß man (gefälligst!) das hinter Zalando die Gebrüder Samwer stecken. Die Menschen rein als Ressource begreifen, ihren Scheiss billig aus China importieren, nix selber machen und für den Ruf des deutschsprachigen Internetz schädlich sind. Mit denen kooperiert man nicht, die spuckt man an; es kann keine Summe der Welt geben, für die man an diese Kackaffen seine Seele verkauft. Keine! Dachte ich… 

3. Clickbait. Klickfang. Verdummung im Internetz. Dazu möchte ich René eben zitieren: 

Interessante, neue und unbekannte Inhalte werden durch Gravitationseffekte in Social Media-Kanälen verdrängt und ersetzt durch: 1.) Neu verpackte, alte und oft „dumbed down“ Inhalte: Buzzfeed-Listen oder neu hochgeladene YT-Videos auf Facebook, oft ohne oder nur mit versteckter Verlinkung, im Prinzip eine nicht-vernetzte Ausbeutung vorhandener Archive, die wir in den letzten 15 Jahren aufgebaut haben.

Und in diesen Satz wir in den letzten 15 Jahren aufgebaut haben rechne ich mich mit rein. Ich habe das sieben – knapp acht – Jahre mitgetragen, mit-zelebriert und aufgebaut. Das kann man hier im Blog nachlesen. Und dann kamen die BWLer und Netzkapitalisten und machten unser Internet kaputt. UND IHR MACHT DA MIT! ALLE! Zumindest 90% meiner Facebook-Kontakte. Aber eben auch Nerd-Blogs, die heute längst keine mehr sind. Sondern eher sowas wie die BILD, für die schein-intellektuelle Netz-Community. Das sich dann ein Schlecky – oder wie sie alle heißen – da dranketten, draufsetzten, kann ich denen nicht mal verübeln. Als das losging…wo war denn da der Blogger-Core? Die harte Mannschaft? Wo war die idealistische Gruppe innovativer, geistreicher Blogs, als wir einen Blogger-Verband gründen wollten? – Wahrscheinlich gerade alle auf der re:publica, Johnny Haeusler dabei zusehen, wie der Mediakraft und die neuen YouTube-Stars auf der Bühne in den Himmel lobt. WHAT THE….? Mir war da schon zum Kotzen zumute. – Da kann man sich schon mal an den Kopp packen, sich fragen, was das alles noch soll, wohin das führt, wo der Idealismus hin ist, und warum das Netz früher doch so viel besser war. – Nur: Selbst wenn ich mich das frage… ändern kann ich es nicht.

Was ich aber kann: Es drangeben. Was ich ja dieses Jahr auch tat. Für einige Wochen. Gefehlt hat mir das alles kaum. Nun blogge ich halt mehr eigene Fotos. Schlecky und Heftig waren ja eh schneller. Mit dem kopieren und verwursten der Inhalte. – Aus meinem Archiv aus 2008. Ohne Link-Setzung. Versteht sich. Und ihr feiert das? Echt jetzt? Dann sage ich: Leckt mich am Arsch, ich kann den René nur zu gut verstehen. Selbst Schuld, wenn das Netz bald nur noch aus Katzen besteht! – Natürlich wollte ich mit meiner angekündigten Blog-Pause ein Zeichen setzten. Eins für mich; eins das mir Zeit gibt, zu reflektieren, zu bewerten. Um dann mit voller Energie wieder weiterzumachen; das Netz wieder mit zu gestalten. Dann kam ich wieder, alles noch viel schlimmer als Wochen zuvor… René formuliert es so:

…es tatsächlich überall kracht und knallt, online und offline, überall. Und da habe ich von wirklich dringenden Themen wie Griechenland, dem IS oder Mass-Shootings noch gar nicht angefangen. Dieser Sommer brennt.

…und denke mir: Bloggste halt Urlaubsbilder. Die sind wahr und echt und nicht geklaut, und haben Relevanz. Für mich. Und für fünf bis zehn weitere Menschen da draußen. Die Zeit in der man im Internet surfte, ist längst vorbei, die Leute – ja selbst die Blogs – setzten heute weniger Links als früher, kopieren sich anstelle dessen ganze Bildstrecken aus Webseiten von Künstlern. Die nennen – mit viel Glück – noch den Namen des Urhebers; einen Link – DIE WÄHRUNG IM NETZ! – lassen sie aber nicht mehr springen. Und ich dann immer so: Ach, ich nehme nur ein Bild zum Teasern, Ehre wem Ehre…und so. Oder dieses "Entdeckt bei"…. mit huldigende Worten für andere tolle Blogs und Künstler…das mach(t)e ich ja immer so. WOZU? WOZU MACHE ICH DAS? HÄ? – Na weil es Inter-NET heißt, nicht Inter-EGO. – Ich denke, diese meine Idee ist antiquiert. – Is' mir egal, manche Dinge waren halt früher einfach besser. Wertiger. Moralischer. Was die Generation Snapchat einen Scheiss interessiert. Ist mir auch klar. 

Doch genau deshalb wünsche ich mir, dass die Pause von Deutschlands Nerd/Subkultur-Blog #1 auch als Zeichen verstanden wird. Als Warnung. Als Hinweis auf Stagnation. Als Denkzettel. 

Lest es wie ihr wollt. Aber lest es: 

This is where I leave you. (For a while.) beim René.

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Was gesagt werden muss

Pause zu Ende, ich mach' mal weiter hier, Günter Grass ist tot. – Design/Logo: Der Hirsch ist aus Corel Draw 2 und wird alsbald durch was noch wilderes ersetzt. 

Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Melden Sie Fehler auf der Website ihrem Webmaster. 

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10.404 Kommentare. Nicht eine Zensur.

Unbenannt

Doktorsblog. Seit acht Jahren online. 10.404 Kommentare. Nicht eine (!) Zensur. So geht bloggen.

  • Lasst die Kommentare geschlossen, wenn ihr kein Feedback abkönnt.
  • ​Tut nicht so, als wären wir Leser euch was wert, wenn nur die Kultivierung eurer Egozentrik im Fokus stehen soll. 
  • Schreibt keine durchsichtigen SEO-Artikel, wenn ihr außer SEO nix (bis wenig) zu bieten habt. 

Ihr blöden Backpfeifen

(unter allen drei Artikel wurde die von mir vorgebrachte konstruktive – wenn auch harsch formulierte – Kritik weggelöscht, nicht freigeschaltet. Und ich hab nicht mal Vollidiot gesagt.) 

Danke für die 10.404 meist netten Kommentare ;) ♥ ;) Das wär's. Zurück zur Sache: Kaffee. 

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Best Flat-Design-Website ever!

Flat-Guitars

Aus Gründen schaue ich gerade nach neuen WordPress-Themes in Flat-Design (mit ordentlichen Social-Features von Haus aus, wer eins kennt…!?)

Der Begriff Flat Design hat seinen Ursprung im Interfacedesign. Es handelt sich um einen grafisch minimalistischen Gestaltungsstil.2010 wurde Flat Design in Windows Phone 7 verwendet. 2012 wurde es mit dem Erscheinen von Windows 8 in größerer Breite wahrgenommen. Dessen Modern UI ist durchgehend im Flat Design gestaltet. (wiki)

Ich mag das Win8 zwar nicht so, finde aber Microsoft hat der Welt mit diesem Stil einen Gefallen getan, nicht nur im Kontext Webdesign. Wie auch immer. Ich finde nix passendes; stieß aber gerade zufällig auf die Website von Kein Tresor, Creative Art Director

Poah. Ich habe noch nie eine schönere Portfolio-Website gesehen! Ich will auch so eine! 

  • Bild: Von dieser wunderschönen, öhm, Gitarren-Tribute-Website in Flat Design. 
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Facebook AGB vs. totalitäre Überwachung vs. interne Ironie (ein Artikel, den es nicht geben dürfte)

Untitled-1

Im geheimen tippe ich ja immer geheime Blogartikel, die nur ich lese, weil sie so doof sind, dass nur ich sie lesen sollte. Einer davon, angelegt anno 2013, hatte die folgende Headline: 

Facebook AGB vs. Totalitäre globale Überwachung

In diesem Entwurf finden sich Textnotizen, gefolgt von intellektuellen (?) Zitaten, als auch kryptische Erinnerungen in Wortbrocken, alles livegestreamt, direkt aus meinem Gehirn. Verstehen tut das niemand, ich selbst auch immer weniger. – Das Alter, ihr wisst schon. Deshalb liest man hier im Blog nur etwa jeden zehnten dieser Artikel (die mit dem meisten Hass darin). Ich war eben joggen, und währenddessen dachte ich so: Was soll ich immer 800 Wörter tippen, wenn es auch einfach geht. Hier also eine einfache, einfach formulierte These: 

Die Menschen in Deutschland würden eher gegen die Einführung der neuen Facebook-AGB auf die Straße gehen, als gegen die massenhafte Verletzung ihrer Privatsphäre durch die Überwachungsfaschisten der westlichen Hemisphäre.

Der geheime Artikel hat da Fakten und Links zu, der erklärt (relativ) fundiert – aber eben auch in einem ironischen Ton – warum die These so stimmt (also das die Menschen eher…usw.). Nach der montäglichen Lektüre meiner Lieblingszeitung (jep, Printausgabe;), einigen persönlichen Gesprächen mit klugen – aber auch mit nicht so klugen – Menschen in der letzen Woche, dem stöbern in den Main-Media-News vom WE, dem erneuten Blick in meine Zielgruppenanalysen für Kunde X (der auf Facebook mal was machen will) (auf Facebook sind die meisten nutzer über 35 Jahre alt, lieben Daniela Katzenberger, Cindy aus Marzahn und Joko Winterscheidt, kein Scheiss) ist es eigentlich völlig unnötig, die These total kryptisch zu untermauern und ironisch auszuschmücken, nur damit das ganze Thema irgendeinen Mehrwert hat. Im besten Falle ist der Mehrwert eines persönlichen Blogs der folgende: A kanalysiert, befreit sich durchs Schreiben (Autor), Seite B (LeserInnen) haben Spaß und denken was neues. 

Nun lautet die Headline dieses (eigentlich geheimen!) Artikels aber ja:

Facebook AGB vs. Totalitäre globale Überwachung vs. interne Ironie

…der letzte Part ist also neu. Wieso? Weil mir eben beim Laufen eins klar geworden ist (hat auch mit der ganzen PEGIDA-Kacke und den Gesprächen und News der letzten…Monate zu tun): Diese ironische Betrachtungsweise auf die Dinge ist für mich bisher a) Überlebenszweck, b) Selbstschutz, und c) eine Möglichkeit der Ignoranz gewesen. Klar hatte ich letzten Sommer 'ne Bandscheibe raus, klar hat man immer mal den eigenen Mikrokosmos im Weg rumstehen, klar findet man immer eine Möglichkeit, das alles spaßeshalber zu betrachten. Nur, ist das alles längst kein Spaß mehr. Ich, 33 Jahre jung, eben 25 Minuten kampfjoggen im grauesten Grau was Köln zu bieten hat, treffe Problemviertel-Menschen im Bäcker, lese die ausgelegte BILD-Schlagzeile und denke: Der Spaß ist echt vorbei ey. – Komme nach Hause, blättere die Rants hier im Blog zurück, und denke so: Warum bin ich kein ernsthafter Journalist geworden? (ich schaute just The Newsroom zu Ende) und könnte die Menschen dann halt wirklich besser machen! Nun ja, statt Faschist bin ich halt Blogger geworden. Der von 2007 bis 2010 ironisch (aber mit echtem Hass™) – die Dinge so rausgehauen hat, wie sie ihm in den Kram passten, wie sie ihm am bequemsten waren. 

Ich liebe Satire und Komik und Kabarett.  – Nur hier in meinem Blog wird es in diesem Jahr weniger ironisch, dafür punktueller, noch verzweifelter und emotionaler, zugehen. – Spaß haben können wir, wenn alles umverteilt ist, der Krebs besiegt und der Mars endlich ausgebeutet ist. 

Ist Montag, ich mach' nur Spaß. – Echt und unlustig bleibt meine Artikel-These aber trotzdem. Und Ironie oder Augenzwinkern macht die auch nicht besser. 

Die Menschen in Deutschland würden eher gegen die Einführung der neuen Facebook-AGB auf die Straße gehen, als gegen die massenhafte Verletzung ihrer Privatsphäre durch die Überwachungsfaschisten der westlichen Hemisphäre.

Ich find' das total krass.

Auch ohne Spaß. 

(Disclaimer: Der Text springt von A nach C und wieder im Kreis, ich weiß das, ist ja auch geheim und alles, und ich habe auch noch mehr davon OO__oo Wenn ich mich Monatgs danach fühle, lass ich jetzt mal nach und nach den einen oder anderen raus, wa?) 

 

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