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Das Social Web ist ein Haus

(Beruflicher Content. Stammleser gehen weiter. Oder lernen endlich mal einen ordentlichen Beruf ;)

In meinen Workshops und Lehrgängen hab‘ ich immer was von Säulensystemen erzählt. Sowas wie:

Ja, das Social Web ist toll. Wenn Sie mitmachen wollen, stellen Sie sich doch erstmal ein Haus vor, mit Fundament, Säulen die das Dach tragen, und Fenstern zum Rausgucken. 

Das Fenster-Gleichnis habe ich mittlerweile gekickt; die Leute sind mit dem Hausbau schon so sehr beschäftigt; wenn ich das noch am Ende raushaue, kapieren die oft nichts mehr (natürlich kapieren die alles; aber weniger ist oft mehr; und so). Nun sitze ich derzeit an einer SocialWeb-Basics-Präsentation. Und für diese habe ich ein Haus gebastelt. Ich habe die Idee, dass sich – wenn man dieses Haus an die Wand wirft / in eine Präse packt – ein Grundverständnis für die Mechaniken des Social Web / respektive des Social Media Marketings recht schnell einstellt. Ich klebe das Haus jetzt noch mal hier drunter, dazu tippe ich meine architektonischen Ansätze, die erklären sollen,  was man machen kann (muss!), um eine Marke / ein Produkt / ein Item im Social Web zu platzieren. Here we go:

hausVon unten nach oben, den  nur so lässt sich ein Haus aufbauen…

Das Fundament:

An dieser Stelle darf kein Baustein fehlen oder falsch liegen! Das Team muss passen, sonst hält das ganze Konstrukt nicht zusammen. Aus dem Team generiert man Know-How aka Content für’s Web (Beispielhaft: Ein fachlicher Blogartikel). Vorausgesetzt die Ressourcen geben das her (wenn nicht, hat man wohl ein Problem). Mit Deal meine ich: Alle machen Social Web! Alle – oder Niemand! In jedem Gewerk gibt es Cracks, die ihre Geschichte erzählen (oder: twittern) können. Und sei es nur ein selbstgebauter Photoshop-Pinsel; oder ein kreatives Mittagsmahl. Im besten Falle bloggt der Chef auch selbst mal was.

Die Bewohner:

  • Content & Storys: Die Chefs im Hause! Die beiden schauen nicht auf den zu bedienenden Channel, sondern auf das, was real und anfassbar ist. Könige sind die nicht. Aber fast. Die ham‘ Storys drauf…
  • Distribution & Streuung: Die Hauswirtschaftler! Die beiden wissen wie die Inhalte zu den Dialog/Kunden-Gruppen gelangen. Passt das Thumbnail auch auf Twitter oder brauchen wir doch noch ein anderes? Und was kostet das dann? Haben wir wirklich organische Reichweite geschaffen, oder sind das schon wieder nur Bots? – Ohne die beiden braucht man über eine weitere Etage gar nicht erst nachdenken.
  • Community & Fans: Die Kinder! …müssen stets beaufsichtigt werden & auf alle ihre Fragen muss eine Antwort gefunden werden. Diese Bewohner-Säule lebt von der stetigen Weiterentwicklung. „Heranziehen“ ist ein hartes Wort, trifft es aber gut. Stellen Sie sich vor: Das Kind rennt über den Dorfplatz und weint vor Glück! …weil es so tolle Eltern hat ;) (Stichwort: Wie aus Multiplikatoren echte Markenbotschafter werden)
  • Ziele & Zahlen: Der Haussegen! Hängt der schief, leiden alle anderen, und das Dach ist nicht  mehr ganz dicht. Das ganze Bauprojekt erhält seine Stabilität durch belegbare, messbare und beeinflussbare Ziele. Man darf auch ruhig mal krumm bauen, solange es am Ende aufwärts geht, ist alles gut. Diese Bewohner dienen auch der Planbarkeit was künftige Projekte betrifft (Stichwort: Analyse. Warum ist denn eigentlich genau an dem Tag die Zahl so extrem hoch?)

Das Dach

Der Überbau für alle Social Web-Aktivitäten.  Im Dach wohnt die Marke (oder: das Produkt) selbst; auch hat sie dort ihre Werte eingelagert, die sie aufgrund der (hoffentlich) stabilen Säulen jederzeit und flexibel durch den Schornstein in die Welt hinaus pusten kann.

Abschließend:

Sichern Sie zunächst das Fundament ab!  Legen Sie dann los, lassen sie die Bewohner einziehen. Zum Start kann es auch mal ein wenig schief stehen; das Gebälk wird krachen; so oder so. Das macht nichts. Ein Hausbau braucht Zeit, Nerven und Geduld. Ausbauen und aufhübschen können Sie ja immer noch; wichtiger ist es, den ersten Spatenstich zu wagen.


 

Das mal aus meiner Berufswelt. Hört man drauf – also auf mich ;) – braucht man keine Fans einkaufen, nicht mit Pop-Ups hantieren, noch Angst haben, sich in umständlichen Storytelling-Ansätzen zu verheddern. Solange man mutig, fair und flexibel bleibt, ist SocialWeb-Marketing kein Hexenwerk.

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