Nov 29 2011

Mach’s gut, Süße!

Chris

In zwölf Jahren hat mir dieses kleine Katzentier mehr Freude, mehr Spaß, mehr Glück in mein Leben gebracht, als die meisten Menschen, die ich im Laufe der Zeit kennengelernt habe.

Sie war meine Glückskatze, meine Kuschelfreundin, meine Trostspenderin, meine Blöde-Frauen-Fernhalte-Antenne, meine Koch&Ess-Partnerin, meine Zuhörerin, meine Kritikerin, meine Von-Der-Arbeit-Abhalterin, meine kleine Nervensäge, meine Haarmaschine, meine treueste Begleiterin in allen Lebenslagen. Außerdem war sie: Eine begabte Sängerin, ein Vielfrass, 'ne Zicke, unangepasst, freiheitsliebend, grundsätzlich unterkuschelt, mir zugehörig und immer für mich da. 

Nun ist sie tot. 

Ich habe sie – mit tollem Ausblick auf ihre Heimatstadt – beerdigt. Ganz kalt, verkrampft und abgekämpft, sah sie da schon aus. Zwölf Jahre hatte die alte Dame nicht einmal irgendein ernsthaftes, gesundheitliches Problem. Und dann so plötzlich. Ein Gerinnsel. Lähmung. Schmerzen. Keine Chance.

…und dann steht man daneben. Neben sich. Neben ihr. Völlig versteinert. Voller Angst. Hält die – schon gelähmte und kalte – Hinterpfote fest. Viele Tränen, große Trauer. Infusionen, Jaulen, Wimmern, Hoffen, Leiden, Schmerzen, Apathie,…Nachts, alles ist dunkel. Und die ganze Welt ein Riesenarschloch. Alles wird noch trivialer und nichtiger, als es eh schon ist. Alles ist scheisse. Nichts spielt noch irgendeine eine Rolle.

Bis man kapiert, dass es genug war. Genug Liebe für zwei Leben: Für ihres; und für das meine. Ich empfand Dankbarkeit, Mitleid und Abschiedsschmerz zu gleichen Teilen. Und nicht nur mein Leben hat sie bereichert. Sie hat soviel Liebe in das Leben von so vielen Menschen gebracht. Sogar Menschen mit grundsätzlicher Katzenangst  hat sie geheilt. Mit Katzenmagie.

Ich weiß: Es war ein gutes, erfülltes und rundherum glückliches Katzenleben, was die Süße bei – und mit mir – gelebt hat. Zehn Jahre als Stubentiger; dann zwei Jahre als wilder Mäuseschreck von Bickendorf. Als der Mäuseschreck, möchte ich sagen. 

Nun liegt sie dort oben. Auf ihrem Hügel. Ihre Initialen – T.H -Tamara Heil – habe ich gut erkennbar in einen Baum geritzt. - Die Natur wird's schon richten. Wie sie alles und jeden irgendwann richten wird. 


Ich bin dir unendlich dankbar für zwölf wundervolle Jahre. Ich bin dankbar für jeden Moment, den wir zusammen erlebt haben. 

Das du in deinen letzten Stunden so eine Qual und Panik erleben musstest… zerbricht mir fast das Herz. Ich weiß aber, dass du weißt, dass ich alles was mir möglich war – und alles was ich dir zumuten konnte – probiert habe. Ich war bei dir. Und deine rote Decke auch. Ich bin's noch. Bleib's auch. Und die Decke ja eh;) 

Ich werde an die schönen Zeiten denken. Denn an schlechte kann ich mich nicht erinnern. Es gab keine. 

Ich vermisse dich. 

R.I.P. – Tamara Heil / 1999 – 2011


Nov 24 2011

Alex Varanese

Chris


Großartige, humorvolle, und technisch erstklassig ausgeführte Roboterkunst von Alex Varanese. Der malt auch noch viele andere Dinge außer Bots. Allerdings mag ich die Bot-Bilder am allerliebsten; auch deshalb, weil er die Motive immer mit ironischen Sublines ausstattet. Sogar einen humanoiden Blechkopp der auf Kommando entweder mit den Kids spielt, die Menschheit unterjocht oder das Haus aufräumt. Alles zugleich schafft der aber noch nicht. Solange machen wir uns dann einfach mal keine Sorgen.


Nov 23 2011

Vinicius Quesada’s blutige Bilder

Chris


Der brasilianische Streetartist Vinicius Quesada hat eine wunderschicke Bilderserie Namens Blood Piss Blues produziert. Kleine aber feine Besonderheit: Die Bilder der Serie sind mit echtem Blut gemalt. Leider erfährt man nicht, wessen Blut verwendet wurde. Dafür passt aber die Themenwelt ganz gut in mein dystopisches Weltbild. Coilhouse schreibt: 

The images suggest a world in which the peak oil crisis has occurred, where children play in dismantled subway cars and where dense, polluted cities house homeless refugees, sword-wielding geisha and… psychedelic cats.

Mag ich. 


Nov 23 2011

Lem lebt!

Chris


Noch bevor ich heute morgen das aktuelle Doodle selber sah, lief es mir schon im Feedreader über den Weg. René war also vor mir auf Google unterwegs und würdigt das Doodle und den Herrn Stanislaw Lem – dem das heutige Doodle gewidmet ist – mit einem kleinen Artikel. Er schreibt: 

Ich habe so ziemlich alles gelesen von Lem und wenn man Technologie und Philosophie irgendwie zusammenbringen will, dann kommt man an dem Mann nicht vorbei.

Passt. Ich würde zwischen Technologie und Philosophie noch Humor packen wollen. Ich habe ebenfalls so gut wie alles von Lem gelesen und liebe seinen – manchmal völlig überdrehten – Humor. Der ist und bleibt einer meiner All-Time-Literatur-Favorites. Hier ein Auszug aus Wiki; es geht um die Story, die mich bis heute dermaßen begeistert, dass ich jetzt schon wieder nur noch grinsen kann: 

Siebte Reise: Ijon Tichy ist alleine auf dem Weg zur Beteigeuze, als ein kleiner Meteor die Steuerung seiner Rakete zerstört. Alles kein Problem, denn Tichy hat sowohl ein Ersatzteil als auch passendes Werkzeug dabei. Er braucht lediglich eine zweite Person, um das andere Ende der Schraube festzuhalten. Steuerungslos gerät Tichy in den Einflussbereich von Gravitationsstrudeln, die einige Zeitüberschneidungen erzeugen. Tichy taucht hier in größerer Zahl auf und steht sich auf witzige Weise selbst im Weg

Diese Dialoge…bzw. Monologe… er spricht ja mit sich selbst; mit seinem Ich von gestern…grandios und nicht zu beschreiben. Wer die Sternentagebücher nicht gelesen hat: Was – zu Hölle – macht ihr denn sonst mit eurem Leben? Kann ja gar nicht sein! Heute vor 60 Jahren hat Lem sein erstes Werk veröffentlicht: Astronauci! Und..ja…da bin ich dann wieder beim René: 

Lem lives.

Und wie.


Nov 22 2011

Fleet Foxes – The Shrine / An Argument

Chris

Yes. Brandneuer Song der besten Band aus Seattle. Fleet Foxes. Ich liebe alle Alben des Quintetts. Und auch fast alle Songs, die drauf sind. Die haben immer sowas von… Wildnis, Ursprünglichkeit, Hippietum,… ich kann gar nicht genau sagen, was mich an der Mucke so sehr fläsht. Und hier…das neue… -> Musik top, Bilder top, und krasse Geräusche am Ende gibt es auch noch… love it. 


Nov 21 2011

Cyberpunk-Kurzfilm: XXIT

Chris

Wow. Das sind die bladerunnerigsten Bewegtbilder, die ich seit langem sah. Das kurze Filmchen XXIT ist 'ne Low-Budget-Produktion der Stargate Studios. Die haben auch schon Effekte für The Walking Dead gedreht. (Nur mal kurz unter uns: Genau diese Effekte sind auch das einzig Gute an dieser völlig überhypten Zombie-Metzel-Serie. Ich habe nach Episode 2 der 2. Staffel nun endgültig genug von dem Scheiss. Ob schauspielerisch, dramaturgisch oder cineastisch…Nonsens an jeder Ecke. I am out; auch wenn mich die Effekte nach wie vor begeistern).

Jedenfalls…gedreht wurde das Teil mit einer neuen handelsüblichen Canon EOS C300 (die aber auch mal eben einige Tausend € kostet, wenn ich das richtig weiß) und jeder Menge Inspiration aus Filmen wie Blade Runner, Akira oder Minority Report. Story? Ja. Die gibt es. Ich sage nur: Frau BioClone ist leider nur fast mein Typ. 


Nov 20 2011

Hoppler ist da!

Chris


Hoppler ist da! Hoppler ist der lustige Vogel hier oben. Seine Abenteuer sind ab sofort via Apple-App-Store mitzuerleben. Für 1,59 € seid ihr dabei. Und ihr solltet dabei sein! Das Game kommt nämlich aus der famosen Spieleschmiede Triple M. Nie gehört? Ich auch nicht. Bis Max mir davon erzählte. Der mischt da nämlich mit; so als Hobby-Dings; der Vollnerd, ey.  Da ich das was Max so macht, meistens ziemlich dufte finde, ist es selbstverständlich, dass ich euch auf dieses Gamejuwel hinweise.

…und mal unter uns: Das Game macht echt Laune. Es sieht gut aus; hört sich schnuckelig an und der Schwierigkeitsgrad ist angemessen bis ich probier's noch mal. Ein Aspekt, den ich als Marketingäffchen nicht übersehen kann: Man sieht und fühlt die Verliebtheit, die die Entwickler ihrem Produkt entgegen gebracht haben, an jeder Ecke. Und das ist ja schon mal mehr als die halbe Miete. Hier noch eben der Plot des Games, dann noch mal der Link zur App, damit ihr auch ja nix verkehrt macht ;)

Von einem fiesen Bully aus dem kuschligen Nest geworfen, findet Hoppel sich plötzlich am Dschungelboden wieder. Da er noch nicht fliegen kann ist er auf seine Sprungkraft angewiesen, um nach und nach seine Kumpels zusammen zu sammeln und schlussendlich dem Fiesling entgegen treten zu können. Der Weg nach oben birgt (wie könnte es anders sein?) jede Menge potentiell tödliche Gefahren in Form von Killerbienen, vogelfressenden Ochsenfröschen, wildgewordenen Kreissägen und anderem Unbill.

Achso. Eins noch: Am 02.12. 2011 wird das Game im Rahmen der AppsForSale-Aktion gefeaturet. Wer dann nicht zugreift, ist raus.  


Nov 19 2011

Die Evolution westlicher Tanzmusik

Chris


Da haben wir es schon wieder: Was klingt besser? The Evolution of Western Dance Music? Oder meine Headline? Na?…vielleicht sollte ich meinen Headline-in-Deutsch-Standpunkt mal überdenken.

Mal was anderes. Kann mir jemand erklären, wo meine Faszination für Karten im Allgemeinen herrührt? Ist das auch so ein Nerd-Dings? Weil da alles klar strukturiert ist; und klare Strukturen für ein Nerdgehirn nie verkehrt sind? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist, dass die gleich verlinkte interaktive (what!?) Karte in der Lage ist, jedem  von euch etwas neues zu erzählen. Zum Beispiel das Trance-Musik eine deutsche Erfindung gewesen ist. War mir auch neu; und glauben tu' ich das auch nicht. Sieht aber nett aus.