Monthly Archives: Oktober 2011

Google+ du Pfeife!


Eh. Mann. Wer sind nur all diese Spacken, die einen in ihre Kreise reinpacken, nur um irgendwie mehr Reichweite für ihre kleingeistige Marketing-Scheisse zu generieren? Ihr Aufmerksamkeitswichser macht Google+ kaputt. Ich kann euch auch sagen warum: Es sind täglich bis zu 15 Leute, die mich in Ihre Kreise packen. Das bedeutet also für mich, dass ich – neben dem ganzen anderen Kommunikationsfuck – jetzt auch noch täglich 15 hässliche Marketingfritzen abchecken muss. Das unter diesen 15 maximal einer ist, der mich vielleicht interessiert, mit dem ich mich vielleicht vernetzten möchte, mag ja sein. Durch diesen circel-overkill tendiere ich aber seit dem Start von Google+ immer mehr dazu, alles zurückzucirceln, was lange Beine und schöne Augen hat. Und dabei übersehe ich die Leute, die (öhm) wichtig sind. So war das wohl nicht gedacht, Herr Google. Oder? 

…und wenn mir jetzt einer erzählt, ich wäre triebgesteuert und solle mir die Zeit nehmen: Mach's doch selber. 

Langes Gibson Interview


Das längste, spannendste und aufschlussreichste Interview mit William Gibson, habe ich eben auf theparisreview.org entdeckt. Ich – der über den Typen wahrscheinlich 'ne Biographie im Kopfstand schreiben könnte -, hab' viel neues erfahren. Ich erdreiste mich zu sagen: Lest das! Und die, die immer noch nicht begriffen haben, warum Gibson einer der faszinierendsten Menschen unsere Zeit ist: Lest das! Also alle: Lesen!

Interviewer: The world of the Sprawl is often called dystopian.

Gibson: Well, maybe if you’re some middle-class person from the Midwest. But if you’re living in most places in Africa, you’d jump on a plane to the Sprawl in two seconds. Many people in Rio have worse lives than the inhabitants of the Sprawl.

Ihr könnt mich alle am Arsch lecken!

Die spannende Heidi hatte mir nach der ersten Occupy-Cologne-Demo den längst vergessenen Superfilm Network wieder ins Gedächtnis gerufen. Der obere Ausschnitt ist ein Knaller! Und der hier ist auch echt gut. Ausnahmsweise ist hier die deutsche Übersetzung mal genauso treffend, wie das Original:

Geht zum Fenster, macht es auf, steckt den Kopf raus und schreit: Ihr könnt mich alle am Arsch lecken! 

Kurzreview: Life In A Day

Neulich las ich, dass 97% aller Erdlinge Frieden als allgemeinen und dauerhaften Zustand eigentlich ganz gern haben. Ich behaupte: Von den übrigen 3% sind 2% schon länger tot; und wer die übrigen 1% sind, das wissen wir ja zu Genüge. Diese These unterstützt der Film Life In A Day von Kevin MacDonald (feat. Ridley Scott und Co). Hier mal eben ein Teaser-Text:

A documentary shot by filmmakers all over the world that serves as a time capsule to show future generations what it was like to be alive on the 24th of July, 2010.

Über 80.000 Menschen haben also ihren ganz persönlichen 24. Juli 2010 gefilmt und zum Schnitt an MacDonald gesendet. Herausgekommen ist ein wirklich unterhaltsamer Film, den man in dieser Form noch nicht gesehen hat. Von 0:00 Uhr bis 0:00 Uhr reihen sich spannende Szenen von ganz vielen Menschen aus noch viel mehr Regionen des Planeten aneinander. Manchmal etwas zu rührselig inszeniert, sorgt das Gesamtwerk aber nach dem Abspann dafür, dass man unwillkürlich denken muss: What a wonderful world und Danke, YouTube (die haben das Ganze Co-Produziert und die Logistik gestellt). Gespickt wurden die Einblicke in fremde Leben – die sich gar nicht so fremd anfühlen – mit einigen simplen Fragen: Was hast du in der Tasche? oder auch Was liebst du? Rausgekommen sind lustige – aber ebenso nachdenklich stimmende – Antworten. Der Eine liebt seine Katze über alles, die Andere liebt Männer, und wieder andere lieben Gott und / oder ihr Land. Es sind einige recht radikale Antworten dabei; und auch die Live-Schlachtung einer Kuh ist sicher nicht jedermanns Sache.

Aber so ist sie eben. Die Erde. Unsere Erde. Kunterbunt, farbenfroh, schwarz und weiß, aufregend, aufregenden traurig und traurig aufregend zu gleich. 

Zurück zu meiner These: Die Menschen haben keine Lust, keine Zeit und auch keine Energie Kriege anzuzetteln. Dazu sind die doch viel zu beschäftigt. Mit Leben. Der Film hat keine Kernaussage, zumindest keine, die ich hineininterpretieren könnte. Lincoln Steffens sagte jedenfalls mal: 

'Art is like a border of flowers along the course of civilization'

Ich fand' den gut. Guckt mal den Trailer hier oben und entscheidet selbst.

HackThisZine v.12 is out!


Im Januar hatte ich euch die Nummer 11 empfohlen, jetzt geht es weiter mit Ausgabe Nummer 12. Folgende – und viele weitere – Themen findet ihr in dieser Ausgabe: Selbstzerstörende Notizen, Twitter-KryptographieBradley Manning, Anons, usw.

Wissen bildet, und so. Schaut also gefälligst mal rein. Die Rubrik Tools drucke ich mir in regelmäßigen Abständen aus und lege die gedruckten Seiten an einem – nur mir bekannten – ultrageheimen Ort ab. Nur für den Fall das. 

Die Wölfe von Tschernobyl

…ich mach' einfach mal weiter hier, so als wäre nix gewesen. War was? 

So, So. In der Zone leben also mehr als 300 verstrahlte Wölfe. Das wäre dann die dichteste Wolfspopulation, die die Erde vorzuweisen hat. Dazu kommen noch einige fette Bisons. Und überhaupt scheint es dem Ökosystem in der Zone gar nicht mal so schlecht zu gehen, wie man meinen könnte. Was auch damit zusammenhängen mag, dass da Leitwolf Nummer 1- der Mensch – nicht mehr all zuviel zu melden hat.

Ich wünsch' mir 'ne Welt mit mehr Zonen. Manchmal. 

I AM NOT MOVING – I AM A WUTBÜRGER

Wie ihr vielleicht mitbekommen hat, läuft in diesem Moment die us-staatlich verordnete Räumung des Liberty Parks in New York, in dem die OCCUPY-Wallstreet-Buddies seit Wochen kampieren. Wer auf die Idee kommt, dass das irgendwie mit den für morgen angekündigten weltweiten Aktionen zu tun haben könnte (951 cities – 82 countries!!!), liegt wohl nicht allzu falsch. 

Wenn ich mir diesen Kurzfilm hier oben ansehen, bekomme ich eine Gänsehaut. Vor Wut. Auch wenn ich morgen nur einige Stunden auf der Kölner (oder Düsseldorfer) Aktionen anwesend sein werde…. 

I AM NOT MOVING – I AM A WUTBÜRGER

Ihr Arschgesichter setzt euch über alle humanistischen Vereinbarung der jüngeren Neuzeit hinweg. Demonstrationsrecht, das Recht auf Meinungsäußerung, über das Recht auf Privatsphäre, über das Recht auf Selbstbestimmung. Über ALLE MEINE RECHTE – die ich laut Genf, laut der Verfassung der Republik, und laut weiteren Gesetzen – wahrnehmen darf. Und dann denkt ihr, wir gehen einfach so wieder weg und gucken weiter RTL2? Für wie blöde haltet ihr uns alle eigentlich? Wie lange denkt ihr, dass ihr uns für dumm verkaufen könnt; mit uns umspringen könnt, wie mit Sklaven aus vergangenen Jahrhunderten? Habt ihr nichts verstanden? Nichts gelernt? Nie aufgepasst? 

Ihr. Ihr. Ihr seid ja schlimmer als der Papst. Ihr Penner. 

Ich habe sooo lange versucht, nicht DIE und WIR zu sagen; keine Grenze zu ziehen, alle zu umarmen und lieb zu haben und irgendwie eine Lösung zu finden, die für dich, für mich, und für die zumindest befriedigend ist. Damit ist jetzt Schluss. Ich gehe nirgendwo mehr hin, solange von denen nicht mal einige kapieren, dass es so nicht weitergeht. Ganz sicher nicht. 

Update: Achso. Eins noch. Wer auch immer auf diesem Planeten jemals OBAMA OBAMA gerufen hat…wer waren die 10 Millionen Menschen da in Berlin?

Ja, das, das ist ja wirklich eine einmalige Gelegenheit mal den US Präsidenten zu sehen!

Mann. Mann. Mann. Da haste jetzt also deinen OBAMA. Der Klappspaten müsste eigentlich IN dem Park stehen. Und der hätte auch ruhig zu Assange mal was sagen können. Der Ritter der Freiheit, Verfechter der Demokratie, Eigentümer von CIA, FBI, NSA, NRO, NGA, OOI, INR, OIA, IAIP, DHS, DIA, AI, ONI, AIA, MCIA. und CGI. Der Vollidiot. 

Ich habe fertig. Schönes Wochenende. 

Glorious Retrofuture from Japan


Im Gegensatz zu mach einem Turboblogger;), der gerne mal schmissig-englische Headlines und Ausrufe benutzt, versuche ich immer, das Ganze hier weitestgehend in Landesprache zu halten. Aber übersetz' mal einer diese Headline, ohne das sie sich anschließend anhört, wie ein Vollidiot. Geht nicht? Geht nicht. Sag ich ja. 

Jedenfalls hat einer meiner All-Time-Favorites-Weblogs aktuell eine wahnsinns Bilderserie am Start. Glorious Retrofuture from Japan eben. Was für Utopien die sich damals erdacht haben. Verrückt. Wir, desillusioniert wie wir sind, können schon froh sein, wenn hier mal einer 'ne Stadt im Meer erfindet. Oder so. 

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