Bono plus App = bessere Welt?
Was wurde ich damals zerrissen, als ich über eine Software bloggte, mit der man via Smartphone einen virtuellen Baum kaufen kann; der dann auch in der echten Welt von ein paar netten Menschen eingepflanzt wird. Verblendung wäre das; es würde ja doch am Großen und Ganzen nix ändern, etcpp.
Auch wenn ich in meinem näheren Lebensumfeld davon fasele, dass Technologie (genauer: Social Media) durchaus die Welt verbessern (wenn auch nicht retten) kann, werde ich oft angeschaut, als wäre ich ein Alien. Warum eigentlich? Darum: Weil die Leute keine Ahnung haben. Twitter wird für ein ausgebautes Klohäuschen gehalten (was es durchaus auch ist; beizeiten. Wer aber selber nicht einmal drauf geschissen hat; der sollte doch auch einfach mal die Kresse halten)
Wie vielleicht bekannt ist, ist der U2-Bono Mitbegründer der Weltverbesserer-Organisation ONE. Bono ist m.E. auch wirklich einer von den Guten (also einer von uns) (Und das nicht erst, nachdem er mit Gibson die Doku No Maps for these Territories gemacht hat). Bono und ONE haben nun die erste wirkliche Weltrettungsapp konzipiert:
Auf dem iPhone können sich die Nutzer über aktuelle Projekte informieren, Online Petitionen unterstützen, zu Protestaktionen in der realen Welt aufrufen oder direkt in das Weiße Haus anrufen (Textteil von innovativ-in.de geklaut)
Die Funktionsweise kann man oben im Video recht gut nachvollziehen.
Meine Idee dazu: Nix neues, nix revolutionäres. Dennoch ist das für mich eine auf den Punkt gebrachte Socia Media-Technologie, die durchaus Potenzial hat, die Welt – zumindest im Informationssektor – ein kleines bisschen in die richtige Richtung zu stupsen. Eine Sache darf bei dem Ganzen Klimbim aber nicht vergessen werden: NUR mittels solcher Technologien wird sich auch nichts ändern. Dazu muss der app-affine Revoluzzer doch auch noch mal auf die Strasse gehen, und ein paar Fressen polieren und seinen Protest kundtun.
Trotzdem: Guter Bono, gute App, guter Planet.
Deine Tweets im All!
Voll gut! Hier sind mal wieder einige meiner Leidenschaften in einem Thema vereinigt: Social Media (Marketing), Roboter und der Weltraum. Wie das geht? Bittesehr: Der japanische Werbe-Gigant Dentsu hat kürzlich das Kibo Robot Project angekündigt, welches das Ziel verfolgt, im Jahre 2014 einen kommunikativen Roboter in's All zu schicken. Die Website, auf der ihr via Twitter (oder Mail) eurer Wünsche und Grüße an die Astronauten der ISS übermitteln könnt, ist auch schon online: kibo-robo.jp
Die Jungs und Mädels, welche im japanischen Experimente-Modul der ISS rumhängen, werden durch die von Kibo vorgelesenen Tweets und Mails emotional aufgebaut. So zumindest der Plan. Ich habe mal Kill it with fire …just kidding! reingepostet. Mal sehen, ob er diese Nachricht dann auch wirklich vorliest.
Ich finde die ganze Kampagnenplanung – sowie die Ausführung dieser – recht spannend gemacht. Nur (und da kommt vielleicht auch wieder meine Berufskrankheit durch) das Tracking fehlt mir da irgendwie. Bedeutet: Ich will auch nachvollziehen können, ob meine (zugegebenermaßen recht dämliche) Twitter-Nachricht auch wirklich die Astronauten erreicht. Wenn DAS noch irgendwie sichergestellt wird, zeigen meine Daumen steil nach oben. Alle dich ich hab'.
(Oh. Lese gerade: Der Bot heißt gar nicht Kibo. Sondern das Modul der ISS heißt so. Als wenn ich jetzt alles noch mal umtippen würde…Nee, ey ;)
- Mehr Info: kibo-robo.jp
- Entdeckt: japantrends.com
Mindupload doch schon 2025?
Was habe ich hier nicht schon alles zum Thema Mindupload geschrieben! Für die Nixwisser unter euch, hier mal eben ein Wiki-Text:
Mind uploading or whole brain emulation (sometimes called mind transfer) is the hypothetical process of scanning and mapping a biological brain in detail and copying its state into a computer system or another computational device. (wiki)
In Kurzform: Mindupload ist nichts anderes als das Hochladen des eignen(?) Ichs in eine virtuelle Umgebung. Die man dann aber als solche nicht mehr wahrnimmt. Eine der verrücktesten und spannendsten Präsentationen zu dem Thema hat der futurplom-Christian mal rausgehauen. Die ist zwar schon etwas betagt; verliert aber kaum an Reiz. Hier mal seine Präse zum Thema: (draufklicken zum Ansehen; das embedding funktioniert gerade nicht so wirklich)
Was bedeutet nun also obere Grafik? Ich zumindest bin nach den mir vorliegenden Daten davon ausgegangen, dass (wenn Moore recht behält) die allgemeine Rechenkapazität erst nach 2030 genug Daten speichern kann, um ein menschliches Bewusstsein komplett zu emulieren (nicht simulieren!). Wenn das Datum nun nach unten korrigiert wird, haben wir also noch knappe 14 Jahre Zeit, um die Umverteilung der Welt auf ein faires Niveau zu hieven; um Rohstoff-neutral zu wirtschaften, und um uns ein nettes Plätzchen im Universum zu suchen, welches nicht in einigen Milliarden Jahren von der Sonne verbrannt wird.
Ich sach's mal so: Wir sollten es anpacken. Am besten schon gestern.
- Zur Grafik: singularity.com
- Danke, Ändy! ;)



