Monthly Archives: November 2010

facebook?

Hier. Dings. Blog und facebook ist das Thema. Viele Blogger und Bloggerinnen spiegeln ja ihre Blogs auch auf facebook. Aktuelles Beispiel: The 3000-Doktor. Dazu wird flott 'ne Page (Like it!!!) für's Weblog angelegt, das Blog und facebook kurz verknüpft, und schon kann man mit den Inhalten des Weblogs auf facebook interagieren / rummachen / was auch immer anstellen. Soweit. So gut?

Kuschelige Däumchen, rumgestupse, und alle Beknackten mit an Bord. Was will man mehr?

Was man mehr will? Ein freiheitliches, anonymes Internetz, zum Beispiel. Da ich beinahe täglich mit facebook zu tun habe – ich kenne fast alle Funktionen, würde ich sagen -, darf ich einfach mal behaupten: Die bauen uns ein neues Internet. Welches nicht mehr viel mit dem Web zu tun hat, welches ich so kenne. Und liebe. Damit will ich nicht sagen, dass es schlecht ist, was die Zuckerbergs da bauen; aber ob es gut ist, das wage ich zu bezweifeln (an social media dagegen habe ich keine Zweifel). Ich kann mir momentan kein abschließendes Urteil erlauben. Verstehen kann ich aber durchaus solche Wort wie Monopol, Datenspionage und Unternehmen. Und eine Verknüpfung zu facebook kriege ich auch noch hergestellt. Schließlich checke ich täglich die insight-Statistiken, befasse mich mit deren Marketingtools, etc pp…wäre ja auch traurig wenn ich nicht wüsste, wovon ich rede.

…haltet mich für beknackt, aber Dinge wie die Hackerethik (Openness, Decentralization, World Improvement,) oder das Cyberpunk-Manifest (Ours is yours, yours is ours, Who controls the net, controls the information) sind wichtiger denn je. Ich will gar nicht wieder auf die Zukunftsschiene hinaus (die Apokalypse kommt so oder so) sondern meine ganz einfach, dass mir das alles zu schnell geht. Zur Erklärung: Ich hatte damals ziemlich schnell den Like-Button hier eingebaut. Als mir die Tragweite des Einbaus bewusst wurde (Speicherung der Daten von Nicht-Mitgliedern, keine Gewährleistung des Informationsflusses, etc pp) war der auch flott wieder draußen. Ich hatte nicht nachgedacht und mir den facebook-Virus noch tiefer eingepflanzt. Genau das ist der Punkt: Ich will ja mit dem Laden Spaß haben. Aber ich will auch eine klare Differenzierung: facebook UND das Internet, solange mir nicht klar ist, wohin der ganze Spaß führt. Mein Weblog ist nämlich eindeutig Internet.

Diskrepanzen im Überblick: 

  • Ich habe damals die Seite individual-i.de mitgestaltet und kritisiere jetzt hier facebook. Dabei hat das Individual-I eine eigene facebook-Page! 
  • Ich habe auf der Frontpage meine Weblogs eine facebook-App laufen (networked blogs, da rechts unten)
  • Ich weigere mich dennoch, facebook einfach alles wissen zu lassen, was ich so in mein Internet schreibe.

Mir geht das einfach zu schnell, um es zu kapieren. Und daher will ich mein Internet nicht auf facebook haben. 

…und was habt ihr euch so dabei gedacht, als ihr einfach mal so 'ne faceblog-Seite angelegt habt? Jetzt mal ganz ehrlich.

 Bitte! 

Conzpiracy

Die Zukunft muss ja nicht immer nur Scheisse aussehen. Wär' ja auch zu blöde. Schon die dev-Art-Profil-Seite von Conzpiracy strahlt eine ganz eigentümliche Schönheit aus. Einen Sinn für düstere Ästhetik hat der Kerl, das ist mal sicher. Außerdem hat er Spider Jerusalem digitalisiert und die weiteren Arbeiten sind auch echt sexy. In Conzpiracy's Twitterprofil kann man das hier nachlesen:

Digital Artist, Flyer Designer & Photoshop Professional. Tech Horror, The Beauty of Fear, Cyberpunk.

Das gefällt mir. 

Video: Transhumanism

Das letzte Video zum Thema Transhuman ist ja nun schon etwas her. Also dachte ich, bevor ihr mir alle zu optimistisch werdet, und nur noch von Sonne, Strand und Liebe schwafelt, poste ich mal wieder was, was euch auf den Boden der Zukunftstatsachen zurückholt:

Wir werden alle Gremlins sein!

Nette Vorstellung. Ihr als Gremlins.

….aber auch sonst finde ich den Minifilm recht gut gemacht: Nicht zu futuristisch, nicht zu kritisch; und nicht allzu weit hergeholt.

Ein radikal-pessimistischer Leitfaden für die nächsten 10 Jahre


(Bild: Festplatte, passte gerade)

Ich steh' ja auf so 'ne Scheisse: Dystopie, Depression und dunkle Zeiten. Warum? Das kann ich euch sagen: Weil sich das Jetzt und Hier dann umso besser anfühlt und wir alle zusammen merken: Es geht ja noch besser! …gerade in Zeiten voller Sonnenschein, Sommersonne und in friedlichem Miteinander. Korea anyone? Schluss mit der Ironie, das hält ja doch keiner aus.

Auf der Homepage von The Globe and Mail hat Douglas Coupland einen wunderbar-pessimistischen Leitfaden für die nächsten zehn Jahre gepostet. Hier einige Auszüge: 

  • Expect less. Not zero, just less.
  • The middle class is over. It's not coming back
  • Something smarter than us is going to emerge
  • IKEA will become an ever-more-spiritual sanctuary
  • Your dream life will increasingly look like Google Street View
  • You'll spend a lot of time shopping online from your jail cell
  • The built world will continue looking more and more like Microsoft packaging
  • “You” will be turning into a cloud of data that circles the planet like a thin gauze

War ja klar, dass mir der letzte Punkte der Liste am Besten gefällt. Wobei ich nichts wirklich negatives sehe, wenn ich mir vorstelle, dass wir alle in eine Cloud-Daten-Maschine hochgeladen werden um anschließend für Immer und Ewig (bzw. 5 Milliarden Jahre lang) wie eine Mullbinde um den Planeten Erde zu kreisen.

…mit der richtigen Mukke, passenden Genussmitteln und vielen lustigen Menschen… warum denn nicht?

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