Monthly Archives: Mai 2010

Die Crux mit der unmoralischen bionischen Marketinghand


Ich entdecke eben eine bionische Hand im Interweb. So wie millionenfach zuvor. Mit zwei unterschieden. Erstens: Das Dingen ist Robocop. Das was die Jungs und Mädels da in Rochester, UK zusammenschrauben ist allerfeinste WetWare. Zumindest sagen mir dies die Marketeere der RSLSteeper (Inc.).

Womit ich beim zweiten Punkt wäre: Die Prothese wird so vermarktet, dass ich davon ganz ganz leicht 'nen Moralischen kriege. Ich. Der mit dem Hirnstecker. Echt jetzt.

Es ist aber auch so, dass mich das Marketing zu dem Produkt durchaus fasziniert. Slogans haben 'se jedenfalls drauf:

Die neue Generation von myoelektrischen Prothesenhänden verbindet in idealer Weise innovative Technologie mit natürlichem Aussehen. Sie können eine Vielzahl natürlicher Greiffunktionen in gleichbleibender Präzision ausführen.

Bemerkenswert finde ich auch folgendes: Einige deutsche Techblogs und Portale hatten das Teil schon mal im Programm. Alle äußerten sich recht enthusiastisch zu dem Apparillo, weniger kritisch. Was ich prinzipiell befürworte. Gerade weil ich immer fordere, dass wir alten Europäer uns auch mal etwas relaxen sollten, was den Übermenschen und so angeht.

Trotzdem bekomme ich dieses mal beim Betrachten der Hand (und dem KlimmBimm drumherum) dieses cruxhafte Gefühl. Ich find's geil und iggelig zugleich. Um es einfach mal einfach auszudrücken. 

Gegen einen Follow-Me-On-Twitter-And-Facebook-Button neben einem künstlichen-menschlichen cyborgianischen Körperteil ist sicher nichts zu sagen. Ein recht futuristisch gemachtes Werbevideo finde ich auch echt klasse. Prothetik und Social Media geht sicher gut zusammen…

…und eigentlich weiß ich auch gar nicht so genau, woran ich das zwiespältige Gefühl festmachen könnte. Ich denke, es ist ganz einfach die Botschaft des Labels. Das Marketing. Die Präsentation. Der Coax-Eingang. Die Facebookgruppe.

Die Crux.

Hier. Das Produkt. Das einem Nachtschattengewächs wie dir keine Krankenkasse der Welt bezahlen wird.

Weil du keine hast.

Weil du im Jahre 2052 lebst.

Und die Welt von Google mit Nikehandschuhen bombardiert wurde. 

Lese/Anguck-Empfehlungen! – Teil 2

In dem Artikel Lese/Anguck-Empfehlungen! hatte ich ja angekündigt, dass ich öfters mal was aus meinem Regälchen herauskramen – und hier einkleben – möchte. Gesagt, getan. Hier nun also vier weitere, sehr empfehlenswerte Lach- und Sachgeschichten aus meiner Doktorenbibliothek. 

  • Links oben: Frontiers –  The world greatest walks. Der Name ist Programm. Gemacht von echten Wanderexperten (soll es ja geben, sowas), die dazu noch wirklich gute Aufnahmen der tollsten Wanderstrecken des Planeten mit ins Programm aufgenommen haben. Wer danach keine Lust auf wandern hat, der wird da auch nie Spaß dran finden können; soviel steht mal fest (Danke, Caro!)
  • Rechts daneben: Grenzgänger von McCarthy. Der mittlere Teil von Carthys Border-Trilogie. Kann man aber auch so lesen; hängt nur sehr lose zusammen, das Ganze. Ich liebe diese düstere, trostlose, apokalyptische Stimmung im Buch. Die Erzählung spielt in einem Mexiko, welches poetischer nicht umschrieben sein könnte. Eins meiner liebsten von McCarthy.
  • Unten Links: Super #1 Robot. Ich habe keine Ahnung wo ich dieses Buch eigentlich her habe. Ich weiß nur: Nehme ich es in die Hand, dann muss ich es mindestens einmal komplett durchblättern. Zu sehen gibt es lauter bunte japanische Roboter aus den 70er und 80er-Jahren des letzten Jahrtausends. Groß-ar-tig! Und so bunt!
  • Last one: Barfuss durch Hiroshima. Krieg ist das fieseste, was es überhaupt nur gibt. So würde ich die Kern-Message des Comics umschreiben. Eine autobiografische Erzählung, die ihresgleichen sucht. Man muss wohl mit 6 Jahren mal in das Blitzlicht einer nuklearen Explosion geguckt haben, um so ein Meisterwerk erschaffen zu können. Danke, Herr Nakazawa!

That's it. Vielleicht gefällt Euch ja das Eine oder Andere.

YeZ – Das Pflanzenauto!


Wir hatten ja schon länger nichts mehr in der Kategorie Ecoauto am Start. Das liegt nicht etwa daran, dass mein Interesse an alternativen Kraftfahrzeugen eingeschlafen wäre, sondern eher daran, dass ich seit geraumer Zeit nichts wirklich interessantes mehr auf dem Schirm hatte. Aber jetzt:

YeZ – Das Pflanzenauto! Das Teil sieht nicht nur, öhm, interessant aus; nein, das kann auch was. Nämlich das hier:

photosynthesizing carbon dioxide from the air and exchanging oxygen back into the atmosphere

Mit anderen Worten: Die Karre ist nicht nur ein echter Energysaver, sondern gibt dem Klima auch noch was zurück. Ein Minus-Emissions-Car, sozusagen. Okay, von den Nachhaltigkeit der Akkus sprechen wir jetzt mal nicht. Dann ist ja die ganze schöne Story im Eimer. Die Kiste hat übrigens Solarpanels auf'm Dach und Turbinen in den Reifen um damit den Golfstrom anzutreiben.

Ich hätt' gern' eins in Tulpenform.

Popperspeople


Der Fotoknippser Ruth Bayer hat das hier auf seiner Website stehen:

To capture a moment in which the subject loses control, or at least slackens their grip on the reins, is a frequent goal in photography.

Jups, könnte passen. Und wie kommt man am Besten zu solch' glorreichen Fotoprachtstücken? Genau: Man fotografiert Leute, die sich gerade Poppers ins Gehirns jagen. Poppers? Ja, ihr wisst schon. Das Zeug, was einem dicke Eier 'ne dicke Birne macht, beim Inhalieren.

Törnt ganz gut. Habe ich gehört. Jedenfalls hat er wohl eine nicht geringe Menge von Poppers-Bildern gemacht und die Besten Aufnahmen in einem Buch zusammengestellt. 

Wussschig! Love it.

Qbo


Qbo ging ja diese Woche schon mal rum; ich las auf einigen Tech-Blogs von dem ulkigen Homebot, der auch noch ganz knuddelig aussieht. Wie man dem Datasheet oben entnehmen kann, versteckt sich so einiges an Technologie in dem kleinen Open-Source-Rollroboter:

He's peppered with sensors of various types, has stereo high-def webcam eyes, microphone ears, and even an LED mouth. Inside his belly rests a Mini-ITX motherboard festooned with WiFi, Bluetooth, an Intel Atom processor and NVIDIA Ion graphics, all running some flavor of Linux. Yes, that means he could stream YouTube videos in HD (engadget)

Also ich mag den.

The City of Dharchonia von TateishiEigo


Bild: © The City of Dharchonia von TateishiEigo

Hach. ich liebe es ja, wenn Künstler sich zu ihren Werken auch noch richtige Geschichten ausdenken. TateishiEigo schreibt zu seiner Stadt zum Beispiel das hier:

It is a super-megalopolis where population 90 million is held, and it has daughter cities of 120, and the population in the entire metropolitan area exceeds 200 million. It functioned as a capital of the Ldometches republic 200 years ago. However, the capital function was lost by the politics academy's that defeated at the struggle of the politics academy and the merchant (Varcalet struggle) escaping from Dharchonia and having moved the capital fun ction to Vastarig.

Yeay. Gefällt mir. Und genau wie der ripperdoc finde ich auch: Die Begrünung der Dächer hat Potential!

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