Monthly Archives: Oktober 2009

Oh Mist. Mac Tonnies ist Tod.

Ach weißte. Erst dieser Mist mit der Zeitumstellung. (Ich prüfte gerade mehrere Minuten, ob die Welt kaputt ist oder doch nur mein Gehirns. Es stellte sich heraus: Mein Gehirns war’s. Wir ham‘ wirklich ’ne Stunde früher.) Dann erschreckt mich Facebook (mit welchem ich täglich arbeite) mit einem neuen Look. Okay, denk‘ ich mir, Okay, lieste halt ein paar Feeds zur Beruhigung. Da ich am Wochenende nicht soviel im Netz hänge wie in der Woche, stauten sich also jede Menge ungelesene Artikel in meinem Reader. Und was war der zweite Artikel den ich las? Genau:

Mac Tonnies ist Tod!

Mir fehlen da so ein bisschen die Worte, jetzt. Ich hatte kurzen Email-Kontakt mit Mac. Und dieser war äußerst freundlich und sehr amüsant. Wir verlinkten und das Eine oder Andere mal gegenseitig, haben rumgetwittert; und ich freute mich erst vor ein paar Wochen sehr darüber, das Mac mich in seine Blogrolle aufgenommen hatte.

Mac wurde bereits am Donnerstag in seiner Wohnung gefunden und starb eines natürlichen Todes. Ich habe gerade Tränen in den Augen. Weil: Er war ein solch‘ toller Autor, Ufo-Freak, Transhuman-Interessierter und irgendwie einfach ein Teil meines Lebens. Hört sich doof an. Ist aber so. Gewesen.

Rest in Peace, auf das du den CERNern das Fürchten lehrst. Wo auch immer du jetzt stecken magst, Mac. Ich vermisse dich schon heute; hoffe das ein awesome-Weblog und deine incredible-Website dem Cyberspace noch lange erhalten bleiben. 

So kann’s gehen. Ist das Leben kurz, oder was? Regt man sich über Scheisse auf, oder was?  Scheiss‘, da!

Mac, ich weiß es ganz genau: Jetzt machst du den Titel deines Weblogs zum Programm: Tanz uns den Posthuman-Blues, Baby! Danke für alles, Mac! I’ll never forget! 

Pure Cyberkultur!

Mir fiel grad‘ ein, dass ich mich ja noch zum Thema Postgenderism schlauer machen wollte, als ich’s jemals sein könnte. Irgendwie – wie sollte es auch anders sein – stolperte ich dann wieder über Frau Haraway. Frau Haraway hat zum Beispiel als ich vier Jahre alt war das sagenumwobene "postmoderne feministische Essay" Cyborgmanifesto (gibt’s sogar auf deutsch; wusst‘ ich gar nicht!) geschrieben. In dem stehen so wunderbare Koppnüsse wie die hier (Und jetzt auch auf deutsch!):

Die Welt ist durch Grenzen unterteilt, die eine verschiedene Durchlässigkeit für Information besitzen. Information ist genau dasjenige quantifizierbare Element (Einheit, Grundlage von Einheit), auf dessen Basis universelle Übersetzung und damit unbehinderte, instrumentelle Macht (auch bekannt als "effektive Kommunikation") möglich wird.

Ist es nicht wundervoll. Wo war ich? Ah. Genau: Bei Postgenderism begann ich. Und landete bei Cyberfeminism. Genauer: Bei einem ARTech-Vortrag von Frau Candia. Und die bezieht sich in ihrer Rede auf das eben erwähnte Manifest von Frau Haraway. Maria Candia spricht ein Englisch, welchem ich schwer folgen kann, aber doch irgendwie alles verstehe;  mich quäle und freue zugleich; unsagbar viel über den weiblichen Cyborg in mir erfahre; und einfach nicht umschalten kann. Warum weiß ich auch nicht.

Wer’s sich antun will:

ARTtech ’09: Revisiting the Cyborg Manifesto: Science, Technology, and Socialist-Feminism in the 21. Century

Man sieht vor lauter Publikum fast nix mehr; böse Gedanken habe ich auch beim zuhören und in die Slideshow hat sie den Hello-Kitty-Vader eingebaut.

…fast so schön anstrengend wie ein Saunabad. Pure Cyberkultur. Ey.

Spieltisch

Hach, da bin ich ja wie zweigeteilt.  Es ist ja nicht so, als das ich jetzt täglich Brettspiele spielen würde. Oder Karten. Aber bei Karten waren mir die zum anfassen irgendwie immer etwas lieber, als das Pokern mit dem Bildschirm. Klar, von Surface und anderem KlimBim bin ich schon sehr angetan.  Und eigentlich gibt es auch gar kein "Aber". Ich glaube, ich hatte gerade nur mal wieder Lust, ein abendfüllendes Brettspiel zu spielen. Bis ich mir zu Weihnachten einen Surface-Tisch kaufe.

2037. Oder so.

Schick, jedenfalls. Hier mit Dungeons & Dragons drauf:

Ahso: Ihr fandet den Wahlkampf übrigens am Thema vorbei!

Ich hatte ja irgendwann – als wir noch die Wahl hatten! – eine kleine Sidebar-Umfrage eingebaut, in der ich wissen wollte, was meine Patienten so vom Wahlkampf halten. Was ’ne irre Idee.

Hier nun die TOP-3 Ergebnisse:

Der Wahlkampf war…

  • …eh nur Show (38%, 12 Votes)
  • …am Thema vorbei (25%, 8 Votes)
  • …verbrauchte Demokratie (25%, 8 Votes)

Ganze 32 Patienten haben mitgemacht. Danke an die Voter!

Rest: Faules Pack!

Und: Wieso überrascht mich das Ergebnis nicht? – Faules, undefiniertes, schwammiges Cyberanarcho-Pack. Oder wie?

…demnächst mach‘ ich das noch mal. Mit noch originelleren Antwortmöglichkeiten. Tss.

Atommüll, der Scheiss‘ da.

Ist das eine Scheisse.

Ich kopiere hier den Text rein, der unter dem Video bei sevenload steht. Zu mehr reicht’s nicht mehr; mein Hirn ist schon vom Zugucken verstrahlt.  Und wehe einer sagt, er hätte von all‘ dem nix gewusst. Das hatten wir ja schon.


Lässt sich über Atommüll überhaupt objektiv diskutieren? Auf die zunehmende Angst vor den Folgen der Erderwärmung reagieren Industrielle und manche Politiker mit dem Wundermittel Atomenergie: eine saubere und kontrollierbare Energie ohne schädliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt, die sogar zur nachhaltigen Entwicklung beiträgt. Aber ist sie wirklich so sauber, wie man uns weismachen will? Der Dokumentarfilm beleuchtet die dunkle Seite der Atomenergie, an der auch ihr demokratisches Defizit deutlich wird: der Atommüll. Desweiteren kommt die Problematik der immer zahlreicheren Chemieanlagen in den städtischen Ballungszentren zu Wort, und die Verschmutzung, welche sich aus ihnen ergibt.
Es wird deutlich, dass hierzu in der Politik wenig Transparenz herrscht.

Da sagt der zu mir: Cyberpunk ist tod!

Eben im Chat:

(Die blöden Smileys lass ich weg; kommt so nämlich viel brutaler.)

Er: Wat machste?

Ich: Ich schreibe gerade an ’ner Cyberpunk-Lovestory.

Er: ach, der Schrott.

Ich: Hä? Haste ja nich‘ mal gelesen.

Er: nee, cyberpunk mein ich. 

Ich: Hirni. Guck mal was in Wikipedia dazu steht, und verzell‘ nix, wovon ‚de keine Ahnung hast!

Er: Jaja…wa mal in, jezze ist es tot.

Ich so: Los! Mach. Jetzt. Guck in Wiki.

Er: Ja.

Ich: Pfeife!

Ich: Lusche!

Ich: Öko-Schamanin!

Er: ja.hab‘ geguckt. steht nix.

Ich:

"In dieser Dystopie [Cyberpunk] werden die Staaten von großen Konzernen kontrolliert, die die staatliche MonopolMacht für ihre Zwecke missbrauchen, wodurch die (in entwickelten Ländern zuvor vorhandene) physische und ökonomische Sicherheit des Individuums verloren gegangen ist. Das Versprechen einer besseren Welt durch den technologischen Fortschritt wurde nicht eingelöst."

Ich: Voll Tod, ne? Wie dein Gehirns.

Er: jo, krass.

Ich: Tschüss, ich mach‘ jetzt Afrika-Pfanne.


Und an Georgy: Twitter ist das neue Dingen. Ich lösch jetzt mein ICQ! Ahso: Für Daniel, Michael, Roland und das ganze andere technophobische Pack (das nicht mal ein anständiges Netz-Profil hat, auf das ich verlinken könnte. Meine Fresse, was kenn‘ ich eigentlich für Leute!) gilt das auch. Tweet me.

Trautes Heim!?

Es sieht so aus, als hätte ich (in relativ kurzer Zeit) eine Wohnung gefunden. Die Wohnung liegt im Erdgeschoss, einen Garten darf ich so gut wie alleine nutzen und über mir wird eine Polizistin wohnen. Das einzige W-Lan im Haus, welches mein iPhone orten konnte, trägt den wunderbaren Namen:

Verfassungsschutz

Was soll ich sagen?

Besser nix.


An die CPCler: Ich weiß, ich drück mich derzeit. Hab‘ aber WIRKLICH was anderes am Ohr, ey. I’ll be back; ich schwör’s bei den Schatten.

Henry Markram bei TED

Hach, der Henry. Ich mag ihn ja wie jeck. Erwähnt habe ich ihn hier auch schon zweimal. Auch wenn ich jetzt nur einen Artikel dazu wiederfinde. Henry baut übrigens ein virtuelles (?) Gehirn, um die Prozesse in diesem besser nachvollziehen zu können. Zunächst reicht Henry da auch erstmal eine nachgebaute Neokortikale Säule eines Rattengehirns. Henry ist da eher bescheiden.

—-

Zwischeneinwurf: Erst in der letzten Woche war ich Teilhaber einer regen Diskussion (bzw. ich schwatzte Unschuldige mit der Apokalypse und dem Übermenschen voll). In dieser Unterhaltung führte ich folgende Idee in's Feld: Was, so fragte ich die mir lieben Menschen, was passiert denn, wenn nicht nur die Neokortikale Säule der Ratte in eine virtuelle Maschine geladen wird, sondern auch der Rest of the Rat's Brain? Ja, was ist denn dann? Hö? O__O

…da drückt im BlueBrain-Office also einer auf 'nen roten Knopf; und schwupps haste das erste virtuelle (?) Rattenbewusstsein auf diesem Planeten. Zwangsläufig komme ich dann zu dem Schluss/der Frage: Wie muss sich die Ratte fühlen!? Jaja, da kommen einige (Geistes-) Wissenschaften zusammen. Phänomenales Bewusstsein, Gedanken-Bewusstsein; weiß' ich was für Zustände uns die Wissenschaft noch aufgetischt hat. Hokuspokus da. Also mal angenommen: Tiere denken, fühlen und wissen was, wer und wo sie sind. Gehen wir davon aus…wie muss sich die bewusste Ratte fühlen? In einer Maschine?

Klick-> Ey, wo bin ich hier? Alles so virtuell und voll neon! Okay, heirate ich eben den CMOS-Chip; der riecht so lecker nach Elektrik.

Und alsbald hielten mich meine Gesprächspartner für gemeingefährlich und geistesabwesend. In Gedanken. Sie sind höfliche Menschen. Glaube ich.

So, nun zitiere ich noch einen wahnsinnigen Menschen; kopiere Teile seines Kommentars bei Lexbot hier rein; dann folgt das Video und ich halt' die Klappe:

Ich bin für Bot-Gremien (für Bots, nicht “mit” Bots”) Ich will, dass wir uns fragen: Wie geht es dem uploaded hamsterbrain da in der Matrix eigentlich so? Fühlt er sich wohl? Ist er “bewusst”? Und was mag er Mittags am liebsten!? …Wenn wir heute nicht entscheiden, was die Maschinen können sollen; und was sie dürfen; und was sie “sich wünschen dürfen”; dann gibts in 25 Jahren nen Bumms.

Air – Le soleil est près de moi -> Gebrauchsanleitung für’s Wohlfühlen

1. Man programmiert den Himmel über dem Hafen (der aussieht wie ein TV-Gerät, welches auf einen toten Kanal geschaltet ist) um. Und zwar in einen Himmel, der aussieht wie der Herbst in Wolkenform.

2. Man bedient das Musikmedium seiner Wahl und startet den Song "Le soleil est près de moi".

3. Anschließend schlendert man voller Elan in Richtung Kühlschrank, befüllt sein Glas mit 4cl Campari und fügt zwei Eisklumpen hinzu.

4. Man schaut in die Sonne, trinkt und hört und denkt an nix.

Fertig.


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